Schweine

Domestiziert vor mindestens 9.000 Jahren, ist das Schwein eines der ältesten Nutztiere des Menschen. Heute ist es der wichtigste Fleischlieferant Deutschlands und eine tragende Säule der heimischen Landwirtschaft. Die Schweinehaltung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewandelt: Zunehmend prägen diesen Produktionszweig hoch spezialisierte Betriebe mit großen Tierbeständen.

Wie werden Schweine gehalten?

In Deutschland zielt die moderne Schweinehaltung auf eine hygienische, effiziente und kostengünstige Produktion ab. Die meisten Betriebe konzentrieren sich auf einzelne Produktionsschritte, etwa die Ferkelerzeugung oder die Mast.

Es gibt allerdings auch zunehmend Betriebe, die alle Phasen der Erzeugung selbst durchführen. Computergesteuerte Fütterungs- und Lüftungsanlagen gehören ebenso zum Standard wie spezielle Ställe für jedes Stadium der Haltung.

Eckdaten zur Schweinehaltung in Deutschland

Bestand: ca. 28 Millionen,

Betriebe mit Schweinehaltung:
ca. 40.000

Jährlich geschlachtete Tiere:
59 Millionen

Jährliche Produktion:
ca. 5,6 Millionen Tonnen Fleisch
davon aus ökologischer Erzeugung:
unter 0,4 Prozent

(Stand: Agrarstrukturerhebung (ASE) 2016)

Welche ökonomische Bedeutung hat die Schweinehaltung?

Deutschland ist Europas größter Schweinefleischerzeuger und global nach China und den USA auf Platz drei. Die deutsche Landwirtschaft erzielte mit Schweinen im Durchschnitt der Jahre 2014-2016 einen Produktionswert von knapp sieben Milliarden Euro. Die Struktur der Schweineproduktion hat sich in den vergangenen 50 Jahren gewandelt. Alleine von 2007 bis 2016 hat sich die Zahl der Schweinehalter um rund 50 Prozent verringert - bei leicht steigendem Tierbestand.

Wie viel Platz haben Schweine im Schweinestall?

Die Haltung von Schweinen unterliegt zahlreichen Vorschriften des Gesetzgebers. Diese beschreiben detailliert, wie ein Schweinestall ausgestaltet sein muss. Das betrifft insbesondere die Bodenbeschaffenheit und den Platzbedarf pro Tier. Einem 50 bis 110 Kilogramm schweren Mastschwein müssen demnach mindestens 0,75 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dem Mastschwein aus ökologischer Haltung stehen mindestens 1,3 Quadratmeter und zusätzlich ein Quadratmeter Auslauf im Freien zu.

Wie verläuft das Leben von Schweinen?

Zeugung und Trächtigkeit

Zuchtsauen werden mindestens zweimal im Jahr besamt, fast immer künstlich. Das geschieht im Deckzentrum. Für die Besamung sowie maximal vier Wochen danach werden die Sauen in sogenannten Kastenständen (A) gehalten, um den Zuchterfolg zu erhöhen. Danach leben die Zuchtsauen in Gruppen (D). Die Trächtigkeit dauert etwa 115 Tage.

Die Grafik zeigt verschiedene Ställe für die Haltung von Schweinen in den verschiedenen Stadien Ställe für die Haltung von Schweinen
Diese Grafik zeigt die verschiedenen Ställe für die jeweiligen Stadien von der Geburt über die Aufzucht bis zur Mast. Bei einem Klick auf die Grafik öffnet sich die Original-Ansicht © Broschüre Landwirtschaft verstehen / BMEL

Geburt und Kinderstube

Etwa eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin wird die Muttersau in die Abferkelbucht gebracht (B). Ein Wurf umfasst im Schnitt zwölf Ferkel. Ferkelschutzkörbe sollen verhindern, dass die Muttersau ihre Nachkommen versehentlich erdrückt. Drei bis vier Wochen säugt die Sau ihre Ferkel, danach kehrt sie zurück ins Deckzentrum.

Aufzucht (bis zur zwölften Lebenswoche)

Ab einem Alter von drei bis vier Wochen wachsen die Ferkel in Gruppen in einem speziellen Ferkelstall heran, dem sogenannten Flatdeck (C). Zum Ende der Aufzucht kommen die Schweine in den Maststall.

Mast (bis zur Schlachtreife)

Mastschweine werden meist in Gruppen von zwölf bis 45 Tieren in abgeteilten Buchten (D) gehalten. Gefüttert werden die Tiere zumeist mit Getreide und eiweißreichem Futter wie etwa Sojaschrot. Im Alter von etwa sechs Monaten ist das Schlachtgewicht (ca. 120 kg Lebendgewicht) erreicht.

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