Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Direktzahlungen

Direktzahlungen sind ein Kernelement der EU-Agrarförderung. Mit diesem Instrument wird die Einkommens- und Risikoabsicherung landwirtschaftlicher Betriebe in Form einer von der Produktion unabhängigen Zahlung unterstützt. Die Auswirkungen der zum Teil erheblichen Schwankungen der Agrarpreise werden damit abgefedert.

Darüber hinaus entgelten die Direktzahlungen pauschal gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft, die nicht über den Markt entgolten werden. Sie dienen als finanzieller Ausgleich für hohe Standards, denn die Landwirte in Deutschland und der EU wirtschaften unter weit höheren Umweltschutz-, Tierschutz- und Verbraucherschutzstandards als Landwirte in manchen Nicht-EU-Staaten. Durch ihre Arbeit erhalten und pflegen sie wertvolle Kulturlandschaften und natürliche Ressourcen, erhöhen als Arbeitgeber die Attraktivität und Besiedelung ländlicher Räume und erzeugen nachwachsende Rohstoffe für andere Wirtschaftsbereiche.

Reform 2015: Direktzahlungen und Greening

Mit der Ende 2013 beschlossenen Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik wurde das Direktzahlungssystem grundlegend überarbeitet, um die Zahlungen noch stärker als zuvor auf die Entlohnung bestimmter gesellschaftlicher Leistungen zu orientieren.

Kernelemente dieses neuen Systems sind:

  • grundsätzlich von der landwirtschaftlichen Produktion entkoppelte, flächenbezogene Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebsinhaber, wobei den Mitgliedstaaten jedoch bestimmte Optionen bei der Ausgestaltung einzelner Elemente eingeräumt werden;
  • das so genannte Greening, das die Landwirte verpflichtet

    • Höchstanteile bei den angebauten Kulturen einzuhalten;
    • Dauergrünland zu erhalten und
    • mindestens 5 Prozent ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen bereit zu stellen und auf diesen dem Klima- und Umweltschutz besonders förderliche Landbewirtschaftungsmethoden anzuwenden. Aktuelle Informationen zu den beantragten ökologischen Vorrangflächen für das Jahr 2019 finden Sie hier.

Seit dem Jahr 2015 werden in Deutschland folgende Direktzahlungen gewährt:

  • eine Basisprämie
  • eine Zahlung für dem Klima-und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden (so genannte "Greening-Prämie"),
  • eine Umverteilungsprämie, von der insbesondere kleine und mittlere Betriebe profitieren,
  • eine Zahlung für Junglandwirte sowie
  • eine vereinfachte Zahlung für Kleinerzeuger.

Die genannten Zahlungen werden nur gewährt, wenn grundlegende Anforderungen an die Betriebsführung erfüllt sind (Cross-Compliance). Diese Grundanforderungen ergeben sich aus EU-Verordnungen und Richtlinien für die Bereiche des Natur-, Umwelt- und Tierschutzes sowie Standards für die Erhaltung von Flächen in "gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand".

Nähere Informationen finden sich unter www.bmel.de/cross-compliance.

Statistische Informationen zu den Direktzahlungen finden Sie hier.

Broschüre

Einen umfassenden Überblick über das neue System der Direktzahlungen gibt die kostenfreie Broschüre Umsetzung der EU-Agrarreform in Deutschland – Ausgabe 2015.

Gegenüber dem in dieser Broschüre dargestellten Sachstand haben sich zwischenzeitlich einige Änderungen ergeben oder sind in Vorbereitung. Informationen über diese Änderungen (Stand: 07.04.2016) finden Sie hier. Während es im Jahr 2017 keine umfänglicheren Änderungen bei den Direktzahlungen gab, haben sich für das Jahr 2018 wieder mehr Änderungen ergeben. Die wesentlichen Änderungen ab dem Antragsjahr 2018 (Stand: 29.03.2018) finden Sie hier.

Zwischenzeitlich hat auf europäischer Ebene die Diskussion über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik begonnen, die auch eine Weiterentwicklung des Systems der Direktzahlungen beinhaltet.

Nachfolgend werden die maßgeblichen Gesetze und Verordnungen mit Bezug zu den Direktzahlungen zur Verfügung gestellt:

Das EU-Recht im Einzelnen

Das nationale Recht im Einzelnen

Aktuelle Änderungen des nationalen Rechts

Bekanntmachungen des BMEL

Erschienen am im Format Basistext

Das könnte Sie auch interessieren

För­de­rungs­grund­sät­ze (Thema:GAK)

Der Planungsausschuss für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) hat in seiner Sitzung am 12. Dezember 2019 unter dem Vorsitz von Bundesministerin Klöckner die Förderungsgrundsätze für den GAK-Rahmenplan 2020 bis 2023 beschlossen.

Mehr

In­for­ma­tio­nen des BMEL zum Br­e­xit (Thema:Handel und Export)

Das Austrittsabkommen ist zum 1. Februar 2020 in Kraft getreten. Das Vereinigte Königreich ist nicht mehr Mitglied der Europäischen Union. Für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen ändert sich erst einmal nichts, da zunächst bis Ende 2020 eine Übergangsphase läuft, in der das EU-Recht im und gegenüber dem Vereinigten Königreich grundsätzlich weiterhin gilt, jedoch ohne britische Beteiligung in den EU-Institutionen.

Mehr

GAP-Stra­te­gie­plan für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land (Thema:Gemeinsame Agrarpolitik)

Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen für die neue GAP-Förderperiode ab 2021 erstmals Nationale Strategiepläne für die 1. und 2. Säule der GAP entwickeln. Das sieht der im Juni 2018 vorgelegte Entwurf der Europäischen Kommission für eine GAP-Strategieplan-Verordnung vor.

Mehr