Boden - Basis der Landwirtschaft

Böden sind die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie speichern Kohlenstoff, Nährstoffe und Wasser, und sind die Basis für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen. Böden bilden einen wichtigen Baustein für den Hochwasserschutz, bieten Flächen für Besiedlung, Verkehr und Freizeit und sind eine Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.

Die fruchtbaren Böden Deutschlands haben sich seit dem Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren entwickelt und sind das Ergebnis langer physikalischer, chemischer und biologischer Vorgänge. Im Schnitt dauert es 100 Jahre, bis ein Zentimeter Boden entstanden ist. Demgegenüber vermögen starke Niederschläge oder heftiger Wind in kürzester Zeit große Mengen an Boden abzutragen und umzulagern. Schon Bodenverluste von einer Tonne pro Hektar und Jahr können in Mitteleuropa innerhalb von 50 bis 100 Jahren nicht ausgeglichen werden. Dabei entspricht der Verlust von einer Tonne Boden pro Jahr und Hektar gerade einmal 0,06 Millimeter Boden bezogen auf einen Hektar.

Böden sind aber nicht nur durch Wind- und Wassererosion bedroht: Auch Bodenverdichtungen oder Versauerung beeinträchtigen die Bodenfunktionen und reduzieren die Fruchtbarkeit und Produktivität der Böden. Bei der Inanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen gehen viele Funktionsleistungen des Bodens in besonderem Maße verloren.

Für die Fruchtbarkeit der Böden erbringen die Bodenorganismen (Tieren, Bakterien, Pilze, Archaeen, Algen und Protozoen) einen großen Beitrag: etwa mit der Zersetzung organischer Substanz und dem Aufbau stabiler organischer Verbindungen, der Bindung von Luftstickstoff, der Speicherung von Nährstoffen und der Verbesserung der Bodenstruktur.

Da Böden sensibel und eingetretene Schäden nur bedingt und mit hohem Aufwand behebbar sind, kommt der Vorsorge beim Bodenschutz eine große Bedeutung zu. Es gilt, die hohe Fruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Böden in Deutschland zu erhalten bzw. sofern erforderlich, zu verbessern. Wie empfindlich die Reaktion auf bestimmte Beeinträchtigungen ausfällt, ist von Boden zu Boden, von Region zu Region und von Nutzung zu Nutzung sehr unterschiedlich. So vielfältig sich die Böden in Deutschland darstellen, so differenziert müssen daher auch die Konzepte für ihre Nutzung sein.

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