Afrikanische Schweinepest (ASP): BMEL bittet um Wachsamkeit und Vorbeugung

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt seit 2014 in verschiedenen Ländern der EU auf. Diese für Schweine und Wildschweine sehr bedeutsame Tierseuche verbreitet sich - ausgehend von östlich an die EU angrenzenden Ländern - zusehends in Europa.

So hat sich die ASP in Europa verbreitet

Das Hauptverbreitungsgebiet der ASP sind afrikanische Länder südlich der Sahara. Vermutlich wurde die ASP aus Afrika nach Georgien eingeschleppt. Im Juni 2007 wurden die ersten ASP-Ausbrüche aus Georgien gemeldet. Als Ursache wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den ASP-Erreger enthielten. In der nachfolgenden Zeit breitete sich die ASP in Georgien und von dort aus immer weiter westwärts aus.

Ein Eintrag des ASP-Virus nach Sardinien im Jahre 1978 hat bis heute dort zu immer wiederkehrenden Ausbrüchen bei Haus- und Wildschweinen geführt. Das Seuchengeschehen konnte aber bisher lokal begrenzt werden.

Keine Gefahr für Menschen

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar.

Lebensmittel als Infektionsquelle

Das Virus wird direkt über Tierkontakte oder indirekt, zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Tieren, übertragen. Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Solche Essensreste sollten daher vermieden oder für Wildschweine nicht zugänglich entsorgt werden.

Für Haus- und auch für Wildschweine besteht seit Jahrzehnten ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen. Da das Virus außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, kann es auch durch Gegenstände wie Werkzeuge, Schuhwerk oder Kleidung sowie Transportfahrzeuge weiter verbreitet werden. Deshalb sollten Reisende - auch Jagdreisende - und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und Hygienemaßregeln beachten.

Afrikanische Schweinepest: Infografiken zur ASP für Reisende, Landwirte und Jäger - in verschiedenen Sprachen

Jüngste Entwicklungen der ASP-Situation

Verbreitung der ASP: Animierte Karten

Karte von Europa mit Orten, wo die Afrikanische Schweinegrippe ausgebrochen ist ASP-Verbreitung in Europa

Orte in Europa mit ASP-Ausbreitung

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stellt Karten zur Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest online bereit, darunter auch ein Video, das die Ausbreitung der ASP und die Restriktionsgebiete in Europa seit 2007 im Zeitablauf zeigt.

Ein seit der erstmaligen Feststellung der ASP bei Wildschweinen im Juni 2017 in Tschechien aufgetretenes ASP-Geschehen konnte durch die Ergreifung intensiver Maßnahmen eingedämmt werden, so dass Tschechien im Oktober 2018 in Bezug auf Vorgaben der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) das ASP-Ausbruchsgeschehen für erloschen erklärt hat. Seit Februar 2019 gilt Tschechien auch gemäß der EU-Regularien wieder als frei von ASP.
In der belgischen Provinz Luxemburg - im Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Belgien, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt - wurde am 13. September 2018 ASP bei tot aufgefundenen Wildschweinen festgestellt. Restriktionszonen wurden eingerichtet und unter anderem Wildzäune zur Abgrenzung des Geschehens - welches allein die Wildschweinpopulation betrifft - errichtet. Den belgischen Behörden ist es bisher gelungen, dass Seuchengeschehen innerhalb des begrenzten Bereichs der Restriktionszonen zu halten und ein Übergreifen auf Hausschweinebestände zu verhindern.

Seit dem 14.11.2019 wurden Fälle von ASP bei Wildschweinen auch im Westen Polens (Verwaltungsbezirke Lebuski, Dolnośląskie und Wielkopolskie) nachgewiesen. Die ersten Nachweise erfolgten etwa 80 Kilometer von der deutschen-polnischen Grenze entfernt. Nach weiteren Fällen sind die der deutsch-polnischen Grenze am Nächsten gelegenen Fundorte verendeter Wildschweine rund 10 Kilometer entfernt (Stand: 08.06.2020).

Das BMEL steht nicht nur mit den Bundesländern, sondern auch seit langem und kontinuierlich mit den zuständigen polnischen Behörden in Kontakt. Am 13. Dezember 2019 fand ein deutsch-polnisches Treffen auf Ebene der Amtsveterinäre statt. Vereinbart wurde u.a., dass auf beiden Seiten der Grenze Risikozonen von mindestens 8 bis 15 Kilometern eingerichtet werden, in denen die Jagd so ausgeübt werden sollte, dass dadurch keine Intensivierung der Wildschweinbewegungen herbeigeführt wird. Am 20. Januar 2020 hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin mit ihrem polnischen Amtskollegen Krysztof Ardanowski über weitere Präventionsmaßnahmen gesprochen, wie z.B. die Beratung über die Einrichtung eines eingezäunten Korridors ("weiße Zone") entlang der Grenze.

Seit fünf Jahren gibt es ein Seuchengeschehen bei Haus- und Wildschweinen im Osten Polens, das über 300 km von den aktuellen Wildschweinfällen im Westen Polens entfernt ist.

Seit August 2018 wird über ein massives Auftreten der ASP in China und weiteren asiatischen Staaten berichtet.

In Deutschland ist ASP bisher noch nicht aufgetreten.

Es besteht jedoch stets die Gefahr, dass die Seuche wegen des hohen Infektionsdrucks in weitere Länder der EU verschleppt wird. Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Kritisch wäre eine Einschleppung in die Wildschweinpopulation, da dort die Möglichkeiten einer Seuchenbekämpfung begrenzt sind.

ASP: Vorsorge steht an erster Stelle

Das BMEL steht in engem Kontakt mit den Bundesländern und den einschlägigen Verbänden; bestehende Aufklärungs- und Überwachungsmaßnahmen wurden intensiviert und werden regelmäßig der Situation angepasst. Das BMEL hat darüber hinaus erneut eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Jäger und Landwirte, insbesondere Schweinehalter, osteuropäischer Arbeitnehmer sowie von Reisenden - auch durch eine intensivierte Pressearbeit - veranlasst. Außerdem engagiert sich das BMEL für einen regen Austausch in Bezug auf ASP mit den zuständigen Behörden Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs einerseits und Polen andererseits.

Eine funktionierende Früherkennung von möglichen Einschleppungen nach Deutschland stellt hohe Anforderungen an Schweinehalter, Tierärzte und Jäger dar, um der Tierseuche im Fall des Falles möglichst wenig Zeit für die Weiterverbreitung zu geben.

Erschienen am im Format Basistext

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