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Coronavirus - Fragen und Antworten

Im Zusammenhang mit dem Auftreten des Coronavirus (Covid-19, SARS-CoV-2) gibt es viel Unsicherheit. Uns erreichen zunehmend Nachfragen. Deshalb geben wir hier Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Themen Ernährung, Landwirtschaft und Corona.

Coronavirus: Unsere drei Hotlines für Ihre Fragen

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Detaillierte Infos haben wir verlinkt. Außerdem haben wir weitere wichtige Ansprechpartner rund um das Thema Corona aufgelistet. Wir bieten auch FAQs in türkischer, polnischer und englischer Sprache an.

Jüngste Aktualisierung dieser Seite: Freitag, 15. Mai 2020, 20:05 Uhr

+++ ERNÄHRUNG UND NAHRUNGSMITTEL +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Ernährung und Nahrungsmittel.

Gibt es Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln?

Bislang gibt es keine nennenswerten Engpässe in der Beschaffung von Waren. Die Lager sind nach Aussagen der Wirtschaft gefüllt. Allerdings ist es in den vergangenen Tagen, zum Beispiel aufgrund von Grenzkontrollen, zu Verzögerungen im innergemeinschaftlichen Warenverkehr gekommen und damit zu einigen Lieferengpässen bei der Belieferung der Märkte mit Lebensmitteln.

Die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung hat neben dem sachgerechten Infektionsschutz oberste Priorität. Die zum Teil leeren Regale in Lebensmittelmärkten in den vergangenen Wochen führten bei vielen Bürgerinnen und Bürgern zu Verunsicherungen. Der Lebensmitteleinzelhandel und die Ernährungswirtschaft haben mit Hochdruck daran gearbeitet, die Regale so schnell wie möglich wieder aufzufüllen. Inzwischen sind die Regale in fast allen Warengruppen wieder gut bestückt.

Corona-Krise: Könnte sich Deutschland denn selbst versorgen?

Deutschland hat bei vielen Grundnahrungsmitteln einen hohen Selbstversorgungsgrad. Bei Weizen, Kartoffeln, Fleisch und Milcherzeugnissen liegt er beispielsweise über 100 Prozent. Das bedeutet: Deutschlandweit werden mehr Kartoffeln oder Fleisch produziert, als hierzulande eingekauft, verzehrt oder weiterverarbeitet wird.

Wann würde die Bundesregierung denn eingreifen, um eine Versorgung mit Lebensmitteln zu gewährleisten?

Das passiert nur, wenn eine Versorgungskrise im Sinne des entsprechenden Gesetzes (Ernährungssicherstellungs- und -vorsorgegesetz, kurz ESVG) vorliegt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht aber derzeit nicht davon aus, dass das Corona-Virus-Geschehen zu einer solchen Versorgungskrise führen könnte. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist aktuell gesichert.

Von einer Versorgungskrise laut ESVG ist nur dann die Rede, wenn

  • die Deckung des lebensnotwendigen Bedarfs an Lebensmitteln in wesentlichen Teilen Deutschlands ernsthaft gefährdet ist und
  • diese Gefährdung ohne Eingreifen der Bundesregierung in den Markt, nicht rechtzeitig oder nur mit unverhältnismäßigen Mitteln zu beheben ist.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter folgenden Internet-Link:

https://ernaehrungsvorsorge.de/staatliche-vorsorge/haeufig-gestellte-fragen-faq

Ernährungsvorsorge - Maßnahmen zur Überbrückung von Versorgungsengpässen

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Sind durch die Ausbreitung des Corona-Virus die Preise für Lebensmittel gestiegen?

Im Vergleich zum April 2019 sind Lebensmittel im April 2020 4,8 Prozent teurer gewesen. Wie in den Vormonaten wurde dies hauptsächlich durch steigende Preise für frische Produkte wie Gemüse, Obst und frische Wurst sowie Fleischwaren verursacht. Die Preise für Schweinefleisch und Fleischwaren sind jedoch bereits vor der Corona-Krise gestiegen.

Der Preisanstieg bei einigen Obst- und Gemüsearten ist unter anderem auf eine erhöhte Nachfrage seitens der Verbraucher sowie eine schwierigere Versorgung aus wichtigen Lieferländern wie beispielsweise Spanien oder Italien zurückzuführen.

