Ökolandbau stärken: Zukunftsstrategie ökologischer Landbau

"20 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030" – das ist das Ziel der Bundesregierung entsprechend der Nachhaltigkeitsstrategie. Denn: Der ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende, umweltverträgliche und nachhaltige Wirtschaftsform.

Die "Zukunftsstrategie ökologischer Landbau" (ZöL) zielt darauf ab, der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft neue Wachstumsimpulse zu geben. Sie enthält fünf Handlungsfelder und 24 Maßnahmenkonzepte.

Die Nachfrage nach Bioprodukten in Deutschland ist steigend. Der deutsche Biomarkt wuchs 2018 um 5,5% Prozent auf 10,91 Milliarden Euro. Sie kann aber nur teilweise durch deutsche Ökoprodukte befriedigt werden. So kamen 2017/18 schätzungsweise 20 Prozent des Biogetreides, 36 Prozent der Biotrinkmilch und 28 Prozent des Bioschweinefleisches aus dem Ausland. Hier ergeben sich Marktpotentiale insbesondere für kleinere und mittlere landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland.

"Die Zukunftsstrategie definiert dafür die politischen Rahmenbedingungen. Sie eröffnet Handlungsoptionen für die heimische Landwirtschaft, die deren Teilhabe am Wachstumspotenzial des Biomarktes erheblich verbessern können. Und zwar sowohl deutschlandweit, als auch europaweit und weltweit", so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Der 18-monatige partizipative Prozess

Was kann von politischer Seite auf nationaler Ebene getan werden, um 20 Prozent ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland zu erreichen? Darum ging es in dem 18-monatigen partizipativen Strategieprozess, an dem rund 200 Vertreter der Ökobranche, der Bundesländer und der Wissenschaft beteiligt waren.

Zentrale Inhalte der Zukunftsstrategie

Im Mittelpunkt der Zukunftsstrategie stehen fünf Handlungsfelder. Sie sind nationale Schlüsselbereiche für ein stärkeres Wachstum des Ökolandbaus. Zugleich adressieren sie wichtige Herausforderungen der Ökobranche:

  • den Rechtsrahmen zukunftsfähig und kohärent gestalten,
  • die Zugänge zur ökologischen Landwirtschaft erleichtern,
  • das Nachfragepotenzial voll ausnutzen und weiter ausbauen,
  • die Leistungsfähigkeit ökologischer Agrarsysteme verbessern sowie
  • die Umweltleistungen angemessen honorieren.

Überblick über Handlungsfelderder ZöL Handlungsfelder der ZöL
© BMEL

24 zugeordnete Maßnahmenkonzepte können der Öko-Branche zusätzliche Wachstumsimpulse entlang der gesamten Wertschöpfungskette geben. Dazu gehören:

  • Europäische Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau weiterzuentwickeln,
  • Landwirtschaftliche Betriebe, die sich für eine Umstellung auf ökologischen Landbau entscheiden, intensiv fachlich zu begleiten und zu beraten,
  • Kantinen zu unterstützen, ihren Gästen zukünftig mehr Bioprodukte anzubieten,
  • Rechtliche und finanzielle Förderinstrumente, Forschungsförderung, Technologie- und Wissenstransfer sowie konzeptionelle Aufgaben des Bundes.

Umsetzung und Finanzierung

Zentrale Finanzierungsinstrumente, um die Zukunftsstrategie umzusetzen, sind das "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft" (BÖLN) sowie die Eiweißpflanzenstrategie (EPS). Für das BÖLN stehen im aktuellen Haushaltsjahr 30 Mio. € und für die EPS 6 Mio. € zur Verfügung.

Die Roadmap zur ZöL beschreibt Zeitspannen und Verantwortlichkeiten für die Umsetzung. Einige Maßnahmen sind bereits im Gange. Andere bereiten das BMEL, seine nachgeordneten Behörden sowie Ressorteinrichtungen derzeit vor.

Zahlen zum Ökolandbau

Steigende Nachfrage nach Bio

  • Der deutsche Bio-Markt wuchs 2018 um 5,5 % auf 10,91 Mrd. € und ist weiterhin der zweitgrößte Bio-Markt der Welt.
  • Im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wuchsen Bio-Umsätze um 8,6 % auf 6,43 Mrd. Euro. Der LEH erreicht Anteil am Bio-Markt von 59 %.
  • Der Lebensmittelumsatz im Naturkosthandel verzeichnete einen leichten Anstieg und liegt nun bei 2,93 Mrd. €, mit einem Marktanteil von etwa 27%.
  • In sonstigen Geschäften (Bäckereien, Hofläden, Wochenmärkte etc.) wurden Bio-Produkte im Wert von 1,5 Mrd. € gekauft.
  • Der Bio-Anteil der privaten Nachfrage nach Lebensmitteln liegt 2018 bei rund 5,3 %.
  • Staatliche Bio-Siegel ist ein Erfolg: 5.399 Nutzer haben die Kennzeichnung von rund 80.292 Produkten angemeldet (Stand 30.09.2019).

Anbau und Herstellung von Bio

  • Insgesamt wirtschaften 31.713 Biobetriebe auf rund 1,52 Mio. ha Fläche ökologisch. Das sind 12 % der landw. Unternehmen und 9,1 % der gesamten landw. Nutzfläche.
  • 760.000 Hektar werden im Ökolandbau als Grünland genutzt, die ökologische Ackerfläche umfasst 560.000 Hektar. Restliche Fläche sind Obst- und Gemüsekulturen sowie Streuobstflächen.
  • Seit zehn Jahren wächst die ökologisch bewirtschaftete Fläche kontinuierlich, zuletzt um 10,8 % im Jahr 2018.
  • 30.000 - 40.000 Landwirte müssten bei gleichbleibender Betriebsstruktur zusätzlich auf ökologische Bewirtschaftung umstellen, um das 20 %- Ökoflächen-Ziel zu erreichen. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche müsste sich mehr als verdoppeln.

Förderung von Bund und Ländern

  • Seit 1989 wird der ökologische Landbau in Deutschland bundesweit mit öffentlichen Mitteln gefordert.
  • 30 Mio. € stehen in diesem Jahr im Rahmen des "Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)" zur Verfügung

 

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