Das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit

Im Rahmen dieses internationalen Jahres wird die Pflanzengesundheit u. a. als die Disziplin definiert, in der Maßnahmen zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und –schädlingen festgelegt und umgesetzt werden, um deren Ausbreitung in neue Gebiete zu verhindern.

Pflanzengesundheit, was bedeutet das eigentlich?

Damit unsere Pflanzen gesund bleiben, treffen wir Vorkehrungen. Sie sollen verhindern, dass neue Pflanzenschädlinge und -krankheiten aus anderen Ländern eingeschleppt werden.

Mehr dazu im Video des Julius Kühn-Instituts.

Insbesondere den Risiken des globalen Handels und des Klimawandels gilt es zu begegnen. Maßnahmen zur Vermeidung der Ein- und Verschleppung von gefährlichen Schadorganismen sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig.

Warum ein Jahr der Pflanzengesundheit?

Der FAO zufolge machen Pflanzen 80 Prozent der Nahrung aus und produzieren 98 Prozent des Sauerstoffs, den wir atmen. Gleichzeitig sind sie einer ständigen und zunehmenden Bedrohung durch Schädlinge und Krankheiten ausgesetzt. Dies führt zu hohen Verlusten in der Pflanzenproduktion, verursacht Hunger bei Millionen von Menschen und schädigt die Landwirtschaft und damit auch insbesondere die Haupteinnahmequelle für arme ländliche Regionen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Aus diesen Gründen sind Strategien und Maßnahmen zur Förderung der Pflanzengesundheit von grundlegender Bedeutung, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sich die Vereinten Nationen gesetzt haben, zu erreichen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der deutlich zunehmenden Risiken einer Ein- und Verschleppung von Quarantäneschadorganismen aufgrund der zunehmenden internationalen Arbeitsteilung in der Pflanzenproduktion, der Globalisierung des Handels, des wachsenden weltweiten Tourismus und des Klimawandels.

Logo des Internationalen Jahres der Pflanzengesundheit 2020
Video der FAO zum Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit

Der Schutz vor Ein- und Verschleppung solcher Schadorgansimen ist deshalb auch ein wichtiger Beitrag für die nachhaltige Pflanzenproduktion, eine vielfältige Kulturlandschaft, den Schutz der Pflanzen in ihren Lebensräumen und damit auch den Schutz der Umwelt und der Verbraucher in Deutschland.

"Vorsorge besser als Heilung"

Wie bei der Gesundheit von Mensch oder Tier ist auch für die Gesundheit der Pflanzen "Vorsorge besser als Heilung. Die Verhinderung der Ein- und Verschleppung von Schadorgansimen ist weitaus kostengünstiger, als wenn sich ein gefährlicher Schädling etabliert hat und erheblichen Schaden verursacht. Haben sich Pflanzenschädlinge und -krankheiten erst einmal angesiedelt, sind sie entweder überhaupt nicht mehr oder nur noch mit sehr zeit- und kostenintensiven Maßnahmen auszurotten oder einzugrenzen. Gelingt dies nicht, bedeutet das in den allermeisten Fällen, dass entweder deutlich mehr Pflanzenschutzmaßnahmen zu ergreifen sind oder mit enormen Ertragseinbußen bzw. Schäden in der Kulturlandschaft zu rechnen ist.

Ziel des IYPH ist es, dass die notwendigen Ressourcen für die vorsorgenden Maßnahmen der Pflanzengesundheit bereitgestellt werden und insgesamt das Engagement für die Pflanzengesundheit verstärkt wird. Schwerpunkt sind Prävention und Schutz und auch die Rolle, die jede einzelne Person für die Gewährleistung und Förderung der Pflanzengesundheit spielen kann.

Zentrale Eckpfeiler sind:

  • Sensibilisierung für die Bedeutung gesunder Pflanzen für die Verwirklichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung;
  • Hervorhebung der Auswirkungen der Pflanzengesundheit auf die Ernährungssicherheit und die Funktionen des Ökosystems;
  • Weiterentwicklung bewährter Verfahren zur Vermeidung der Ein- und Verschleppung gefährlicher Schadorganismen bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt.

Gesunde Pflanzen erleichtern auch den Handel und sichern den Marktzugang insbesondere auch für Entwicklungsländer. Hierzu ist es wichtig, die Einhaltung harmonisierter internationaler Pflanzengesundheitsstandards zu stärken.

Gemäß den Zielen des IYPH sollten nationale und internationale Pflanzengesundheitsorganisationen gestärkt und mit angemessenen personellen und finanziellen Ressourcen der Schutz der Pflanzengesundheit sichergestellt werden. Gleichzeitig sollte die Forschung und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Pflanzengesundheit intensiviert sowie innovative Praktiken und Technologien entwickelt werden.

Zahlreiche Aktionen im Rahmen des IYPH

Aufgrund der weltweiten Bedeutung der Pflanzengesundheit und der internationalen Verflechtungen im Pflanzenhandel sind sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene strategische Partnerschaften und Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, insbesondere Regierungen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsbeteiligten und Handeltreibenden von entscheidender Bedeutung, um die Ziele des Internationalen Jahres der Pflanzengesundheit zu erreichen.

National wird das IYPH durch zahlreiche Aktionen umgesetzt. Im Zentrum stehen dabei auch die Sensibilisierung und Information der Verbraucher und der Wirtschaftsbeteiligten sowie die Stärkung der Forschung. Zum Auftakt wird eine Ausstellung zur Pflanzengesundheit im Rahmen der Grünen Woche präsentiert. Weitere Aktivitäten werden folgen. Schon jetzt können Schülerinnen und Schüler sich im Rahmen des Schulwettbewerbs "Echt kuh-l" Gedanken machen, wie der Klimawandel die Ansiedlung und Ausbreitung neuer Schadorganismen beeinflussen kann.

Erschienen am im Format Artikel

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