Schwarzwildfänge

Ein Methodenüberblick für Jagdpraktiker und Jagdrechtsinhaber, Jagd- und Veterinärbehörden. Die Schwarzwildbestände in Deutschland liegen derzeit auf Rekordhöhe und wachsen – trotz hoher Jahresjagdstrecken – seit Jahren weiter an. 

Cover der Broschüre Schwarzwildfänge Ein Methodenüberblick für Jagdpraktiker und Jagdrechtsinhaber, Jagd- und Veterinärbehörden

Schwarzwildfänge können bei der Regulierung überhöhter Schwarzwildbestände helfen. Dies kann insbesondere zur Prävention und Bekämpfung von tierseuchen notwendig sein. Hierzu hat das Thünen-Institut einen aktuellen Methodenüberblick zusammengestellt

Die Ursachen sind vielschichtig, liegen vor allem in der Struktur unserer Kulturlandschaft, geringeren Winterverlusten durch klimatische Veränderungen und dem deutlich gestiegenen Nahrungsangebot. Diese Entwicklung wird begleitet von regional zunehmenden Wildschäden, Verkehrsunfällen, dem Vordringen von Schwarzwild in Siedlungsbereiche, dem möglicherweise negativen Einfluss auf die biologische Vielfalt (z. B. auf Insektenlarven, Bodenbrütergelege und Kleintiere) bis hin zu Fragen der Tierseuchenprävention (Schwarzwild z. B. als Überträger und Seuchenreservoir für die kommerzielle Schweinehaltung).

Haltung des BMEL

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hält daher eine deutliche Verringerung der Schwarzwildbestände in Deutschland, insbesondere auch vor dem Hintergrund der drohenden Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) für dringend geboten. Im Seuchenfall kann es zudem notwendig werden, betroffene Schwarzwildbestände zu eliminieren bzw. gefährdete Populationen lokal drastisch zu reduzieren, um Übertragungsketten zu unterbrechen und einer weiteren Ausbreitung der Tierseuche entgegen zu wirken.

Die aktuelle Schwarzwildstrecke in Deutschland erreicht mit 836.885 erlegten Tieren (Jagdjahr 2017/18) erneut einen Höchstwert. Dies ist Ergebnis und Ausdruck intensiver Bejagung und verdient Anerkennung. Gleichwohl lässt sich der Bejagungsdruck auf Schwarzwild mit herkömmlichen Jagdmethoden nicht beliebig erhöhen. Daher wurde über ergänzende jagdliche Möglichkeiten nachgedacht, mit deren Hilfe die Schwarzwildbestände weiter reduziert werden können. Dies könnte insbesondere bei einem Seuchenfall notwendig werden.

Eine störungsarme Jagdart, die sich gut mit anderen jagdlichen Aktivitäten kombinieren lässt, ist der Lebendfang von Wildschweinen in sachgerecht betriebenen und tierschutzgerechten Schwarzwildfängen.

Workshop-Ergebnisse als Publikation

Im Februar/März 2018 fand auf Anregung des BMEL ein vom Thünen-Institut durchgeführter Expertenworkshop statt. Aus den wesentlichen Erkenntnissen und Ergebnissen aus dieser Veranstaltung entstand die nachfolgende Thünen-Publikation.

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