Animaltestinfo: Datenbank zu Tierversuchsvorhaben

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schaltet gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung, Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel eine neue Datenbank zur Veröffentlichung von Informationen zu Tierversuchen frei.

Die Datenbank "Animaltestinfo" wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betrieben und ist über das Internet zugänglich. Sie enthält anonymisierte Informationen zu behördlich genehmigten Tierversuchsvorhaben. Die Datenbank entstand auf Grundlage der Tierschutz-Versuchstierverordnung, die die EU-Richtlinie 2010/63/EU umsetzt, und die dem BfR neue Aufgaben überträgt.

So werden Informationen über genehmigte Tierversuchsvorhaben veröffentlicht, wie zum Beispiel den zu erwartenden Nutzen und die zu erwartenden Belastungen der Tiere. "Mit Animaltestinfo steht eine Datenbank zur Verfügung, die es allen Interessierten ermöglicht, sich über die genehmigten Tierversuchsvorhaben zu informieren", sagte Hensel bei der Präsentation. "Die neue Datenbank wird uns wertvolle Informationen über zukünftige Forschungsschwerpunkte für das Gebiet der Alternativmethoden liefern können, denn grundsätzlich bleibt es unser Ziel, Tierversuche soweit wie möglich zu ersetzen".

ZEBET wird zum nationalen Kompetenzzentrum

Deutschland leistet innerhalb der Europäischen Union einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden und die Entwicklung von Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind. "Hervorzuheben ist die Arbeit der beim BfR angesiedelten "Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" (ZEBET), die wir im Rahmen unserer Tierwohl-Initiative zu einem Nationalen Kompetenzzentrum ausbauen werden", sagte Schmidt. Entsprechende Mittel für eine Stärkung der personellen und finanziellen Ausstattung der ZEBET sind im Haushaltsjahr 2015 eingeplant.

Weitere Förderinitiativen

Zum Engagement der Bundesregierung zur Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden gehören neben der Arbeit der ZEBET und deren Forschungsförderung sowie dem Tierschutzforschungspreis unter anderem die finanzielle Unterstützung der "Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen", der Förderschwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" des Bundesforschungsministeriums BMBF (innerhalb der letzten 30 Jahre sind über 400 Forschungsprojekte mit rund 140 Millionen Euro finanziert worden) sowie weitere Förderinitiativen des BMBF. So wurden zum Beispiel im Rahmen der Förderung von "Bildgebenden Verfahren als spezielle Beiträge zur Reduktion von Tierversuchen und zur Verminderung der Belastungen von Versuchstieren" rund 10,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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