Nutztierhaltungsstrategie: Zukunftsfähige Tierhaltung in Deutschland

Die Nutztierhaltung in Deutschland hat Zukunft. Das macht die aktuelle Nutztierhaltungsstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums deutlich. Sie zeichnet den Weg vor für eine zukunftsfähige und nachhaltige Nutztierhaltung, die den Bauern die notwendige Planungssicherheit gibt und die Haltungsbedingungen auf breiter Front verbessert.

Die Tierhaltung ist in den vergangenen Jahren unter Beteiligung von Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und Beratung kontinuierlich weiterentwickelt worden. Verbesserungen sind erreicht worden in der Haltung und Stalltechnik, bei der Entwicklung aussagefähiger Tiergesundheitsparameter, der Verringerung des Antibiotikaeinsatzes sowie bei der Futter- und Flächeneffizienz. Dennoch steht die Nutztierhaltung weiterhin vor großen Herausforderungen. Im Fokus stehen dabei zum Beispiel der Platzbedarf, die Art der Haltung, die Fütterung der Tiere, nicht kurative Eingriffe, der Einsatz von Antibiotika und Emissionen aus der Tierhaltung. Gleichzeitig wird der internationale Wettbewerb schärfer und die Tierhalterinnen und Tierhalter benötigen Sicherheit und Planbarkeit.

Aufgabe der Politik ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, um gesellschaftlich akzeptierte Produktionsverfahren mit ökonomischer Tragfähigkeit zu vereinbaren. Die Nutztierhaltungsstrategie zeigt den Weg für eine zukunftsfähige Tierhaltung, die Tier- und Umweltschutz genauso beachtet, wie Qualität bei der Produktion und Marktorientierung. Nutztierhaltern soll langfristig Orientierung gegeben werden. Durch ein Bundesprogramm Nachhaltige Nutztierhaltung sollen Innovationen entwickelt und in die landwirtschaftliche Praxis getragen werden. So sollen in den kommenden Jahren „Ställe der Zukunft“ entstehen. Flankiert wird das durch das Agrarinvestitionsförderprogramm, das einzelbetriebliche Investitionen in Stallneu- und -umbauten fördert. Damit sollen Tierhalter im Qualitätswettbewerb gestärkt werden.

Entwickelt wurde die Strategie in der eigens dafür eingerichteten Stabsstelle im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Unterstützt wurde der Prozess von einem hochkarätigen externen Beraterkreis aus Wissenschaft, Politik und Sachverständigen. Die Vorschläge des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik und des Kompetenzkreises Tierwohl sind als wichtige Bausteine in die Strategie eingeflossen. Zu den Details in den einzelnen Handlungsfeldern der Nutztierhaltungsstrategie beginnt jetzt der Dialog mit den Tierhaltern, der gesamten Branche sowie den Ländern und Verbänden.

Erschienen am im Format Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr Tier­wohl durch Än­de­run­gen im Bau­ge­setz­buch (Thema:Nutztiere)

Der Wunsch nach mehr Tierwohl macht oft Um- oder Neubauten von Ställen in landwirtschaftlichen Betrieben erforderlich. Viele Landwirte wollen handeln, doch nicht selten scheitern sie an bürokratischen Hürden etwa im Bauplanungsrecht. So bedarf es für Änderungen bestimmter, nach früherem Recht errichteter Tierhaltungsanlagen im Außenbereich inzwischen eines Bebauungsplans.

Mehr

Der Wolf: Zwi­schen Schutz und Her­aus­for­de­rung (Thema:Landwirtschaft)

Der Wolf hat nach Deutschland zurückgefunden. Im Frühjahr 2000 wurden in Sachsen das erste Mal wieder freilebende Wolfswelpen geboren. Mittlerweile leben in Deutschland circa 105 Rudel und 30 Wolfspaare (Bundesamt für Naturschutz 02. Dezember 2019).

Mehr

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.