Sonderrahmenplan: Maßnahmen des präventiven Hochwasserschutzes

Auch wenn sich Hochwasser nicht vollständigen verhindern lässt, kann auf die hochwasserbedingten Schäden Einfluss genommen werden.

Dazu gehören technische Maßnahmen wie Deiche, Rückhaltebecken, Schutzwände oder Schleusentore sowie die Erhaltung oder Wiederherstellung von natürlichen Rückhalteräumen, aber auch organisatorisch-technische Vorkehrungen wie eine angepasste Siedlungsstruktur, Hochwasserwarnzentralen oder Katastrophenpläne.

Durch Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes wie Deicherhöhungen oder mobile Schutzwände kann die Überflutungsgefahr am Ort dieser Maßnahme oft wirkungsvoll reduziert werden. Allerdings führen diese Maßnahmen wiederum dazu, dass die Hochwasserwellen weitergetragen werden und dadurch das Schadenspotenzial weiter flussabwärts – für die so genannten Unterlieger – noch größer wird.

Daher gewinnt der vorbeugende Hochwasserschutz immer mehr an Bedeutung. Den Flüssen soll durch Deichrückverlegungen wieder mehr Raum gegeben werden. Ausgewiesene Überflutungsflächen und Polder zum Wasserrückhalt sollen die Höhe der Flutwellen verringern. Auch die Einsicht, dass an den großen Flüssen länderübergreifende Gesamtkonzepte erforderlich sind, hat sich mehr und mehr durchgesetzt.

Förderung des Hochwasserschutzes in der GAK

überflutete Wiesen an der Oder
© © Uwe Grötzner - stock.adobe.com

Angesichts der enormen volkswirtschaftlichen Kosten, die große Hochwasserereignisse verursachen, unterstützt der Bund die Länder beim Hochwasserschutz bereits seit 1973 im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Innerhalb der Förderung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen beteiligt sich der Bund zu 60 Prozent an den Kosten für den Neubau und die Verstärkung von Hochwasserschutzanlagen, für die Rückverlegung von Deichen und für Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung.

Zusätzliche Förderung durch den Sonderrahmenplan

Über einen Sonderrahmenplan stellt der Bund zusätzliche Mittel zur Finanzierung von Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms zur Verfügung. Seit 2016 stellt der Bund jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 100 Millionen Euro für investive Maßnahmen des präventiven Hochwasserschutzes bereit.

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