Der Preisanstieg bei wichtigen Milcherzeugnissen geht auf die während der Coronakrise deutlich gestiegene Nachfrage insbesondere nach haltbaren Milcherzeugnissen zurück.

Was muss ich beim Einkauf vor Feiertagen berücksichtigen?

Einkäufe werden erfahrungsgemäß unmittelbar vor Feiertagen getätigt. Aufgrund der aktuell hohen Sicherheitsvorkehrungen und Hygienebestimmungen kann es in Supermärkten bereits bei normalem Betrieb zu langen Schlangen und Wartezeiten kommen. Deshalb empfiehlt der Lebensmitteleinzelhandel rechtzeitig vor den Feiertagen einzukaufen. Dabei gilt: Gekauft werden sollte nur das, was auch benötigt wird.

Kann ich mich über Lebensmittel und Produkte aus dem Supermarkt mit dem Corona-Virus anstecken?

Bislang sind keine Fälle bekannt, bei denen sich Menschen nachweislich über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Corona-Virus angesteckt hätten.

Was ist mit Lebensmitteln, die aus dem Ausland kommen?

Auch hier ist bisher kein Fall bekannt. Es ist insgesamt unwahrscheinlich, dass auf Waren, die aus dem Ausland kommen, das Coronavirus weitergegeben wird.

Sollte ich im Umgang mit Lebensmitteln trotzdem etwas beachten?

Eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung unwahrscheinlich. Dennoch ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene zu beachten. Das heißt konkret: gründliches und regelmäßiges Händewaschen, Hände aus dem Gesicht fernhalten und Lebensmittel vor der Zubereitung gründlich abspülen. Sicher ist: Die Viren sind hitzeempfindlich. Das ohnehin sehr geringe Risiko kann weiter reduziert werden, wenn Lebensmittel erhitzt werden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Internet-Links:

Ist es noch sicher, in einer Kantine zu essen?

Wer auswärts isst, sollte einige Dinge berücksichtigen. Denn Coronaviren können durch direktes Niesen oder Husten auf Gegenstände gelangen– und von dort aus übertragen werden. In Kantinen betrifft das vor allem Tabletts und Besteckkästen. Deshalb gilt: Gästen sollte das Besteck gereicht werden – zum Beispiel beim Bezahlen. Im Sinne der Hygiene wird zudem zu einer bargeldlosen Bezahlung geraten.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass in Kantinen ausreichend Abstand zwischen den einzelnen Gästen herrscht und Warteschlangen vermieden werden. Das heißt: Es muss Maßnahmen zur Steuerung und Beschränkung des Zutritts geben. Und nicht zuletzt müssen Gewürze, Zuckerstreuer aber auch Tische, Stühle und Türklinken häufiger desinfiziert oder ausgetauscht werden.

Kann ich weiter Essen beim Bringdienst bestellen?

Wer Bringdienste nutzt, sollte darauf achten, dass Kunden und Lieferanten nicht miteinander in Kontakt kommen. Um sich und andere zu schützen, sollte man Essen telefonisch oder online bestellen und auch online bezahlen. Die Lieferung kann dann vor der eigenen Haustür abgestellt werden. Unabhängig vom Corona-Virus-Geschehen gilt: Wer Essen für andere zubereitet, muss besonders gründlich auf Hygiene und Sauberkeit achten.

Auch der Hygieneplan gemäß des Infektionsschutzgesetz Gastro muss regelmäßig überprüft werden. Hygieneschulungen der Betriebsmitarbeiter sind in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte auch den Backshops und Backautomaten in Selbstbedienung gewidmet werden. Klappen, Zangen oder andere Gegenstände in den Backshops werden von den Kunden berührt, die anschließend ihr Gebäck händisch eintüten und dabei Viren transportieren können.

Sind unsere Lebensmittel trotz der Ausbreitung des Corona-Virus sicher?

Unsere Lebensmittel bleiben weiterhin sicher. Unternehmen sind unverändert dazu verpflichtet, nur sichere Lebensmittel in den Verkehr zu bringen. Auch die Anforderungen an die Qualität amtlicher Lebensmittelkontrollen bleiben bestehen.

Was müssen Mütter beim Stillen beachten?

Das Stillen wird weiterhin empfohlen. Die Nationale Stillkommission schreibt in einer Stellungnahme: In Muttermilch von infizierten Frauen wurden bisher keine Erreger von COVID-19 nachgewiesen, wenn auch die Untersuchungen sich noch auf eine sehr kleine Fallzahl beziehen. Daher gibt es aktuell keine wissenschaftlichen Belege, dass COVID-19 über die Muttermilch übertragen werden kann. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird.

Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Internet-Links:

Kann ich mich mit Nahrungsergänzungsmitteln vor einer Ansteckung schützen?

Angebote von Nahrungsergänzungsmitteln, die mit speziellem „Corona-Bezug“ werben, sind unzulässig. Denn für Nahrungsergänzungsmittel und alle anderen Lebensmittel gilt: Ihnen dürfen nur dann gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden, wenn diese Aussagen nach positiv ausgefallener wissenschaftlicher Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit von der EU-Kommission zugelassen worden sind.

Trotzdem werden im Internet auf verschiedenen Plattformen "Corona-Nahrungsergänzungsmittel" angeboten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird sich nun an die Betreiber der Plattformen wenden und diese auffordern, verstärkt auf diese Angebote zu achten und entsprechende Produkte nicht mehr zum Verkauf anzubieten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

+++ LANDWIRTSCHAFT UND TIERHALTUNG +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Landwirtschaft und Tierhaltung.

Welchen Status hat in der Corona-Krise die Landwirtschaft für die Bundesregierung?

Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 23. März 2020 die Land- und Ernährungswirtschaft inklusive Fischerei als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung oder dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausüben, zählen damit zur "kritischen Infrastruktur".

Was bedeutet kritische Infrastruktur?

Kritische Infrastrukturen sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Also Einrichtungen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Unternehmen, die zu einer kritischen Infrastruktur zählen, gelten daher als systemrelevant.

Im Rahmen des COVID-19-Krisenmanagements haben viele Bundesländer entschieden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen, die einer bestimmten kritischen Infrastruktur zuzuordnen sind, einen Anspruch auf eine Notfall-Kinderbetreuung einzuräumen.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung und die für Ernährungsnotfallvorsorge zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Länder haben eine Leitlinie als unverbindliche Arbeitshilfe zur Definition des Begriffs der "Kritischen Infrastruktur Ernährung" erarbeitet (hier als Download). Es wurde den Ländern gegenüber angeregt, diese unverbindliche Empfehlung den für die Anordnungen und Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) zuständigen Behörden in den Ländern zur Verfügung zu stellen.

Die in der Leitlinie enthaltene Liste hat lediglich Beispielcharakter. Die Tatsache, dass eine bestimmte Betriebsart nicht explizit aufgeführt ist, bedeutet also nicht, dass ein solcher Betrieb nicht auch dazu gehören kann.

Zur kritischen Infrastruktur Ernährung zählen zum Beispiel:

  • Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte
  • Drogeriemärkte
  • Wochenmärkte und landwirtschaftliche Direktvermarkter
  • Abhol- und Lieferdienste für den Bereich Lebensmittel
  • Unternehmen, die Lebensmittel herstellen
  • Landwirtschaftliche Betriebe einschließlich Sonderkulturbetriebe
  • Tierhaltungsbetriebe, Brütereien, Tierzuchtbetriebe

Warum bekommen Landwirte Unterstützung?

Landwirte stellen unsere Lebensmittel her: Was heute nicht gesät oder gepflanzt wird, kann morgen nicht geerntet werden. Landwirtschaft ist deshalb, genau wie die Ernährungswirtschaft, systemrelevant. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass

  • Landwirtschaftliche Betriebe genug Liquidität haben,
  • Lieferketten weiterlaufen und
  • genug Arbeitskräfte da sind.

Dazu passen wir im Moment die rechtlichen Grundlagen an, so unbürokratisch wie möglich.

Welche Folgen hat COVID-19 für unsere Landwirtschaft?

Die konkrete Betroffenheit der Landwirtschaft entwickelt sich – wie die Gesamtsituation – derzeit dynamisch weiter: Bei einer weiteren Ausbreitung von COVID-19 können unseren Landwirtinnen und Landwirten negative wirtschaftliche Folgen drohen. Wenn, zum Beispiel, durch den Ausfall von Arbeitskräften nur teilweise oder gar nicht gesät, gepflanzt oder geerntet werden kann. Auch logistische Probleme, wie Verzögerungen im grenzüberschreitenden Lieferverkehr oder Personalmangel bei Lieferunternehmen, können zu wirtschaftlichen Einbußen führen, wenn Erzeugnisse nicht an die Supermärkte ausgeliefert werden können und dann verderben.

