Ein Wettbewerb mit langer Tradition

Der Bundeswettbewerbe "Unser Dorf hat Zukunft" wurde bereits zum 26. Mal ausgetragen. Bürgerschaftliches Engagement, Kreativität sowie Eigenverantwortlichkeit der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner stehen im Vordergrund des Wettbewerbs.

Die Entwicklung ländlicher Räume ist eine der wesentlichen Schwerpunktaufgaben, mit denen sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) befasst. Wirtschaftliche Veränderungen, der demographische Wandel, aber auch rückläufige finanzielle Mittel der öffentlichen Haushalte beeinflussen zunehmend die Entwicklung der ländlichen Räume. Dies betrifft insbesondere unsere Dörfer. Es gilt daher, das Leben und Arbeiten in den Dörfern attraktiv zu erhalten und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Seit über 50 Jahren ist der Dorfwettbewerb ein Instrument für die Verbesserung der Lebensqualität und eine optimale Einbindung der Dörfer in ihre natürliche Umgebung. Im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung werden durch den bundesweit bekannten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" die vielfältigen Funktionen der Dörfer für die Entwicklung ländlicher Räume präsentiert und bekannter gemacht. Die Auszeichnungen ehren vorbildliche Leistungen und das wertvolle Engagement der Menschen vor Ort.

Ziel ist es, Anreize zu schaffen, um die Zukunft der Dörfer verantwortlich und nachhaltig mitzugestalten und weiterzuentwickeln.

Kulturelle Tradition und Nachhaltigkeit

Der Wettbewerb hat eine lange Tradition und Geschichte. Einst als "Blumenschmuckwettbewerb" gesehen hat er sich zu einem Instrument der Dorferneuerung entwickelt, das den individuellen Ausgangsbedingungen und kulturellen Traditionen eines jeden Dorfes sowie der Nachhaltigkeit bei der Gestaltung der Zukunft in noch stärkerem Maße als in der Vergangenheit Rechnung trägt. Der Fokus liegt dabei besonders auf einer an die Bedürfnisse sowie den Erhalt des Dorfes angepassten Infrastruktur im Sinne der Lokalen Agenda 21.

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Basierend auf Initiativen verschiedener Landkreise zur Beseitigung vorhandener Missstände nach dem Zweiten Weltkrieg initiierte der damalige Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V. Graf Lennart Bernadotte im Jahr 1961 den ersten Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit dem Ziel, die Dörfer und Anwesen zu verschönern. Dazu dienten vornehmlich die Ausstaffierung der Orte mit Grün- und Blumenschmuck sowie die Verbesserung der dörflichen Infrastruktur. Die Gemeinden sollten dem Komfort in der Stadt nicht mehr nachstehen und somit eine Abwanderung in den urbanen Raum verhindern.

In den siebziger Jahren entstanden formale und finanzielle Grundlagen (Förderrichtlinien) für die Dorfentwicklung, um die Bemühungen der Dörfer im Hinblick auf die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen stärker zu unterstützen. Hinzu kamen Dorfentwicklungsprogramme im Rahmen von Zukunftsinvestitionsprogrammen. Trotz oder gerade wegen der Kommunalreformen wurde in den Dörfern das gesellschaftspolitische Verantwortungsbewusstsein neu gefestigt. Dies äußerte sich vor allem in der Berücksichtigung der gesellschaftspolitischen und strukturellen Neuorientierung des ländlichen Raums.

Der Wettbewerb gewann damit an Komplexität. Die zu lösenden Aufgaben der Dorfentwicklung wurden breiter gefächert, die Anzahl der beteiligten Akteure nahm zu, und die rechtlichen und finanziellen Grundlagen der ländlichen Entwicklung wurden vielfältiger. Zudem entwickelte sich ein Bewusstsein für die Bedeutung der baulichen Strukturen.

Im Jahr 1998 erhielt der Wettbewerb vor dem Hintergrund der Konferenz von Rio und dem beschleunigten Strukturwandel im ländlichen Raum den Zusatz "Unser Dorf hat Zukunft". Ziel war die Unterstützung einer ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklung der Dörfer im Sinne einer umfassenden Zukunftssicherung, getragen von breitem Bürgerengagement. Dabei standen ihre vielfältigen Funktionen als Wohn- und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie als Wirtschafts-, Kultur- und Erholungsraum im Mittelpunkt. Die angepassten Bewertungskriterien lenkten den Fokus weg vom Verschönerungsaspekt hin zu grundsätzlichen und umfassenden Maßnahmen der Lebensqualität und vor allem zum Umgang mit dem demografischen Wandel.

Mit der Ausschreibung 2007 verkürzte sich der Titel des Wettbewerbs auf "Unser Dorf hat Zukunft". Sein 50. Jubiläum feierte "Unser Dorf hat Zukunft" 2011. Zu diesem besonderen Anlass entstand die Festschrift "Unser Dorf hat Zukunft - 50 Jahre Dorfwettbewerb 1961-2011", die erstmals eine abwechslungsreiche Lesereise durch die Geschichte des Bundeswettbewerbs zusammenfasst.

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