Orientierungswerte für die Beurteilung der Gehalte an Deoxynivalenol und Zearalenon in Futtermitteln im Rahmen des § 3 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs

Stand: September 2019

Die Mykotoxine Deoxynivalenol und Zearalenon, denen von der Häufigkeit des Auftretens und von den Konzentrationen nach Meinung der Fachleute die größte Bedeutung zukommt, sind geeignet die Gesundheit von Tieren zu beeinträchtigen.

Zur Erleichterung der Ursachenforschung beim Verdacht auf durch Mykotoxine hervorgerufene fütterungsbedingten Störungen und im Interesse eines einheitlichen Vorgehens der Überwachungsbehörden im Einzelfall nach § 17 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs kann - unbeschadet der grundsätzlichen Zuständigkeit der Landesbehörden für die Überwachung der Einhaltung der futtermittelrechtlichen Vorschriften - davon ausgegangen werden, dass bei Einhaltung der in der nachstehenden Tabelle wiedergegebenen Orientierungswerte für Deoxynivalenol und Zearalenon die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere in Bezug auf diese beiden Mykotoxine gewährleistet ist.


Nach bisherigem Kenntnisstand ist die Rückstandsbildung in Milch, Fleisch und Eiern unter praktischen Fütterungsbedingungen bei Deoxynivalenol und Zearalenon sehr gering. Die nachstehenden Orientierungswerte sind daher ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Sicherung der Gesundheit und Leistung von Schwein, Rind und Huhn abgeleitet.

Orientierungswerte für Konzentrationen von Deoxynivalenol und Zearalenon im Futter von Schwein, Rind und Huhn (mg/kg Futter; bei 88 % Trockensubstanz), bei deren Unterschreitung die Gesundheit und Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt wird
Tierart beziehungsweise TierkategorieDeoxynivalenolZearalenon
* nach derzeitigem Wissensstand keine Orientierungswerte erforderlich
Schwein
prä-pubertäre weibliche Zuchtschweine1,00,05
Mastschweine und Zuchtsauen1,00,25
Rind
prä-ruminierend2,00,25
weibliches Aufzuchtrind/Milchkuh5,00,5
Mastrind5,0- *
Huhn
(Legehühner, Masthühner)5,0- *


Die Orientierungswerte wurden vom seinerzeitigen Institut für Tierernährung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) und dem seinerzeitigen Institut für Mikrobiologie und Toxikologie der Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF) unter Berücksichtigung von Anregungen der Carry-Over-Arbeitsgruppe des BML und der Gesellschaft für Mykotoxinforschung erarbeitet.

Erschienen am im Format Artikel

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