Haltung von Greifvögeln und Eulen

Gutachten über die tierschutzgerechte Haltung von Greifvögeln und Eulen (10. Januar 1995).

Allgemeiner Teil

Die Mindestanforderungen gelten für Vögel der Ordnung Greifvögel (Falconiformes), mit den Familien Neuweltgeier (Cathartidae), Fischadler (Pandionidae), Greife (Accipitridae), Sekretäre (Sagittariidae) und Falken (Falconidae) sowie der Ordnung Eulen (Strigiformes) einschließlich der Schleiereulen. Die am häufigsten gehaltenen Arten sind in den Tabellen 1 und 2 genannt.

Greifvögel und Eulen sind einzeln bzw. paarweise, bei einigen Arten in Gruppen lebende Vögel, die auf allen Kontinenten verbreitet sind. Sie besiedeln alle Lebensräume und Klimazonen, ausgenommen die Hochsee und die Poleiskappen.

Greifvögel und Eulen ernähren sich von unterschiedlichen Beutetieren. Viele Arten haben ein breites Nahrungsspektrum, das Säuger, Vögel und Kerbtiere umfasst, die sie zum Teil selbst schlagen, aber auch tot aufgefunden nehmen. Manche Arten sind Spezialisten, die eine besondere Nahrung benötigen, wie etwa der Fischadler oder der Schneckenweih, oder die ein spezifisches Nahrungsverhalten zeigen, zum Beispiel aasfressende Geier. Darüber hinaus gibt es einige Arten, die zusätzlich auch pflanzliche Kost nehmen wie Palmgeier, Schwarzer Milan und Wespenbussarde.

Eulen und Falken bauen in der Regel kein Nest; andere Greifvögel dagegen gewaltige Horste. Als Brutstätten werden arttypisch unterschiedlich Bäume, Felsen, Boden und Höhlen genutzt, ersatzweise auch Bauwerke.

Zur Zeit kennt man 144 Eulen- und 291 Greifvogelarten. Fast alle Arten lassen sich zähmen. Greifvögel werden seit vielen Jahrhunderten zu Beizvögeln ausgebildet.

Die Haltung von Greifvögeln und Eulen erfordert Sachkunde. Verletzt oder pflegebedürftig aufgefundene Greifvögel oder Eulen sind bei einer behördlich genehmigten oder anerkannten Auffang- oder Pflegestation abzugeben, da die Haltung und Pflege dieser Tiere besondere Voraussetzungen erfordert.

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