Ländliche Räume im demografischen Wandel stärken

Mit vielfältigen Förderprogrammen, Initiativen und Modellvorhaben stärkt das BMEL Eigeninitiative und fördert innovative Ansätze.

Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahrzehnten Deutschland tiefgreifend verändern. "Mein Beitrag zur Demografiefestigkeit ist es, Lebensqualität und Chancen sowie Teilhabe- und Zugangsmöglichkeiten zu fördern und zudem die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen den vom demografischen Wandel sehr unterschiedlich betroffenen Regionen zu erhalten", betont Bundesminister Christian Schmidt. Im Rahmen ihrer Demografiestrategie will die Bundesregierung die Rahmenbedingungen in allen Lebensphasen und -bereichen - von der Familie über die Bildung, das Arbeitsleben und Ehrenamt bis hin zur Gesundheit - so gestalten, dass sie den Erfordernissen des demografischen Wandels Rechnung tragen.

Themenschwerpunkte des BMEL

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt innerhalb der Demografiestrategie der Bundesregierung insbesondere bei den Themenschwerpunkten "Regionen im demografischen Wandel stärken – Lebensqualität in Stadt und Land fördern" sowie "Jugend gestaltet Zukunft" besondere Akzente mit Blick auf die Stärkung ländlicher Regionen.

Seit 2013 ist bei den Fördergrundsätzen der integrierten ländlichen Entwicklung (u. a. Regionalmanagement und Dorferneuerung) die Berücksichtigung der demografischen Entwicklung als wichtiger Aspekt in die bisherigen Maßnahmen aufgenommen.

Die Bundesregierung will noch stärker als bislang die ländlichen Regionen in Deutschland unterstützen. Mit der Bundesinitiative Ländliche Entwicklung wird das gemeinsame Ziel verfolgt, unsere ländlichen Regionen noch attraktiver zu machen. Wichtiger Teil dieser Initiative ist das Bundesprogramm "Ländliche Entwicklung", welches Modell- und Demonstrationsvorhaben, Wettbewerbe, Forschungsaktivitäten und Kommunikationsmaßnahmen bündelt. 2017 stehen 55 Millionen Euro allein für das Bundesprogramm zur Verfügung. Das BMEL koordiniert die Aktivitäten und ist die Vernetzungsstelle für die Zukunftsperspektiven des ländlichen Raums. So sollen beispielsweise mit unterschiedlichen Modell- und Demonstrationsvorhaben innovative Lösungen für die ländliche Entwicklung erarbeitet werden.

Ein wichtiger Teil des Bundesprogramms ist das neue Modellvorhaben "Land(auf)Schwung". Damit werden strukturschwache ländliche Regionen dabei unterstützt, mit dem demografischen Wandel vor Ort aktiv umzugehen, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und die Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern. Das Modellvorhaben ist ein Baustein der Bundesinitiative Ländliche Entwicklung.

Verstärkte Forschungen zu den Folgen des demografischen Wandels in ländlichen Regionen

Am bundeseigenen Thünen-Institut für Ländliche Räume in Brauschweig sind in den letzten Jahren vielfältige Forschungen zum demografischen Wandel und seinen sozialen, wirtschaftlichen und siedlungsstrukturellen Folgen durchgeführt worden. Dabei werden Herausforderungen und Lösungsansätze zu Fragen der Daseinsvorsorge, wie Nahversorgung, Mobilität, Katastrophenschutz oder medizinische Versorgung, der Entwicklung von Dörfern und Kleinstädten, des ehrenamtlichen Engagements sowie regionaler Arbeitsmärkte untersucht und für die wissenschaftliche Politikberatung in diesem zunehmend wichtigen Politikbereich aufbereitet

Demografiestrategie der Bundesregierung

Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Gestaltungspartnern zur Umsetzung der Demografiestrategie hat in der vergangenen Legislaturperiode bereits zu wichtigen Ergebnissen und Handlungsempfehlungen geführt. Die Arbeitsgruppe "Regionen im demografischen Wandel stärken" hat ein Eckpunktepapier vorgestellt, das Kriterien zur Charakterisierung besonders betroffener Regionen erläutert. Dabei wurde deutlich, dass sich die regionalen Herausforderungen der beiden Handlungsfelder Daseinsvorsorge und regionale Wirtschaftskraft erheblich unterscheiden.

Der 2012 eingeleitete, ressort- und ebenenübergreifende Dialog- und Arbeitsgruppenprozess unter Einbeziehung von Gestaltungspartnern aus Ländern, Kommunen, Sozialpartnern, Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurde in der 18. Legislaturperiode fortgesetzt und vertieft. Dabei setzt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) insbesondere bei den Themenschwerpunkten "Regionen im demografischen Wandel stärken – Lebensqualität in Stadt und Land fördern" sowie "Jugend gestaltet Zukunft" besondere Akzente mit Blick auf die ländlichen Regionen.

In einem Strategiekongress im September 2015 wurden die bis dahin auf den verschiedenen Ebenen geführten Diskussionen und Gestaltungsansätze zusammengeführt. Die im Dialog- und Arbeitsgruppenprozess gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Bilanz der weiteren Arbeit wird auf dem Demografiegipfel im März 2017 gezogen werden.

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