Tierschutzforschungspreis

Der Tierschutzforschungspreis des BMEL

Der Tierschutzforschungspreis geht 2017 nach Jena: Bundeslandwirtschaftsministerium zeichnet Dr. Alexander S. Mosig und seine Arbeitsgruppe INSPIRE für ihre Forschung zu Alternativmethoden aus

Organmodell statt Maus

Die Arbeitsgruppe der Universität Jena hat einen Organ-BioChip entwickelt, mit dem beispielsweise Blutgefäße, der Darm und die Leber nachgebildet werden können. Erste Untersuchungen zeigen: Organmodelle, die auf diesen BioChips basieren, sind geeignete Alternativen zu Tierversuchen. An den Organmodellen können zum Beispiel Folgen einer bakteriellen Infektion oder neue Wirkstoffe für Arzneimittel erforscht werden.

25.000 Euro für die Tierschutzforschung

Mit dem Tierschutzforschungspreis fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Forschung an Alternativmethoden zum Tierversuch. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Vergabe des Preises erfolgt auf Vorschlag eines unabhängigen Preiskuratoriums. Die Arbeiten werden von den sechs wissenschaftlichen Sachverständigen insbesondere hinsichtlich ihrer Tierschutzrelevanz und ihres Einsparpotenzials für Versuchstiere bewertet.

Auch 2018 werden wieder innovative, wissenschaftliche Methoden oder Verfahren gesucht, die Tierversuche ersetzen oder ihre Anzahl verringern können. Eingereicht werden können zudem Arbeiten, die die Haltungsbedingungen für Versuchstiere verbessern. Die nächste Ausschreibung wird im Frühjahr 2018 auf der Seite www.bmel.de/tierschutzforschungspreis veröffentlicht.

"3R" für mehr Tierwohl in der Forschung

"Vermeiden, Verringern, Vermindern" sind die Leitlinien für Tierversuche in der Forschung:

Replacement: Vermeidung von Tierversuchen durch den Einsatz von Alternativmethoden
Reduction: Verringerung der Anzahl der Versuchstiere auf das Minimum
Refinement: Verminderung des Leidens der Versuchstiere

Das Ziel: Tierversuche ersetzen

Schon nach derzeitiger Rechtslage dürfen Tierversuche nur durchgeführt werden, soweit sie zu einem der nach dem Tierschutzgesetz erlaubten Zwecke unerlässlich sind. Trotz zahlreicher Erfolge bei der Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch kann allerdings nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf Versuche am Tier noch nicht verzichtet werden. Das heißt: Es muss weiter an Alternativmethoden zum Tierversuch geforscht werden, um Tierversuche vollständig zu ersetzen oder deren Anzahl zu verringern. Mit der Vergabe des Tierschutzforschungspreises trägt das BMEL dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.

Engagement für Alternativmethoden

Neben der Vergabe des Tierschutzforschungspreises unterstützt die Bundesregierung die Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch mit weiteren Maßnahmen. So hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt im September 2015 das "Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren" am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eröffnet, dass sich mit der Intensivierung der Alternativmethodenforschung befasst und für die Harmonisierung von Alternativmethoden auf internationaler Ebene einsetzt.

Weitere Instrumente sind

  • die Forschungsförderung durch das BfR,
  • der Förderschwerpunkt "Ersatzmethoden zum Tierversuch" des Bundesforschungsministeriums (innerhalb der letzten 30 Jahre sind über 500 Forschungsprojekte mit rund 170 Millionen Euro finanziert worden),
  • die finanzielle Unterstützung der "Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (set)".

Innerhalb der Europäischen Union leistet Deutschland einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden und von Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind.

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Leitlinien sind keine Rechtsnormen und damit nicht rechtsverbindlich. Auch kommt ihnen nicht der Charakter von Verwaltungsrichtlinien zu. Sie sind Orientierungs- und Auslegungshilfe bei der Anwendung der einschlägigen Rechtsvorschriften und nicht Rechtsgrundlage. Sie schränken auch nicht die Zulässigkeit dessen ein, was nach nationalem oder Gemeinschaftsrecht erlaubt ist. Leitlinien der Sachverständigengruppe tierschutzgerechte Pferdehaltung (Stand 9. Juni 2009)

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