BMEL-Klimamaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat für das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ein Paket von zehn Klimamaßnahmen entwickelt. Diese beziehen sich vorwiegend auf die beiden Sektoren Landwirtschaft sowie Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) und sollen sicherstellen, dass die Klimaziele 2030 in diesen Bereichen erreicht werden.

Zur Landwirtschaft hat die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm beschlossen, dass die Fördermöglichkeiten für klimafreundliche Maßnahmen ausgeweitet werden, auch im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Unsere Maßnahmen im Einzelnen:

1. Senkung der Stickstoffüberschüsse

Viel erreichen wir bereits durch die erfolgten rechtlichen Änderungen in der Düngegesetzgebung. Weitere Anpassungen sind in der Planung. Dadurch rechnen wir mit einer weiteren Senkung der Stickstoffüberschüsse – einschließlich der Minderung von Ammoniak- und Lachgasemissionen. Das Düngepaket soll zudem mit der Förderung gasdichter emissionsarmer Güllelager und emissionsmindernder Ausbringtechnik unterstützt werden. Hier sind auch die Länder in der Pflicht.

Minderungspotential: zwischen 1,9 bis 7,5 Mio. t CO2-Äquivalente jährlich

2. Energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern

Die zweite wichtige Maßnahme betrifft die energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft und landwirtschaftlicher Reststoffe in Biogasanlagen. Der stärkere Einsatz von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen und die gasdichte Lagerung von Gärresten sollen mit neuen Instrumenten flankierend zum Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) gefördert werden. Hier ist es besonders wichtig, dass wir sinnvolle Anschlussmöglichkeiten für die Anlagen finden, die derzeit im Rahmen des EEG gefördert werden.

Minderungspotenzial: zwischen 2,0 bis 2,4 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich

3. Ausbau des Ökolandbaus

Die Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Flächen ist auch eine Klimamaßnahme. Dies liegt in erster Linie an der Einsparung von Mineraldüngern, bei deren Herstellung Treibhausgase entstehen. Wir wollen Rechtsvorschriften zugunsten besonders umweltfreundlicher Verfahren wie dem ökologischen Landbau oder anderer besonders nachhaltiger Verfahren der Landbewirtschaftung weiterentwickeln und die rechtliche und finanzielle Förderung optimieren. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) haben wir bereits im vergangenen Jahr deutlich aufgestockt.

Minderungspotenzial: zwischen 0,4 bis 1,2 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich.

4. Emissionsminderungen in der Tierhaltung

In der Tierhaltung und Tierernährung wollen wir weiteres Einsparpotenzial realisieren. Neben Forschung und Züchtung wird es auf die künftige Entwicklung der Tierbestände ankommen. Fördermaßnahmen sollen mehr im Hinblick auf das Tierwohl ausgerichtet werden, unter Berücksichtigung der Umweltwirkungen und der Einsparungen von Emissionen.

Minderungspotenzial: zwischen 0,3 und 1,0 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich

5. Erhöhung der Energieeffizienz

Die in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingesetzte Technik kann hinsichtlich ihres Energiebedarfs weiter verbessert werden. Das Bundesprogramm für Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau wird dafür fortgeführt und weiterentwickelt und der Einsatz erneuerbarer Energien gefördert.

Minderungspotenzial: zwischen 0,9 bis 1,5 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich.

6. Humuserhalt und Humusaufbau im Ackerland

Wir müssen das Kohlenstoffspeicherpotenzial der Böden verstärkt aktivieren. Auf der Grundlage der Bodenzustandserhebung 2018 und einer zweiten Erhebung Mitte der 20er Jahre wird der Kohlenstoffvorrat in landwirtschaftlich genutzten Böden und seine Veränderungen erfasst. Maßnahmen zur Kohlenstoffanreicherung sollen u.a. in der Ackerbaustrategie berücksichtigt werden, die aktuell erarbeitet wird. Der Ausbau des ökologischen Landbaus trägt ebenfalls zur Kohlenstoffanreicherung bei. Auch der Anpflanzung z.B. von Hecken, Knicks und Alleen trägt zum Humusaufbau bei.

Minderungspotenzial: zwischen 1,0 bis 3,0 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich.