Ich bin Landwirt und selbst erkrankt. Wo bekomme ich Unterstützung?

Falls Sie als Betriebsleiter erkranken, können Sie sich an die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wenden. Sie kann einen Betriebshelfer stellen oder sie übernimmt die Kosten für einen selbst organisierten Betriebshelfer. Ob das möglich ist, hängt vom konkreten Einzelfall und von der Abstimmung mit den Behörden vor Ort ab.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der SVLFG: https://www.svlfg.de/

Ich bin Arbeitgeber in der landwirtschaftlichen Erzeugung, Verarbeitung oder Logistik. Welche Möglichkeiten für eine flexiblere Arbeitszeit kann ich für meine Belegschaft nutzen?

Die Arbeitszeitregelungen wurden flexibilisiert. Das Bundesministerium für Arbeit und Sozia-les hat per Verordnung die befristete Möglichkeit geschaffen, die Arbeitszeit auf täglich 12 Stunden auszuweiten und die Ruhezeiten auf neun Stunden zu verkürzen. Gleichzeitig wurde auch die Ausgleichsregelung für Sonntagsarbeit gelockert. Der Ersatzruhetag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an einem Sonntag beschäftigt werden, muss innerhalb von acht Wochen gewährt werden

Ich bin Landwirt und habe Flächen gepachtet. Wegen der Krise kann ich meine Pacht nicht bezahlen. Welchen Schutz vor Kündigung habe ich?

Landwirten, die wegen der Corona-Krise Schwierigkeiten haben, ihre Pacht zu zahlen, darf bis zum 30. Juni 2020 nicht einseitig gekündigt werden.

Welche Maßnahmen gelten für die Saisonarbeitskräfte vor dem Hintergrund der Corona-Krise?

Im April und im Mai wird jeweils bis zu 40.000 Saisonarbeitern die Einreise nach Deutschland ermöglicht. Dabei hat der Gesundheitsschutz der Bevölkerung, aber auch der Saisonarbeitskräfte oberste Priorität. Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 2. April 2020 ein gemeinsames, unter Beteiligung des Robert Koch-Institutes (RKI) mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) abgestimmtes Konzept vorgestellt, das Ausnahmen von den geltenden Einreisebeschränkungen für Saisonarbeitskräfte vorsieht. 

Das Konzept sieht konkrete Maßnahmen zur Sicherstellung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes im Betrieb und in der Unterkunft als Mindeststandards vor. 

  • Vor der Einreise: Übersendung einer schriftlichen Hygieneunterweisung und Beschreibung der Bedingungen im Betrieb in der jeweiligen Landessprache.
  • Beförderung zum Betrieb
  • Ankunft im Betrieb: faktische Quarantäne in den ersten 14 Tagen
  • In den Unterkünften: Belegung der Zimmer mit maximal halber Kapazität
  • Beim Arbeiten: Arbeiten in gleichbleibenden Teams; max. 20 Personen
  • Verpflegung/Einkauf: in den ersten 14 Tagen Übernahme der Einkäufe für die Saisonkräfte oder Gestellung der Verpflegung durch den Betrieb
  • Im Krankheitsfall/Verdachtsfall: Isolierung; Kontaktaufnahme mit Arzt oder Gesundheitsamt.

Die Maßnahmen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes gelten für alle Betriebe, unabhängig von dem Zeitpunkt der Einreise der Saisonarbeitskräfte. 

Das Konzept ist hier abrufbar.

 Die Standards werden fortlaufend weiterentwickelt, ihr Einsatz ist vor dem Hintergrund der örtlich vorliegenden Verhältnisse im Einzelfall zu prüfen. Die Überprüfung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes obliegt den Ländern nach Maßgabe der jeweils geltenden landesrechtlichen Regelungen. Entsprechend gelten auch die Sanktionierungsmöglichkeiten nach den entsprechenden Quarantäne-Verordnungen der Länder. 

Daneben sind weitergehende Regelungen erlassen worden, die von den Betrieben zu beachten sind. Landwirte müssen nach den neuen Quarantäne-Verordnungen der Länder vor Arbeitsbeginn die bei ihnen beschäftigten Saisonarbeitskräfte bei den zuständigen Behörden vor Ort melden. Bei Nichtbeachtung gibt es Bußgelder. 

