Aktionsbündnis "Leben auf dem Land" stärkt ländliche Regionen

Bündnispartner stellen Kommuniqué vor - Regional vernetzt, gemeinsam stark

Das Aktionsbündnis "Leben auf dem Land" hat sich zum Ziel gesetzt, unter dem Motto "regional vernetzt - gemeinsam stark" die ländlichen Räume zu stärken.

Wie das geschehen soll, darüber informierten die Bündnispartner - das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Deutscher Landkreistag, Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Deutscher Gemeinde- und Städtebund und Zentralverband des deutschen Handwerks - am 23. Januar 2019 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Aktionsbündnis
"Leben auf dem Land"

Logo in Form eines Schriftzugs "Aktionsbündnis Leben auf dem Land" in verschiedenen Grüntönen Aktionsbündnis Leben auf dem Land

Das Bündnis wurde im Juni 2018 auf Initiative des BMEL gestartet. Unter dem Motto "regional vernetzt, gemeinsam stark" wollen die Partner die ländlichen Räume stärken.

Partner sind:

  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH)
  • Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB)
  • Deutscher Landkreistag (DLT)
  • Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Bundesministerin Julia Klöckner betonte vorab die Bedeutung des Themas: "Der ländliche Raum ist unser Motor, er steckt voller Innovation und Dynamik. Vor allem ist er Heimat für die Mehrheit der Bevölkerung - 57 Prozent der Deutschen wohnen auf dem Land, das rund 90 Prozent unserer Fläche ausmacht. Sie fühlen sich wohl in ihren Dörfern und Gemeinden, brauchen aber auch die passenden Rahmenbedingungen, um nicht abgehängt zu werden."

Moderne Infrastruktur, Digitalisierung, das Ehrenamt, die Nahversorgung und gute Standortfaktoren für Unternehmen gehören nach den Worten der Ministerin dazu. "Keine Gießkannenpolitik, sondern passgenaue Lösungen, das ist mir wichtig", stellte die Ministerin heraus. Niemand wisse besser, wo die Stärken und Schwächen einer Region liegen als die, die vor Ort sind. Klöckner: "Deshalb gehen wir mit genau diesen Partnern das Aktionsbündnis ein. Jeder bringt hier seine Erfahrungen und Ideen mit, wir wollen Vernetzung und neue Blickwinkel erreichen. Uns geht es um neue Impulse für eine gute Entwicklung des ländlichen Raums, um Lebensqualität für alle, die gerne dort leben."

Die Spitzenvertreter der Bündnispartner, Reinhard Sager (Deutscher Landkreistag), Dr. Gerd Landsberg (DStGB), Hans Peter Wollseifer (ZDH) , Eric Schweitzer (DIHK) und Bundesministerin Klöckner präsentierten ein Kommuniqué mit gemeinsames politischen Initiativen, um grundlegende Themen wie

  • Digitalisierung,
  • Nahversorgung,
  • Fachkräftesicherung,
  • ehrenamtliches Engagement und
  • regionale Wertschöpfung

in ländlichen Räumen voranzutreiben.

Gemeinsame politische Initiativen

So stellen die Partner in ihrem Kommuniqué u.a. folgende politische Forderungen auf:

  • Der Ausbau des Glasfasernetzes und der Aufbau der 5G-Mobilfunkversorgung soll in den ländlichen Räumen vorangetrieben werden.
  • Die Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" sollte rasch zu ersten belastbaren Ergebnissen gelangen. Hier erwartet das Bündnis insbesondere Festlegungen zur Weiterentwicklung von Fördermechanismen, zur Dezentralisierung von Verwaltungs- und Hochschuleinrichtungen und zur nachhaltigen Finanzierung von Infrastruktur in der Fläche.
  • Ländliche Räume brauchen bessere Förderinstrumente; so sollen die EU-Fördermechanismen entsprechend weiterentwickelt und insbesondere die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz soll verbreitert werden.
  • Die Finanzausstattung der Kommunen soll so gestaltet werden, dass diese die Standorte attraktiv halten können etwa durch gezielte Investitionen u.a. in Bildungseinrichtungen, Gesundheitsinfrastruktur.
  • Regionale Mobilitätsangebote sollen dem Bedarf der Menschen auf dem Land flexibel angepasst; für den Schienenverkehr soll ein umfassendes Förderprogramm aufgelegt werden.
  • Initiativen zur Rückwanderung und zum Zuzug sollen entwickelt und unterstützt werden.

Schwerpunkte

Zudem plant das Aktionsbündnis Verbundprojekte, die das BMEL mit den Bündnispartnern vorantreiben wird:

Positionspapier des Aktionsbündnisses, April 2020

Digitalisierung und Mobilität ausbauen, Grundversorgung und Fachkräfte sichern, Ehrenamt stärken

Diese Schwerpunkte stehen dabei im Fokus:

  • Regionale Wertschöpfung unterstützen:

    Es sollen hierbei u.a. in Pilotvorhaben neue Instrumente zur Standortentwicklung erprobt werden.

  • Fachkräfte für Wirtschaft in ländlichen Räumen gewinnen und halten:

    Gerade weil auf dem Land viele Weltmarktführer zuhause sind, soll das Projekt helfen, Regionen attraktiv für Fachkräfte zu gestalten.

  • Multifunktionale Nahversorgung sichern:

    Hier geht es um innovative Konzepte zur Nahversorgung in der Fläche, die interkommunal und regional abgestimmt sind.

  • Ehrenamtliche Strukturen stärken:

    Ziel ist es, in den Landkreisen hauptamtliche Begleitstrukturen für das Ehrenamt in ländlichen Räumen aufzubauen bzw. zu stärken.

Hintergrund:

rund 57 % der Bevölkerung lebt in ländlichen Regionen

Rund 47 Millionen Menschen in Deutschland – 57 Prozent der Bevölkerung – leben in den ländlichen Räumen, sie gestalten Heimat vor Ort, sind ehrenamtlich aktiv und bringen sich ein. Ein Großteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen ist hier angesiedelt – vom lokalen Handwerker bis zum Weltmarktführer. Vielfältige ländliche Räume sind prägend für Deutschland, deshalb ist das Aktionsbündnis so wichtig und zukunftsweisend. Jeder der vier Partner hat langjährige Erfahrungen und Strukturen, die die Bürger erreichen, dort, wo sie zu Hause sind. Diese Erfahrungen und Strukturen bringen alle Beteiligten in dem Aktionsbündnis "Leben auf dem Land" zusammen ein. Das im Auftrag des BMEL vom Johann Heinrich von Thünen-Insitut durchgeführte Monitoring Ländlicher Räume liefert im Online-Landatlas wissenschaftliche Datengrundlagen.

Förderung der ländlichen Räume durch das BMEL

Bereits jetzt ist das BMEL mit zahlreichen Programmen aktiv, um Innovationen und die Infrastruktur sowie lebendige Dorfstrukturen im ländlichen Raum zu fördern. Im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung wurden beispielsweise Förderprogramme für Digitalisierung und Kultur aufgesetzt. Auch die Gemeinschaftsaufgabe mit den Bundesländern zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sowie die ELER- und LEADER Programme der EU setzen wichtige Impulse für lebendige ländliche Räume. Darüber hinaus setzt sich Bundesministerin Julia Klöckner für die Interessen der Ländlichen Räume in der Kommission Gleichwertige Lebensverhältnisse der Bundesregierung ein.

Erschienen am im Format Artikel

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