Verleihung des 33. Tierschutzforschungspreises

Am 4. Dezember 2014 hat das BMEL den 33. Tierschutzforschungspreis verliehen. Mit dem Tierschutzforschungspreis werden methodische Arbeiten gefördert, die das Ziel der Einschränkung und des Ersatzes von Tierversuchen verfolgen.

Tierversuche sind nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft noch immer unerlässlich, unter anderem bei der Entwicklung, Prüfung und Kontrolle von Stoffen, zum Beispiel im Bereich der Arzneimittel, Lebensmittelzusatzstoffe und Bedarfsgegenstände. Um die Forschung anzuregen, nach Möglichkeiten zur Einschränkung oder zum Ersatz dieser Tierversuche zu suchen, schreibt das BMEL einen Forschungspreis aus.

Am 25. Februar wurde der mit 15.000 Euro dotierte 33. Tierschutzforschungspreis des BMEL zur Vergabe ausgeschrieben. Bewerbungsschluss war der 30. April 2014. Es sind insgesamt 16 wissenschaftliche Arbeiten für den Forschungspreis eingereicht worden. Die Arbeiten wurden von den fünf wissenschaftlichen Sachverständigen des Preiskuratoriums insbesondere hinsichtlich ihrer Tierschutzrelevanz und ihres Einsparpotentials für Versuchstiere bewertet.

Der 33. Tierschutzforschungspreis wurde an die folgenden Gewinner verliehen:

Dr. Uwe Marx, Technische Universität Berlin
Er hat in seiner Arbeit Multi-Organ-Chips entwickelt, mit denen ein Ersatz von Tierversuchen zur Sicherheitsbewertung von Chemikalien sowie für Wirksamkeitsbewertungen von Arzneimitteln erreicht werden könnte. Es handelt sich um künstliche Systeme, die das Zusammenspiel verschiedener Organe durch Verbindung von Kompartimenten unterschiedlicher Zelltypen mittels eines Flüssigkeitsflusses simulieren. Dr. Marx ist bislang die Entwicklung eines Zwei-Organe-Chips gelungen. Ziel ist die Entwicklung eines Zehn-Organe-Chips.

Dr. Peter Reinhardt, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Münster
Seine Arbeit "Stammzellbasierte Modellsysteme für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen" beschäftigt sich mit der Entwicklung von Zellkulturmodellen für Krankheiten wie zum Beispiel Parkinson. Hierzu werden Zellen von Patienten (z.B. Hautzellen) gewonnen und in einen Zustand versetzt, in dem sie sich vermehren und in der Lage sind, sich zu anderen Zelltypen zu differenzieren (so genannte humane, induzierte pluripotente Stammzellen = iPS-Zellen). Dr. Peter Reinhardt hat ein iPS-Zellbasiertes Krankheitsmodell für Parkinson entwickelt, mit dessen Hilfe ohne Versuchstiere u.a. Mechanismen der Krankheit entschlüsselt und mögliche therapeutische Wirkstoffe getestet werden können.

Forschungsteam Prof. Dr. Vera Rogiers, Universität Brüssel
Die Arbeitsgruppe hat eine neue stammzellbasierte Screening-Methode entwickelt, mit der das für den Menschen relevante lebertoxische Potenzial von Stoffen ohne den Einsatz von Versuchstieren eingeschätzt werden kann. Dazu werden Stammzellen, die aus "erwachsenen" menschlichen Geweben gewonnen werden, in Zellen mit Lebereigenschaften ausdifferenziert. Die Arbeitsgruppe konnte damit erstmals zeigen, dass humane Stammzellen der Haut ein vielversprechendes Modell sind und hat eine Methode entwickelt, mittels der sich diese Zellen in Leberzellen differenzieren lassen.

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