Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017

Deutschland setzt mit der beschlossenen Energiewende auf erneuerbare Energien. Ein Instrument zur Umsetzung im Strombereich ist das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). Die bedarfsgerechte flexible Stromproduktion aus Biomasse bleibt auch im EEG 2017 erhalten.

Nach und nach sollen Atomenergie und fossile Energieträger durch Stromerzeugung aus Biomasse, Wind, Wasser und Sonne ersetzt werden. So soll der Energieanteil aus erneuerbaren Energien im Strombereich bis 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis 2030 laut Koalitionsvertrag auf 65 Prozent steigen. Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG), das im April 2000 in Kraft getreten ist, unterstützt dieses Ziel.

Wie erfolgreich dieses Instrument ist, zeigen die aktuellen Zahlen: 2018 betrug laut dem Bundeswirtschaftsministerium der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bereits 38 Prozent. Seit Inkrafttreten des EEGs gab es fünf umfassendere Reformen, um das Gesetz an die dynamischen Entwicklungen anzupassen. Bei der Neuregelung des EEG 2017 hat die Bundesregierung die Kostenfrage in den Mittelpunkt gestellt.

Das Erneuerbare Energien-Gesetz 2017

Das EEG 2017 soll zukünftig den Kostenanstieg für den Endverbraucher, die sogenannte EEG-Umlage, eindämmen und die Förderung der erneuerbaren Energien mit dem Netzausbau verzahnen. Um dies umzusetzen, hat die Bundesregierung neben festen Ausbaukorridoren bei der Festlegung der Vergütungshöhe für Strom aus erneuerbaren Energien auf wettbewerbliche Ausschreibungen umgestellt. Dabei gilt: Wer am wenigsten für den wirtschaftlichen Betrieb einer neuen Erneuerbare-Energien-Anlage fordert, bekommt den Zuschlag und wird gefördert.

Rolle der Biomasse in der EEG-Novelle

Radlader befüllt Biogasanlage mit Silomais Biomasse
Brennstoff Biomasse © © chris74 - Fotolia.com

Die Biomasse hat eine besondere Bedeutung für die Energiewende. Sie ist der einzige erneuerbare Energieträger, der unkompliziert speicherbar ist und bedarfsgerecht eingesetzt werden kann. In den zurückliegenden Ressortabstimmungen hatte sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) intensiv dafür eingesetzt, dass insbesondere der Bestandsschutz im EEG strikt gewahrt bleibt. Hierbei konnten Regelungen im Bioenergiebereich erzielt werden, um die bedarfsgerechte flexible Stromproduktion aus Biomasse weiter zu erhalten. Weiterhin konnte der jährliche Ausbaupfad auf 150 Megawatt bis 2019 und 200 MW für die Jahre 2020 bis 2022 für Bestands- und Neuanlagen festgelegt werden. Für Bestandsanlagen eröffnet sich demnach die Möglichkeit, eine Anschlussförderung zu erhalten, sofern deren Zahlungsanspruch noch maximal für 8 Jahre besteht.

Es gilt das Ziel, den Zubau im Bereich der Biomasse „überwiegend auf Abfall- und Reststoffe“ zu begrenzen. Die Regelungen zu der 2012 neu eingeführten 75 KW-Anlagenklasse, in der größtenteils Gülle eingesetzt wird, werden daher weiterhin Bestand haben. Ebenso begrüßt das BMEL, dass Anlagen bis 150 kW installierter Leistung von der Ausschreibungspflicht ausgenommen sind und die Einspeisevergütung entsprechend dem EEG 2014 fortgeschrieben wird.

Für den politischen Gesamtkompromiss zum EEG mussten jedoch andere aus Sicht des BMEL ebenfalls wünschenswerte Punkte in den Hintergrund treten, da es das erklärte Ziel dieser Novelle ist, einen kosteneffizienten und effektiv steuerbaren Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung zu fördern. Ohne den Paradigmenwechsel zum aktuellen Ausschreibungssystem wäre dies nicht möglich.

Mit dem neuen EEG unternimmt die Bundesregierung einen weiteren Schritt weg von der bisherigen Förderfokussierung in Richtung von mehr Marktnähe und Kosteneffizienz. Das EEG wird damit auf eine solidere und für die Gesellschaft akzeptable Grundlage gestellt, ohne dass das Ziel der Energiewende aus dem Blickfeld gerät.

Das reformierte EEG ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten.

Erschienen am im Format Artikel

Schlagworte

Das könnte Sie auch interessieren

Wis­sens­wer­tes rund um Bio­kraft­stof­fe (Thema:Bioenergie)

Biokraftstoffe gehören zu den erneuerbaren Alternativen im Mobilitätssektor. Ein Überblick verdeutlicht die Zahlen und Fakten zu Biokraftstoffen (Biodiesel, Pflanzenöl, Bioethanol und Biomethan) in Deutschland und die damit verbundenen politischen Ziele. Zudem werden Fragen zu dem Thema E10 beantwortet.

Mehr

Nach­hal­ti­ger An­bau von Bio­kraft­stof­fen und Biostrom (Thema:Bioenergie)

Die Nachhaltigkeits-Verordnungen für den Biomassestrom- und Biokraftstoffbereich sind ein wichtiger Bestandteil der Politik der Bundesregierung zur Umsetzung der Energie- und Klimaschutzziele.

Mehr

Pflan­zen für In­dus­trie und Ener­gie (Thema:Nachwachsende Rohstoffe)

Vielen Konsumenten ist nicht bewusst, in wie vielen Produkten Erdöl als Grundsubstanz enthalten ist, ob in Kosmetika und Medikamenten, Textilien oder Kunststoffen. Noch weniger bekannt ist, dass es für die meisten dieser Produkte bereits Alternativen auf Basis nachwachsender Rohstoffe gibt.

Mehr

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.