Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln hat das Ziel, die Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können, weiter zu reduzieren.

Der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln baut auf der gegebenen Rechtssituation im Pflanzenschutz auf. Mit einer Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, die dem Anwender klare Vorschriften über die Handhabung und Anwendung der Mittel vorgibt, Bestimmungen zur Qualität und Sicherheit von Pflanzenschutzgeräten und zur Sachkunde der Anwender von Pflanzenschutzmitteln, den zusätzlichen Bestimmungen im Pflanzenschutzgesetz und in den Grundsätzen für die Durchführung der guten fachlichen Praxis im Pflanzenschutz sowie in anderen Rechtsbereichen besteht ein sehr umfassender Rechtsrahmen.

Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen die Förderung von Innovationen im Pflanzenschutz und die Weiterentwicklung der Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes. Dazu sollen geeignete Maßnahmen, die von Bund und Ländern durchgeführt und getragen werden, beitragen. Bund und Länder stellen vor dem Hintergrund ihrer Zuständigkeiten Ressourcen zur Verfügung. Beispiele für Maßnahmen sind:

  • Förderung der Entwicklung sowie Weiterentwicklung von Verfahren zur Risikominderung im Pflanzenschutz (Forschung zum integrierten Pflanzenschutz und zum Pflanzenschutz im ökologischen Landbau)
  • Einführung neuer Technologien in die landwirtschaftliche Praxis
  • Einhaltung des notwendigen Maßes bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln
  • Kulturpflanzen- oder sektorspezifische Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes
  • Entwicklung praxisgerechter Anwendungsbestimmungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln
  • Bevorzugte Anwendung oder Einschränkung der Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel
  • Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland (u. a. kommunaler Bereich, Bahntrassen)
  • Pflanzenschutz in Haus- und Kleingärten (zum Beispiel verbesserte Bereitstellung von Informationen zum Pflanzenschutz, insbesondere zu nichtchemischen Pflanzenschutzmaßnahmen; Erhebung zum Pflanzenschutz in Haus- und Kleingärten)
  • Verbesserung von Fachwissen und Informationen (Sicherung der Sachkunde für Anwender, Berater und Vertreiber; Stärkung der amtlichen Pflanzenschutzberatung)
  • Verbesserung des Schutzes von Anwendern und unbeteiligten Dritten
  • Einhaltung der Vorschriften zum Pflanzenschutz (Pflanzenschutz-Kontrollprogramm; Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Pflanzenschutzmitteln)
  • Maßnahmen im Bereich der Lebensmittelsicherheit (Reduktion von Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen; Mehrfachrückstände)
  • Maßnahmen im Bereich des Gewässerschutzes (Erweiterung der Wissensbasis und Verbesserung des Schutzes von Gewässern; Vermeidung von Pflanzenschutzmitteleinträgen in Oberflächengewässer)
  • Erhaltung der biologischen Vielfalt

Die Zielerreichung des Nationalen Aktionsplans wird mit Hilfe eines Satzes von Indikatoren und Datengrundlagen überprüft. Dabei sind Indikatoren gewählt worden, die einen Bezug zu den Zielen des Nationalen Aktionsplans haben und die es ermöglichen, den Zielerreichungsgrad und damit den Erfolg der Maßnahmen des Aktionsplans zu überprüfen.

Das Julius Kühn-Institut hat in Zusammenarbeit mit den Ländern einen Bericht zum Nationalen Aktionsplan aus dem Jahr 2008 über die Jahre 2008 bis 2011 erstellt und veröffentlicht. (Diesen finden Sie unter diesem Artikel verlinkt bei Open Agrar.)

Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz"

Eine wichtige Maßnahme zur Reduzierung der Risiken durch Pflanzenschutzmittel ist die Praxiseinführung neuer integrierter Pflanzenschutzverfahren. Dazu gehört das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz" des BMEL. Das Modellvorhaben läuft seit 2011 und fördert zurzeit 66 Betriebe mit Praxisphasen von bis zu 5 Erntejahren im Acker-, Apfel-, Wein-, Feldgemüse- und Hopfenbau in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie Thüringen. Das Modellvorhaben wird vom Julius Kühn-Institut (JKI) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut.

Erschienen am im Format Basistext

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