Die Kontrolle des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist Aufgabe der Länder und obliegt den zuständigen Arbeitsschutz- oder Gesundheitsbehörden vor Ort. Art, Umfang und Durchführung obliegen den örtlich zuständigen Behörden.

Wo melde ich meinen Bedarf an ausländischen Arbeitskräften an?

Die Koordination erfolgt gesammelt durch den Deutschen Bauernverband (DBV), um einen lückenlosen und transparenten Informationsfluss zu gewährleisten. Die Koordination erfolgt nicht durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Für die Abwicklung hat der DBV das Internetportal https://saisonarbeit2020.bauernverband.de eingerichtet. Es steht allen Landwirtinnen und Landwirten zur Verfügung – unabhängig von einer Mitgliedschaft im DBV. Dort werden die für die Einreise benötigten Daten wie der Name des Betriebes, die Namen der Arbeitnehmer, Flugnummer, etc. gemeldet.

Der DBV informiert auch detailliert zum Verfahrensablauf und zu den benötigten Daten und Unterlagen.

Was ist nach Ankunft der Saisonarbeitskräfte zu beachten?

Es gelten auch für Saisonarbeiter alle arbeitsrechtlichen Schutzrechte sowie Hygiene- und Abstandsgebote, die bei inländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern anzuwenden sind. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, alle in Deutschland geltenden Regeln des Arbeitsschutzes sowie des Arbeitsrechts einzuhalten. Die zuständigen Arbeitsschutzbehörden sowie der Zoll werden diese Arbeitsbedingungen kontrollieren.

Zudem müssen Neuanreisende in den ersten 14 Tagen strikt getrennt von den sonstigen Beschäftigten leben und arbeiten. Sie dürfen das Betriebsgelände nicht verlassen (faktische Quarantäne bei gleichzeitiger Arbeitsmöglichkeit). Es gilt eine zwingende Unterkunfts- und Arbeitsteam-Einteilung: Arbeiten in gleichbleibenden, möglichst kleinen Gruppen von fünf bis zehn, maximal 20 Personen. Darüber hinaus hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 16. April 2020 generelle Empfehlungen für einen neuen Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2 veröffentlicht.

In den Unterkünften gelten strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften, die in der jeweiligen Landessprache aushängen müssen.

Was ist zu tun, wenn sich ein Erntehelfer infiziert hat?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ausreichend räumlich getrennte Unterbringungsmöglichkeiten für Verdachts- und Krankheitsfälle vorzuhalten. Bei begründetem Verdacht auf Infizierung eines Arbeitnehmers mit dem Coronavirus ist dieser sofort zu isolieren und ein Arzt zu kontaktieren, damit der Arbeitnehmer auf das Virus getestet werden kann. Zusätzlich soll das gesamte Team isoliert und ebenfalls auf das Virus getestet werden. Der behandelnde Arzt macht – wie üblich bei Tests auf das Corona-Virus - eine Meldung beim Gesundheitsamt.

Mein Betrieb ist auf Saisonarbeitskräfte angewiesen. Was ist mit der kurzfristigen Beschäftigung (70-Tage-Regelung)?

Die sogenannte 70-Tage-Regelung wurde befristet bis zum 31. Oktober 2020 ausgeweitet Saisonarbeitskräfte, die bereits in Deutschland sind, können jetzt länger sozialversicherungsfrei arbeiten. Sie dürfen nun eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu fünf Monate beziehungsweise bis zu 115 Tage im Kalenderjahr ausüben. Das Kriterium der Berufsmäßigkeit für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft gilt allerdings weiterhin. Demnach darf diese Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden, sofern das Arbeitsentgelt im Monat 450 Euro überschreitet. Dies gilt auch für die Verlängerung. Anderenfalls tritt Sozialversicherungspflicht ein.

Arbeitgeber und Saisonarbeitskräfte müssen bei kurzfristigen Beschäftigungen keine Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung entrichten. Auch kurzfristig beschäftigte Saisonarbeitskräfte sind gesetzlich unfallversichert; der Arbeitgeber trägt den Unfallversicherungsbeitrag allein.

Ich suche Saisonarbeitskräfte. Wohin kann ich mich wenden?

