Aktuelle Herausforderungen in der Schweinehaltung

Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2016 gibt es in Deutschland 40.000 Betriebe, die Schweine halten. Das Gros davon sind Familienbetriebe. Rund 35 Prozent von ihnen haben weniger als 50 Tiere. Derzeit sehen sich die Schweinehalter mit mehreren Herausforderungen konfrontiert.

Im Fokus stehen insbesondere drei Themen: Die Kastenstandhaltung von Sauen, das Kupieren von Schwänzen sowie das Kastrieren von Ferkeln. Lesen Sie hier, worum es geht:

Stichwort: Ferkelkastration

 Ferkel stehen im Stall Ferkel im Stall
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Lesen Sie hier in einem gesonderten Artikel, worum es geht:

Kastenstandhaltung von Sauen

Eine Sau wird in der Praxis üblicherweise in den Tagen vor der Besamung, während der Besamung sowie maximal vier Wochen danach im Deckzentrum in einem Kastenstand gehalten.

Laut der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) muss jedes Schwein in diesem Kastenstand ungehindert aufstehen, sich hinlegen sowie den Kopf und in Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken können. Die Anforderung bereitet den Betrieben bei der Umsetzung Probleme, nicht zuletzt weil für viele Betriebe beispielsweise Stallumbauten und die damit einhergehenden Investitionen eine hohe wirtschaftliche Belastung darstellen würden.

Derzeit wird vor diesem Hintergrund eine Neuregelung der Kastenstandhaltung von Sauen diskutiert; diese sieht vor allem vor, Sauen in Zukunft deutlich kürzer im Kastenstand zu halten.

Kupieren der Schwänze

In der konventionellen Schweinehaltung beißen sich die Tiere häufig gegenseitig in die Schwänze. Die Gründe, warum es zum Schwanzbeißen kommt, sind unterschiedlich und vielschichtig. So kann unter anderem die Belegdichte, das Stallklima, die Fütterung oder das Beschäftigungsmaterial eine Rolle spielen. Durch das Schwänzekupieren, das bisher EU-weit – abgesehen von Finnland und Schweden – praktiziert wird, kann das Risiko des Schwanzbeißens reduziert werden.

Laut dem europäischen und deutschen Tierschutzrecht ist aber dieses routinemäßige Kupieren der Schwänze verboten und nur in Ausnahmefällen erlaubt.

In verschiedenen Audits der Europäischen Kommission in den stark Schweine haltenden Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, monierte die Kommission, dass die Praxis des Schwänzekupierens nicht dem europäischen Recht entspricht. Daher wurde 2018 federführend von den Bundesländern ein Aktionsplan erarbeitet, der zum Ziel hat, perspektivisch auf das Schwänzekupieren in Deutschland zu verzichten.

Erschienen am im Format Basistext

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Leitlinien sind keine Rechtsnormen und damit nicht rechtsverbindlich. Auch kommt ihnen nicht der Charakter von Verwaltungsrichtlinien zu. Sie sind Orientierungs- und Auslegungshilfe bei der Anwendung der einschlägigen Rechtsvorschriften und nicht Rechtsgrundlage. Sie schränken auch nicht die Zulässigkeit dessen ein, was nach nationalem oder Gemeinschaftsrecht erlaubt ist. Leitlinien der Sachverständigengruppe tierschutzgerechte Pferdehaltung (Stand 9. Juni 2009)

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