Antibiotika-Resistenz von MRSA-Bakterien und ESBL-bildenden Bakterien

Das BMEL nimmt das Auftreten Antibiotika-resistenter Keime wie etwa MRSA und ESBL-bildenden Bakterien in der Tierhaltung sehr ernst. Ein Maßnahmenpaket soll die Resistenzentwicklung eindämmen.

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)

Diese Bakterien treten in der Humanmedizin vor allem in Krankenhäusern auf. Sie können Wundinfektionen, Atemwegsinfektionen und Blutvergiftungen verursachen, die dann aufgrund einer breiten Antibiotika-Resistenz nur schwer behandelbar sind.

Im Jahr 2008 wurde erstmalig aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten und aus dem EUREGIO-Projekt "MRSA.Net" über ein vermehrtes Vorkommen von vornehmlich an landwirtschaftliche Nutztiere adaptierte MRSA bei Schweinen berichtet. Zwischenzeitlich sind diese so genannten "livestock associated" (den Tierbestand begleitenden) MRSA bei vielen Nutztierarten nachgewiesen worden und auch bei Hobbytieren anzutreffen. Der Kontakt zu Nutz- und Hobbytieren, die mit diesem Bakterium besiedelt sind, kann zu einer Übertragung auf den Menschen und dann zu einer Besiedelung des Menschen führen. Insbesondere Personen mit regelmäßigem und häufigen Tierkontakt in der Landwirtschaft können betroffen sein.

ESBL-bildende Keime

Der Sammelbegriff ESBL (Extended-Spectrum Beta-Lactamases) fasst eine Gruppe von Enzymen zusammen. Bakterien, die diese Enzyme produzieren, werden dadurch unempfindlich (resistent) gegenüber wichtigen Antibiotika wie Aminopenicillinen (z.B. Ampicillin), Cephalosporinen (auch der dritten und vierten Generation) und Monobactamen.

Diese Resistenz lässt sich bei verschiedenen Bakteriengattungen nachweisen, insbesondere bei Darmbakterien, zu denen unter anderem Salmonellen, Klebsiellen und Escherichia coli gehören. Grundsätzlich muss von einer weiten Verbreitung ESBL-produzierender Bakterien bei Mensch und Tier und in der Umwelt ausgegangen werden. Die aktuelle Lage wird von einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbund intensiv erforscht (Forschungsverbund RESET).

Maßnahmen des BMEL gegen die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen

Das aktuelle Maßnahmenpaket des BMEL soll helfen, die Resistenzentwicklung einzudämmen. Bereits 2008 wurde die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie DART zur Vorbereitung jetzt ergriffener Maßnahmen und zur weiteren Überprüfung der Lage ins Leben gerufen. In der DART umfasst sowohl die Humanmedizin in der Zuständigkeit des Bundesgesundheitsministeriums, als auch die Tiermedizin. Sie beschreibt den Bedarf, die Entwicklung und weitere Schlussfolgerungen und Maßnahmen gegen die Antibiotikaresistenz. Hauptprogrammpunkte der DART für den Bereich Lebensmittelkette, Tierhaltung und tierärztliche Tätigkeit sind:

  • Erfassung der Antibiotikamengen in der Veterinärmedizin,
  • permanente Überwachung der Entwicklung der Antibiotika-Resistenzsituation,
  • verbesserte Information von Tierärzten, Landwirten und Verbrauchern sowie
  • Minimierung des Antibiotika-Einsatzes bei Verbesserung der Prophylaxe und Hygiene zur Verhinderung von Infektionskrankheiten.

Bei der Ausbreitung von resistenten Keimen wie z. B. ESBL-bildenden Bakterien und MRSA spielt - neben mangelhafter Hygiene im Krankenhaus, im Haushalt und auch im Tierstall - der Einsatz von Antibiotika in der Human- und Tiermedizin eine wichtige Rolle.

Verbraucherempfehlungen zum Schutz vor antibiotikaresistenten Bakterien

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten zum Schutz gegen MRSA und ESBL-bildende Keime dieselben Hygieneregeln beachten, die auch für andere vom Tier oder vom Lebensmittel auf den Menschen übertragbare Krankheitserreger gelten. Dazu gehören:

  • Nach dem Kontakt mit Tieren auf jeden Fall die Hände mit Seife waschen. Dies gilt auch nach dem Kontakt mit Haustieren.
  • Lebensmittel, insbesondere Fleisch und Eier, vor dem Verzehr gut durchgaren.
  • Rohkost, wie zum Beispiel Salate, Sprossen, Gemüse und Obst vor dem Verzehr gründlich mit Trinkwasser waschen oder Obst und Gemüse schälen.
  • Unbedingt den direkten oder indirekten Kontakt von rohem Fleisch und rohen Eiern mit verzehrsfertigen Speisen, die später nicht mehr erhitzt werden, vermeiden. Bei der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln die einschlägigen Hygieneregeln strikt einhalten, um die Keimbelastung so gering wie möglich zu halten.

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