Nationale Bioökonomiestrategie

Die Bioökonomie gilt als eines der wichtigsten Zukunftsfelder für nachhaltiges Wirtschaften. Mit der Nationalen Bioökonomiestrategie fördert die Bundesregierung den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen und biobasierten Wirtschaft.

Bioökonomische Anwendungen -
was ist das?

Um zu veranschaulichen, was man unter bioökonomischen Anwendungen versteht, finden Sie nachfolgend einige Beispiele – die Vielfalt ist groß. Sie reicht von Reifen aus Löwenzahn, über biobasierte Werkstoffe für Karosserien, bis zum emissionsarmen Heizen mit Holz.

Neue holzbasierte innovative Produkte erobern den Markt

Ob als moderne und umweltschonende Textilfaser im Fair Fashion Sektor, als natürliche Alternative zu Mikroplastik in Cremes, Make-Up und Zahnpasta, als veganes Material für Sneaker und Rucksäcke bis hin zum rückbau- und recyclefähigen Baustoff im Hochhausbau – die neuen Anwendungsbereiche von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft sind heute so vielfältig wie innovativ.

Entwicklung von pflanzlichen Farben für den Textildruck

In dem im Fachprogramm Nachwachsende Rohstoffe vom BMEL geförderten Projekt "Organic Prints" kooperieren Wissenschaftlicher, Designer, Industrie und Handel, um pflanzliche Druckfarben für die moderne Textilproduktion zu entwickeln.

Beitrag der Bioökonomie gegen Plastikmüll im Meer

Die Uni Hannover arbeitet zusammen mit Partnerunternehmen an biobasierten Kunststoffen, die sich im Meer biologisch abbauen.

In der Bioökonomiestrategie hat die Bundesregierung die Leitlinien sowie Ziele ihrer Politik in diesem Bereich festgelegt. Zentrales Ziel ist, dass Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend unabhängiger von fossilen Rohstoffen wie Kohle, Erdöl und Erdgas werden.

Um das zu erreichen, werden das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit ihren Instrumenten und Einrichtungen Innovationen und praxisnahe Forschungsprojekte unterstützen.

Auch die Verbesserung von Rahmenbedingungen zur Stärkung der Bioökonomie ist Gegenstand der Nationalen Bioökonomiestrategie (NBÖS). Allein das BMBF und das BMEL stellen von 2020 bis 2024 für bioökonomie-relevante Projekte und Maßnahmen 3,6 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Strategie wurde von BMBF und BMEL gemeinsam erarbeitet und mit den anderen betroffenen Bundesministerien abgestimmt.

Die Strategie baut auf der "Nationalen Politikstrategie Bioökonomie" und der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" auf und bündelt die politischen Aktivitäten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie Bundesforschungsministerin Anja Karliczek haben die Strategie am 15. Januar 2020 in Berlin vorgestellt, nachdem das Kabinett diese verabschiedet hat.

Ziele der Bioökonomiestrategie der Bundesregierung

Die strategischen Ziele der Nationalen Bioökonomiestrategie (NBÖS) im Einzelnen sind:

  • Bioökonomische Lösungen für die Nachhaltigkeitsagenda entwickeln,
  • Potenziale der Bioökonomie innerhalb ökologischer Grenzen erkennen und erschließen,
  • Biologisches Wissen erweitern und anwenden,
  • Die Ressourcenbasis der Wirtschaft nachhaltig ausrichten,
  • Deutschland zum führenden Innovationsstandort der Bioökonomie ausbauen,
  • Die Gesellschaft einbinden, nationale und internationale Kooperationen intensivieren.

Die neue Bioökonomiestrategie ist Teil der Aktivitäten der Bundesregierung, mit denen sie ihre Klimaschutzziele und die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu erreichen will.

Förderung im BMEL

Einrichtungen, mit denen das BMEL Innovationen und praxisnahe Forschungsprojekte unterstützt, sind insbesondere

  • die Ressortforschung des BMEL (z. B. das Thünen-Institut oder das Julius-Kühn-Institut),
  • die Bundesprogramme zu Innovationsförderung und zum ökologischen Landbau (BÖLN) sowie
  • das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe

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