Der Bundesverband der Maschinenringe hat – unterstützt vom Bundeslandwirtschaftsministerium - eine digitale Plattform für die Vermittlung von Arbeitskräften in der Corona-Krise live geschaltet. Sie stellt kostenlos und unbürokratisch den Kontakt zwischen Landwirten und sich anbietenden Arbeitskräften her: https://www.daslandhilft.de/

Weitere Vermittlungsstellen sind zum Beispiel:

Ähnliche Beispiele gibt es auch an anderer Stelle und weitere werden bestimmt noch folgen.

Selbstverständlich steht Ihnen auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

Ich bin Arbeitgeber und möchte meine Arbeitnehmer während der Corona-Krise an ein anderes Unternehmen überlassen. Unter welchen Bedingungen darf ich das tun?

Überlassungen sollen in der Corona-Krise ohne Erlaubnis möglich sein. Das heißt, dass Arbeitskräfte für unterschiedliche Betriebe arbeiten können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat hierzu weitere Informationen veröffentlicht.

Welche Hilfen gibt es für Landwirte?

Es gibt Darlehen von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Wer kann Anträge stellen?
Landwirte, Gartenbaubetriebe und Winzer können bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank ab sofort Kredite beantragen, um die Liquidität ihrer Unternehmen zu sichern. Nicht gefördert werden „Unternehmen in Schwierigkeiten“ im Sinne des EU-Rechts. Die Darlehen haben eine Laufzeit von 4, 6 oder 10 Jahren, ein Jahr ist jeweils tilgungsfrei. Das Programm ist bis 30. Juni 2021 gültig.

Wo stelle ich den Antrag?
Bitte wenden Sie sich direkt an Ihre Hausbank.

Weitere Infos: https://www.rentenbank.de/foerderangebote/landwirtschaft/liquiditaetssicherung/

Service-Nummer für Kreditanfragen: 069/2107-700

Welche finanziellen Hilfen gibt es vom Bund? Wer kann Gelder beantragen?

Der Bund stellt für kleine Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler und Unternehmen der landwirtschaftlichen Urproduktion (Land-, Forst-, Fischereiwirtschaft) mit bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent) Soforthilfen in einem Umfang von 50 Milliarden Euro zu Verfügung. Voraussetzung ist jedoch, dass die finanzielle Notlage aufgrund der Corona-Krise entstanden ist. Antragstellende Unternehmen dürfen sich nicht bereits am 31.12.2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben.

Eine Kumulierung mit anderen Hilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist grundsätzlich möglich. Eine Überkompensation ist aber zurückzuzahlen.

Möglich sind Einmalzahlungen von bis zu 15.000 Euro, die schnell und unbürokratisch zur Verfügung stehen sollen. Die Umsetzung und Auszahlung der Mittel erfolgt über die Länder, denen die Gelder ab dem 30.März zur Verfügung gestellt werden.
Die Rechtsform des Unternehmens spielt dabei keine Rolle.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat eine Übersicht über die zuständigen Stellen in den Ländern aufgelistet:

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2020/20200329-weg-fuer-gewaehrung-corona-bundes-soforthilfen-ist-frei.html

Anträge sind bis spätestens 31.05.2020 bei der zuständigen Landesbehörde zu stellen, deren Adressen Sie unter dem oben genannten Link des BMWI nachsehen können.

Gibt es Engpässe bei den Futtermitteln?

Nein, es gibt weder bei den Futtermitteln für unsere Nutztiere noch für unsere Heimtiere derzeit Engpässe. Der Bezug von Rohwaren läuft unverändert und die Lager sind nach Aus-sagen der Wirtschaft weiterhin gut gefüllt.

Es kommt mitunter zu Verzögerungen bei der Auslieferung an die Märkte durch Engpässe in der Logistik (aufgrund von Personalmangel bei den Speditionen). Längere Lieferfristen werden von den Marktteilnehmern bereits einkalkuliert.

Gibt es Lieferengpässe bei Tierarzneimitteln in Deutschland?

Derzeit gibt es keine Hinweise zu bestehenden Lieferengpässen für Tierarzneimittel in Deutschland. Die Verfügbarkeit von bzw. mögliche Lieferengpässe bei Tierarzneimitteln werden von der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, aufmerksam beobachtet.

Können sich Haustiere bei infizierten Menschen anstecken?