7. Erhalt von Dauergrünland

Auch in Grünland sind hohe Kohlenstoffvorräte gespeichert. Der Erhalt von Dauergrünland ist daher ebenfalls eine wichtige Klimaschutzmaßnahme, die auch schon im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gefördert wird. Wir wollen Regelungen zum Grünlanderhalt fortführen und eine Grünlandstrategie zur Sicherung und Stärkung einer dauerhaften Grünlandnutzung entwickeln.

Kein zusätzliches Minderungspotenzial

8. Schutz von Moorböden/Reduktion von Torfeinsatz in Kultursubstraten

Wichtig ist auch, die Treibhausgasemissionen in den Blick zu nehmen, die aus entwässerten Moorböden resultieren, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und mit den Ländern wird an einer Bund-Länder-Zielvereinbarung gearbeitet. Da mit der Vernässung von Moorböden erhebliche Nutzungseinschränkungen und somit Eingriffe in Eigentumsrechte verbunden sind, geht dies nur auf freiwilliger Basis. Entsprechend sind finanzielle Anreize in erheblichem Umfang vorgesehen. Diese Maßnahme schließt auch die Reduzierung der Torfverwendung in Kultursubstraten mit ein; auch dazu entwickelt BMEL aktuell eine Strategie.

Minderungspotenzial: zwischen 3,0 bis 8,5 Mio. t CO2-Äquivalenten jährlich.

9. Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder und Holzverwendung

Im Erhalt und der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder und der Holzverwendung liegt ein enormes Klimaschutzpotenzial. Dieses unterliegt allerdings periodischen Schwankungen. Enorm wichtig ist, dass wir die Wälder und deren nachhaltige Bewirtschaftung langfristig erhalten und sichern. Dazu sind geeignete Maßnahmen der Anpassung an den Klimawandel notwendig. Gerade die Extremwetter des vergangenen Jahres haben gezeigt, dass der Wald Hilfe braucht, um seine Klimaschutzfunktion auch weiter so exzellent erfüllen zu können. Gleichzeitig werden wir die nachhaltige und ressourceneffiziente Holzverwendung fördern. Bei der Realisierung der Nutzungspotenziale von Holz, z.B. im Gebäudebereich, setzt das BMEL dabei auch auf die Unterstützung aus den anderen Ministerien.

Potenzial: Laut Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik haben Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und die damit verbundene Holznutzung im Jahr 2014 rund 127 Millionen Tonnen Kohlendioxid gebunden bzw. durch Substitutionseffekte reduziert.

10. Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Wenn wir Lebensmittelabfälle vermeiden, hat dies mittelbar auch Auswirkungen auf die mit der Produktion von Lebensmitteln verbundenen Treibhausgase. Dazu muss die beschlossene Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung konsequent umgesetzt werden. Ein Indikator über die Lebensmittelabfälle und –verluste in Deutschland wird in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen. Damit werden die Ergebnisse der Anstrengungen transparent und dokumentierbar. Für eine kontinuierliche Berichterstattung werden die entsprechenden finanziellen und personellen Ressourcen bereitgestellt.

Minderungspotenzial: zwischen 3,0 und 6,0 Mio. t CO2-Aquivalenten jährlich.

Erschienen am im Format Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Schul­wett­be­werb: Echt kuh-le Bei­trä­ge aus­ge­zeich­net (Thema:Bio)

Im Schuljahr 2019/2020 hat sich bei unserem Schulwettbewerb „Echt kuh-l!“ alles um die Themen Klimawandel und Klimaschutz gedreht. Nun stehen die Gewinnerinnen und Gewinner fest.

Mehr

För­de­rungs­grund­sät­ze (Thema:GAK)

Der Planungsausschuss für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK) hat in seiner Sitzung am 12. Dezember 2019 unter dem Vorsitz von Bundesministerin Klöckner die Förderungsgrundsätze für den GAK-Rahmenplan 2020 bis 2023 beschlossen.

Mehr

Mas­si­ve Schä­den - Ein­satz für die Wäl­der (Thema:Wald)

Stürme, die extreme Dürre, überdurchschnittlich viele Waldbrände und Borkenkäferbefall – das hat den Wäldern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren immens zugesetzt. Setzt sich die trockene Wetterlage fort, stehen die Wälder auch 2020 vor enormen Herausforderungen.

Mehr

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.