Über 300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit

Der sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz gilt als Schöpfer des Begriffs "Nachhaltigkeit". Vor mehr als 300 Jahren schrieb er die Idee des nachhaltigen Umgangs mit Rohstoffen nieder.

Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714) war Oberberghauptmann am kursächsischen Oberbergamt in Freiberg. Angesichts einer drohenden Holzverknappung und Ausbeutung der Wälder am Ende des 17. Jahrhunderts formulierte von Carlowitz 1713 in seinem Werk "Sylvicultura oeconomica" erstmals, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann. Damit legte er den Grundstein für die deutsche Forstwirtschaft und das Prinzip des nachhaltigen Umgangs mit Rohstoffen.

Anders als 1713 ist der Wald in Deutschland heute gesetzlich vor Übernutzungen und Rodungen geschützt. Heute, über 300 Jahre später, ist das Prinzip der Nachhaltigkeit nicht nur im Bundeswaldgesetz sowie den Waldgesetzen der Länder fest verankert, sondern der zentrale Grundsatz der Forstwirtschaft in Deutschland.

Der Wald ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen und damit wichtig für die Biodiversität, aber er ist auch für viele Menschen Arbeitsplatz und Erholungsraum. Die Waldstrategie 2020 der Bundesregierung zeigt, wie diese verschiedenen Funktionen in Einklang gebracht werden können, die Ansprüche - Nutzung, Schutz und Erholung - erfüllt werden und dabei die nachhaltige Leistungsanforderung der Wälder erhalten bleibt.

Auch international übernimmt Deutschland Verantwortung für eine nachhaltige Waldwirtschaft: In vielen Teilen der Welt ist auch heute noch eine raubbauartige oder gar illegale Waldnutzung weit verbreitet. Produkte aus dieser waldschädigenden Nutzung erreichen auch Deutschland und die Europäische Union. Um diesem Raubbau entgegenzuwirken, wurde mit dem Thünen-Kompetenzzentrum Holzherkünfte die Methoden zur Holzartenbestimmung und Identifikation von Holzherkünften verbessert und mit dem Holzhandels-Sicherungs-Gesetz eine Gesetzesnovelle verabschiedet, die den Handel mit Produkten aus illegalem Holzeinschlag verbietet.

Die Bundesregierung legt auf die Thematik Nachhaltigkeit höchsten Wert. Bereits vor mehr als fünfzehn Jahren wurde die nationale Nachhaltigkeitsstrategie ins Leben gerufen, die sich seitdem ständig weiterentwickelt. Mit der Etablierung des Rates für nachhaltige Entwicklung zeigt die Bundesregierung auch, wie wichtig es ist, unsere Lebensgrundlagen auch für die kommenden Generationen zu bewahren.

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