Auf dem Weg zu einer biobasierten Wirtschaft – Politikstrategie Bioökonomie

Mit der Politikstrategie Bioökonomie unterstützt die Bundesregierung den Wandel zu einer rohstoffeffizienten Wirtschaft, die nicht auf fossilen, sondern auf nachwachsenden Ressourcen basiert.

Ein zukunftsfähiges Wirtschaften wird zunehmend auf einen Rohstoffmix aus nachhaltig erzeugten und nachwachsenden Ressourcen setzen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung am 17. Juli 2013 die Politikstrategie Bioökonomie beschlossen, die das BMEL federführend erarbeitet und mit den anderen Ressorts abgestimmt hat. Das 21. Jahrhundert ist durch große Herausforderungen geprägt: eine ausreichende und gesunde Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung, der Klimawandel sowie der Verlust an Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Die "wissensbasierte Bioökonomie", die auch als "biobasierte Wirtschaft" bezeichnet wird, bietet die Chance, einen wichtigen Beitrag zur Lösung dieser Herausforderungen zu leisten. Gleichzeitig kann sie den Wandel von einer überwiegend auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft zu einer auf erneuerbaren Ressourcen beruhenden rohstoffeffizienten Wirtschaft vorantreiben.

Die Bioökonomie

Das Konzept der Bioökonomie ist an natürlichen Stoffkreisläufen orientiert und umfasst alle Wirtschaftsbereiche, die nachwachsende Ressourcen wie Pflanzen, Tiere sowie Mikroorganismen und deren Produkte, erzeugen, be- und verarbeiten, nutzen und damit handeln. Zum Einsatz kommen nicht nur Rohstoffe, die in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie in der Aquakultur oder der mikrobiellen Produktion erzeugt werden, sondern zunehmend auch Rest- und Abfallstoffe, die biologischen Ursprungs sind. Die Bioökonomie ist daher auch eine Ressourcen effiziente Kreislaufwirtschaft. Neben der stofflichen Nutzung ist auch die Verwendung von nachhaltig erzeugter Biomasse als erneuerbare Energiequelle von Bedeutung - bevorzugt am Ende der Nutzungskaskade.

Die Politikstrategie Bioökonomie

Die Politikstrategie Bioökonomie baut auf der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung auf. Sie ist eng verzahnt mit der 2010 beschlossenen "Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030 - Unser Weg zu einer biobasierten Wirtschaft", die die Grundlagen für Innovationen in der Bioökonomie durch Forschung und Entwicklung legt. Auch in anderen Strategien und Konzepten der Bundesregierung - wie dem "Energiekonzept für eine umweltschonende und bezahlbare Energieversorgung" (2010) oder der "Rohstoffstrategie" (2010) - sind weitere politische Ausrichtungen und Festlegungen mit direkter Auswirkung auf die biobasierte Wirtschaft beschrieben. Die Bioökonomie betrifft darüber hinaus verschiedene Fachbereiche wie die Industrie- und Energiepolitik, die Agrar-, Forst- und Fischereipolitik, die Klima- und Umweltpolitik sowie die Forschungs- und Entwicklungspolitik.

Die Leitgedanken, strategischen Ansätze und Maßnahmen der Strategie sollen dazu beitragen, die Potenziale der Bioökonomie in Deutschland im Rahmen eines nachhaltigen Wirtschaftens zu nutzen und helfen den Strukturwandel hin zu einer biobasierten Wirtschaft zu stärken.

Die Leitgedanken

Zur Umsetzung der Ziele entwickelt die Politikstrategie Bioökonomie unter anderem folgende Leitgedanken:

  • Die Ernährungssicherung hat auch im globalen Kontext Vorrang vor der Erzeugung von Rohstoffen für Industrie und Energie.
  • Nutzungspfade mit einem höheren Wertschöpfungspotenzial sind bei der weiteren Ausgestaltung der Rahmenbedingungen der Bioökonomie zu bevorzugen.
  • Wo möglich und sinnvoll soll die Kaskaden- und Koppelnutzung von Biomasse realisiert werden.
  • Die Sicherung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Bioökonomie in Deutschland und die Wachstumspotenziale auf den internationalen Märkten sind stets mit in den Blick zu nehmen.
  • Für die Wettbewerbsfähigkeit der Bioökonomie sind gut ausgebildete und informierte Fachkräfte unentbehrlich.
  • Die Chancen und Rahmenbedingungen für die Nutzung von Schlüsseltechnologien und ihr Transfer in die wirtschaftliche Nutzung sind zu verbessern.
  • Die Bioökonomie muss wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen an die Art, wie produziert wird, Rechnung tragen. Dies gilt beim Umwelt-, Klima-, Natur- und Tierschutz sowie bei der Einhaltung sozialer Standards.
  • Die Anwendung von Nachhaltigkeitsstandards in den Produzentenländern, insbesondere solchen mit schwacher Regierungsführung und schwachen Institutionen, ist auszuweiten und auf die Überprüfung ihrer Einhaltung hinzuwirken.
  • Ein enges Zusammenwirken politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, ökologischer und sozialer Akteure ist bei der Entwicklung der Bioökonomie notwendig.

Die Handlungsfelder

Aufbauend auf den Leitgedanken entwickelt die Politikstrategie Bioökonomie in drei Querschnitts- und fünf thematischen Handlungsfeldern strategische Ansätze und unterstützt diese mit konkreten Maßnahmen:

  • Handlungsfeld A: Kohärenter Politikrahmen für eine nachhaltige Bioökonomie
  • Handlungsfeld B: Information und gesellschaftlicher Dialog
  • Handlungsfeld C: Ausbildung und Lehre
  • Handlungsfeld D: Nachhaltige Erzeugung und Bereitstellung nachwachsender Ressourcen
  • Handlungsfeld E: Wachstumsmärkte, innovative Technologien und Produkte
  • Handlungsfeld F: Prozesse und Wertschöpfungsnetze
  • Handlungsfeld G: Konkurrenz der Flächennutzungen
  • Handlungsfeld H: Internationaler Kontext

Hinweis: Im Jahr 2020 wurde eine neue Bioökonomiestrategie veröffentlicht.

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