Wald und Bildung als Grundlage für Walderhaltung

Waldwissen ist Grundlage für Walderhaltung. Eine gute Umweltbildung beginnt bereits im frühen Kindesalter. Waldpädagogik unterstützt zudem, wie Untersuchungen bestätigen, die Entwicklung von Sozial- und Umweltkompetenz der Heranwachsenden.

Ein positives Beispiel sind die rund 2000 Waldkindergärten in Deutschland, die rund 400.000 Kindern pro Jahr den Wald als Spiel- und Erfahrungsraum näher bringen. Dazu kommen zahlreiche Waldschulen und Waldinformationszentren in ganz Deutschland.

Die von BMEL geförderte Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ist ein wichtiger Berater in allen Fragen von Wald und Bildung in Deutschland.

Wald und Bildung war auch das Motto des Internationalen Tag des Waldes 2019. Aus diesem Anlass hat BMEL die Entwicklung modularer Unterrichtsmaterialien zum Thema Wald und Waldbewirtschaftung initiiert, die von Schulen in Entwicklungsländern weltweit genutzt werden können. Dies geschieht im Rahmen eines von BMEL finanzierten Projektes der Welternährungsorganisation (FAO) und wird in Zusammenarbeit mit der SDW und ähnlichen Initiativen wie der Kids4Forests-Initiative auf den Philippinen umgesetzt. Projektstart ist der 01.04.2019. Die Materialien werden in zwei bis drei Pilotländern getestet und sodann sukzessive weiterentwickelt.

Nachhaltige Waldwirtschaft braucht Fachwissen

Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist klar definiert und mehr als eine einfache Extraktion von Werthölzern in Naturwäldern. Eine geregelte und planvolle Forstwirtschaft benötigt aber Profis mit entsprechendem Fachwissen. Dies ist nicht in allen Entwicklungsländern gegeben. Vielerorts erhalten Forstschulen und Ausbildungszentren nicht die erforderliche Unterstützung oder sind in den letzten Jahrzehnten geschlossen worden. Eine Waldfacharbeiterausbildung ist oftmals gar nicht vorhanden. Abgesehen von den möglichen negativen Auswirkungen auf die Wälder ist dies auch mit erheblichen Unfallgefahren für die im Wald Tätigen verbunden.

Deutsche Forstleute geben ihre Expertise in Sachen Forst- und Umweltbildung auch international weiter. So fördert das BMEL den Expertenaustausch, z.B. über das German Forest Expert Program, umgesetzt durch den Deutschen Forstvereins (DFV), und unterstützt Pilotprojekte. Möglich macht dies die anerkannt gute forstliche Ausbildung in Deutschland. Gut ausgebildete Fachleute können so weltweit entscheidend dazu beitragen, Wälder zu erhalten oder wiederherzustellen, was wiederum ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist.

Aus Anlass des Internationalen Tags des Waldes hat das BMEL nun mit der Welternährungsorganisation (FAO) eine neue Initiative zum Aufbau einer globalen Plattform „forest education“ gestartet. Von dort aus sollen künftig weltweit vorhandene Ansätze zur Förderung der forstlichen Aus- und Fortbildung auf allen drei Ebenen (Waldfacharbeiter, Forsttechniker, Forstakademiker) sowie waldrelevante Bildungsaktivitäten aufeinander abgestimmt und weiter verbessert werden. Bis 2020 soll die Plattform mit weiteren Partnern wie IUFRO (Interational Union of Forest Research Organisations) und ITTO (International Tropical Timber Organisation) eingerichtet sein.

Erschienen am im Format Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Ge­ne­ra­tio­nen­dia­log Wald – Er­geb­nis­se vor­ge­legt (Thema:Wald)

 Am 7. Mai 2019 hat in Berlin im Beisein von Bundesministerin Julia Klöckner der Auftakt des "Generationendialogs Wald" stattgefunden. Knapp ein Jahr lang diskutierten im Rahmen der Gesprächsreihe junge Akteure und erfahrene Vertretern der Forst- und Holzwirtschaft die Frage: Wie sieht eine nachhaltige und zukunftsorientierte Forstwirtschaft aus?

Mehr

Mas­si­ve Schä­den - Ein­satz für die Wäl­der (Thema:Wald)

Stürme, die extreme Dürre, überdurchschnittlich viele Waldbrände und Borkenkäferbefall – das hat den Wäldern in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren immens zugesetzt. Setzt sich die trockene Wetterlage fort, stehen die Wälder auch 2020 vor enormen Herausforderungen.

Mehr

Verwandte Themen

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Diese Seite verwendet Cookies, damit Sie Funktionalitäten in vollem Umfang nutzen können, wie z.B. die Bestellung von Publikationen im Warenkorb. Nähere Informationen dazu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.