Nahrung sichern und Klima retten – Zentrale Rolle der Landwirtschaft

Mit dem 2015 geschlossenen Pariser Übereinkommen hat sich die Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf "weit unter" zwei Grad Celsius zu beschränken. Es sollen Anstrengungen unternommen werden, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen.

Ernährungssicherung und Klimaschutz

Das Übereinkommen von Paris hebt dabei die Sonderrolle der Landwirtschaft im Klimaschutz hervor: Es gibt keine Branche, die bereits heute den Klimawandel so zu spüren bekommt wie die Landwirtschaft. Zugleich ist und bleibt es die Kernaufgabe der Landwirtschaft, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen. Die Landwirtschaft hat daher ein elementares Interesse an der Klimapolitik. Berechenbare klimatische Bedingungen sind Voraussetzung für die Ernährungssicherung. Klimaschutz kann nur gemeinsam mit der Landwirtschaft gehen, niemals gegen sie.

Wie alle anderen Bereiche auch trägt die Landwirtschaft Verantwortung für den Klimaschutz. Die Herausforderung besteht darin, die Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion weiter zu steigern und gleichzeitig den Erhalt der natürlichen Ressourcen zu sichern. Klimaschutzanforderungen müssen daher so gestellt werden, dass Landwirtschaft weiterhin wirtschaftlich betrieben werden kann.

Auf der Grundlage des Pariser Übereinkommens wurde daher auf der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn im November 2017 ein Arbeitsprogramm beschlossen, in dessen Rahmen bis 2020 konkrete Lösungsansätze in unterschiedlichen Themenfeldern diskutiert werden, die die Bedeutung der Landwirtschaft beim Klimaschutz und bei der Welternährung gleichermaßen würdigen.

Folgende Themenfelder werden behandelt:

  • Methoden und Ansätze für Klimaanpassung, Klimaschutz und Resilienz,
  • Verbesserung von Boden-Kohlenstoff, Bodengesundheit und Fruchtbarkeit bei Grün- und Ackerland sowie integrierte Systeme einschließlich Wasser-Management,
  • Verbesserte Nährstoffverwendung und Güllemanagement hin zu nachhaltigen und resilienten landwirtschaftlichen Systemen,
  • Verbesserte Tierhaltungssysteme,
  • Sozioökonomische und die Lebensmittelsicherheit berührende Dimensionen des Klimawandels im landwirtschaftlichen Sektor,
  • Möglichkeiten zur Umsetzung der bisherigen Ergebnisse der Arbeiten zum Bereich Landwirtschaft.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beteiligt sich aktiv an den Diskussionen und dem Erfahrungsaustausch mit dem Ziel, der Verantwortung der Landwirtschaft beim Kampf gegen den Klimawandel gerecht zu werden und gleichzeitig die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Landwirtschaft die Sicherung der Ernährung der Weltbevölkerung sicherstellen kann.

Die vom BMEL angestoßene und mitfinanzierte Wissensplattform "Landwirtschaft und Klima", die von der Welternährungsorganisation FAO betrieben wird, ist ein Beitrag hierzu. Sie soll helfen sachlich fundierte Vorschläge und Entscheidungen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung der Landwirtschaft zu ermöglichen. Dem BMEL ist es wichtig, dass dabei auch hinreichend an die Bäuerinnen und Bauern gedacht wird, denn sie leiden unter den Folgen des Klimawandels ebenso wie nur sie letztendlich die Möglichkeit haben, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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