Arbeitsgruppe "Carry over unerwünschter Stoffe in Futtermitteln" beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Stellungnahme zu polychlorierten Dibenzodioxinen und -furanen (PCDD/F) in Futtermitteln am Beispiel der Milch von August 2000.

Für die maximale tägliche Belastung der Allgemeinbevölkerung mit polychlorierten Dibenzodioxinen und -furanen (PCDD/F) gilt in der Bundesrepublik Deutschland ein Grenzwert der gesundheitlichen Vorsorge von 1 pg iTE/kg Körpergewicht (TDI-Wert) oder etwa 70 pg iTE/Tag für den erwachsenen Menschen

Bei einer Exposition zu 95 Prozent über die Lebensmittel sind dies 66,5 pg iTE/Tag und durch Fette tierischer Herkunft - einschließlich Fisch - (80 g/Tag) 59,9 pg iTE/Tag.

Für das Lebensmittel Milch(fett) lässt sich demnach bei einem täglichen Verzehr von 40 g die TDI-konforme höchste PCDD/F-Belastung auf 0,75 pg iTE/g Fett extrapolieren.

Für die Fütterung der Milchkühe bedeutet dies unter Einbeziehung einer carry-over Rate von 20 Prozent für das futtermittel-originäre PCDD/F-Gemisch bei einer Kuh mit einer täglichen Milchleistung von 25 kg mit 4 Prozent Fett, d.h. 1 kg Milchfett/Tag, dass ein PCDD/F-Gehalt der Gesamtration von 3,75 ng iTE/Tag eingehalten werden muss. Bezogen auf das Alleinfuttermittel sind dies 0,2 ng iTE/kg TM.

Da die tatsächliche PCDD/F-Belastung des Milchfettes - mit abnehmender Tendenz - in Deutschland bei etwa 0,5 pg iTE/g Fett liegt, muss die Hintergrundbelastung in den Futtermitteln (Gesamtration) deutlich unter dem o.a. Wert liegen.

Nach Auffassung der "Carry over"-Arbeitsgruppe lässt sich das bereits erreichte niedrige Belastungsniveau mit den derzeit verfügbaren Analysemethoden (Bestimmbarkeitsgrenze 0,5 ng/kg) rechtlich nicht absichern. Aus diesem Grunde hält sie eine allgemeine Regulierung des Futtermittelbereichs durch Höchstgehalte für PCDD/F nicht für erforderlich und praktikabel. Statt dessen sollten die Minimierungsbemühungen in Zusammenarbeit mit der Lebensmittelüberwachung konsequent fortgesetzt werden. Ziel muss es dabei sein, regionale und substratspezifische Abweichungen von der Hintergrundbelastung aufzudecken und zu eliminieren.

Oldenburg, 12. April 2000

gez. Dr. Hecht
(Vorsitzender der Arbeitsgruppe)

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