Neue Lebenskraft für globale Erhaltungsstrategien für Kulturpflanzen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt ein neues Projekt im Bereich der biologischen Vielfalt. Ziel des Projektes ist es, "den globalen Erhaltungsstrategien für Kulturpflanzen neue Lebenskraft einzuhauchen und einen Leitfaden für das globale System der Ex-Situ-Erhaltung zu entwickeln“. Damit soll es maßgeblich zur Erhaltung und zur Förderung der biologischen Vielfalt und der Welternährung beitragen.

Das BMEL fördert das Projekt des Globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt in Partnerschaft mit dem Internationalen Saatgutvertrag für drei Jahre mit einer Fördersumme von 975.700,00 USD. Projektstart war am 15. Juli 2019.

Ex-Situ-Erhaltung

Die Ex-Situ-Erhaltung umfasst Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, die außerhalb des eigentlichen Lebensraums einer Art stattfinden. Dies kann zum Beispiel in botanischen und zoologischen Gärten, aber auch in Genbanken erfolgen. Deutschland verfügt über zahlreiche Genbanken z. B. für landwirtschaftliche und gärtnerische Kulturpflanzen, Reben, Obst, Zierpflanzen, Wildpflanzen und Tabak.

Das Gegenteil der Ex-Situ-Erhaltung ist die In-situ-Erhaltung von Arten, die an ihrem natürlichen Standort erfolgt, beispielsweise durch naturschutzfachliche Maßnahmen, wie das Ausweisen von Schutzgebieten.

Für 26 Nutzpflanzenarten und –artengruppen wurden bereits Erhaltungsstrategien als Leitdokumente für die Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Genbanken, für die Weiterentwicklung des globalen Systems der Ex-situ-Erhaltung und für das multilaterale System des Saatgutvertrags erarbeitet. Derzeit bedarf es jedoch sowohl einer Überarbeitung der bestehenden Strategien als auch einer Erweiterung der Strategien um weitere Nutzpflanzenarten bzw. –gruppen. Die aktualisierten Erhaltungsstrategien sollen vielmehr als technisches Instrument zur Förderung und Erhaltung von Kulturpflanzen dienen. Der Fokus des Projekts liegt daher auf:

  • der Aktualisierung der Strategien zur Erhaltung von mindestens vier Nutzpflanzenarten,
  • der Entwicklung neuer Strategien zur Erhaltung von mindestens sechs Nutzpflanzenarten und -gruppen durch Beratung mit Experten, sowie
  • der Entwicklung eines strategischen Ansatzes für ein dynamisches System zur Aktualisierung von Erhaltungsstrategien in der Zukunft.

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Stärkung der Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen auf regionaler und globaler Ebene in wissenschaftlichen und technischen Fragen.

Warum (Agro-) Biodiversität erhalten und fördern?

Die Vielfalt der Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen ist die Basis für unsere Ernährung und die Produkte der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Sowohl die natürliche, als auch die vom Menschen geschaffene und genutzte biologische Vielfalt, die so genannte Agrobiodiversität, gehen weltweit zurück. Daher ist die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt eine gemeinsame nationen-übergreifende Zukunftsaufgabe. Die Entwicklung globaler Strategien zur Erhaltung der genetischen Vielfalt von Nutzpflanzen sind dabei Schlüsselelement. Diese umfassen auch:

  • den Austausch zwischen nationalen und internationalen Genbanken,
  • die Weiterentwicklung des globalen Systems der Ex-situ-Erhaltung, sowie
  • die Implementierung des multilateralen Systems des Internationalen Saatgutvertrags.

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