Intensivmonitoring

In den 90er Jahren wurde das forstliche Umweltmonitoring (Level I) um das intensive forstliche Monitoring auf ausgewählten Beobachtungsflächen (Level II) ergänzt. Eingebunden in ein internationales Informationsnetzwerk liefert das Level-II-Monitoring Daten und Bewertungsgrundlagen von 68 ausgewählten Waldflächen für die Forst- und Umweltpolitik.

Aufgrund seiner langen Messreihen, die zum Teil 30 Jahre zurückreichen, können ökologische Funktionen der Wälder und deren Beeinträchtigung beurteilt sowie neue Phänomene identifiziert werden.

Auf den Flächen wird eine Vielzahl verschiedener Parameter aus dreizehn Erhebungsbereichen erfasst u.a. Luftqualität, Meteorologie, Bodenlösung, Streufall, Deposition und Phänologie.

Die Daten des intensiven forstlichen Umweltmonitorings liefern belastbare Informationen zum Eintrag von Schwefel in die Wälder und zu dessen Wirkung auf das Ökosystem. Die Erholung der Wälder zeigen den Erfolg der nationalen wie internationalen umweltpolitischen Luftreinhaltemaßnahmen. Zudem liefert das intensive forstliche Umweltmonitoring Informationen zur Widerstandsfähigkeit der Wälder gegen Störungen, die zu einem veränderten Waldmanagement und somit zu einer gesteigerten Anpassungsfähigkeit der Wälder beitragen. Weiterhin hohe Stickstoffeinträge und Ozonkonzentrationen, ein sich änderndes Klima und der Veränderung der biologischen Vielfalt sind Herausforderungen, denen sich das forstliche Umweltmonitoring weiterhin stellen muss.

Blick auf die Hände, die eine Drohne steuern Fernsteuerung Drohe Wald
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Um diese Herausforderungen zu meistern erhalten auch immer mehr technische Innovationen Einzug. So leisten mittlerweile Fernerundungsmethoden, terrestrischen Laserscanner oder Drohnen einen wichtigen Beitrag zum forstlichen Umweltmonitoring.

Unbemannte Flugobjekte, umgangssprachlich Drohnen, verändern unseren Blickwinkel auf den Wald, vom Blick von unten, schauen wir jetzt von oben in die Kronen und können die, doch sehr individuellen Phasen der Blattentfaltung und Verfärbung von Bäumen deutlicher erkennen. Diese Informationen helfen uns, die Reaktionsmöglichkeiten von Baumindividuen besser zu erklären und Wachstumsmodelle weiter zu entwickeln.

Aber auch die großflächige Erfassung mit Fernerkundungstechnologien ermöglicht uns den Wald in seiner Struktur und dynamischen Entwicklung zu erfassen und zu überwachen. Hier kommen verschiedenste Sensoren zum Einsatz, welche bei der Früherkennung von Insektenschäden, aber auch zur retrospektiven Schaderfassung dienen.

Weitere Informationen zur Fernerkundung im forstlichen Umweltmonitoring erhalten Sie auf der Website des Thünen-Institus für Waldökosysteme: Fernerkundung im Wald

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