Da Corona-Infektionen in der menschlichen Bevölkerung verbreitet sind, besteht die Möglichkeit, dass empfängliche Haustiere durch engen Kontakt mit infizierten Personen ebenfalls infiziert werden. Diese Infektionen können bei gesunden Katzen und Frettchen auch ohne Symptome oder nur mit geringen Symptomen verlaufen.

Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann. Es bedeutet auch nicht, dass es von den Tieren wieder ausgeschieden wird (mit z.B. Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot). Mit Corona infizierte Personen, insbesondere diejenigen mit Krankheitssymptomen, können große Virusmengen über Nase und Mund ausscheiden (Tröpfcheninfektion). Es ist davon auszugehen, dass ihre Umgebung entsprechend mit Virus belastet ist, auch bei Einhaltung von grundlegenden Hygieneregeln (in die Armbeuge niesen und husten, Hände waschen, Oberflächen reinigen). Daher sollten infizierte Personen gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht über das Gesicht lecken lassen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlicht auf seiner Website regelmäßig aktualisierte Informationen zur Rolle von Haus- und Nutztieren in Verbindung mit SARS-CoV-2: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/coronavirus/

+++ ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Ernährungswirtschaft.

Welchen Status hat in der Corona-Krise die Ernährungswirtschaft für die Bundesregierung?

Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 23. März 2020 die Land- und Ernährungswirtschaft inklusive Fischerei als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung oder dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausüben, zählen damit zur "kritischen Infrastruktur".

Was bedeutet kritische Infrastruktur?

Kritische Infrastrukturen sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Also Einrichtungen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Unternehmen, die zu einer kritischen Infrastruktur zählen, gelten daher als systemrelevant.

Im Rahmen des COVID-19-Krisenmanagements haben viele Bundesländer entschieden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen, die einer bestimmten kritischen Infrastruktur zuzuordnen sind, einen Anspruch auf eine Notfall-Kinderbetreuung einzuräumen.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung und die für Ernährungsnotfallvorsorge zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Länder haben eine Leitlinie als unverbindliche Arbeitshilfe zur Definition des Begriffs der "Kritischen Infrastruktur Ernährung" erarbeitet (hier als Download). Es wurde den Ländern gegenüber angeregt, diese unverbindliche Empfehlung den für die Anordnungen und Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) zuständigen Behörden in den Ländern zur Verfügung zu stellen.

Die in der Leitlinie enthaltene Liste hat lediglich Beispielcharakter. Die Tatsache, dass eine bestimmte Betriebsart nicht explizit aufgeführt ist, bedeutet also nicht, dass ein solcher Betrieb nicht auch dazu gehören kann.

Zur kritischen Infrastruktur Ernährung zählen zum Beispiel:

  • Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte
  • Drogeriemärkte
  • Wochenmärkte und landwirtschaftliche Direktvermarkter
  • Abhol- und Lieferdienste für den Bereich Lebensmittel
  • Unternehmen, die Lebensmittel herstellen
  • Landwirtschaftliche Betriebe einschließlich Sonderkulturbetriebe
  • Tierhaltungsbetriebe, Brütereien, Tierzuchtbetriebe

Welche Folgen hat COVID-19 für unsere Ernährungswirtschaft?

Unsere Ernährungsindustrie, das Ernährungshandwerk und unser Lebensmittelhandel haben im Moment besonders viel zu tun, um die sprunghaft angestiegene Nachfrage der Privathaushalte nach insbesondere haltbaren Lebensmitteln zu bedienen. Unternehmen leiden unter fehlenden Arbeitskräften. Hinzukommt, dass Heimarbeit hier nur sehr begrenzt möglich ist. Um die gestiegenen Anforderungen an unseren Lebensmitteleinzelhandel dennoch gut erfüllen zu können, werden Lebensmitteldiscounter und Supermärkte inzwischen vielerorts von anderen Unternehmen unterstützt. Beispielsweise stellen Gastronomiebetriebe, die in der der-zeitigen Situation weniger zu tun haben, Personal zur Verfügung, das in den Märkten beim Auffüllen der Regale aushilft.

Gibt es Logistik-Probleme?

Klar ist: Was nicht transportiert wird, fehlt im Supermarktregal. Es geht darum, Störungen in der Logistik in den für unsere Ernährungsversorgung systemrelevanten Unternehmen unbe-dingt zu verhindern. Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium wurden gute Lösungen gefunden, um die Warenlieferungen sicher zu stellen. So wurden die Lenk- und Ruhezeiten im Warenverkehr und Güterverkehr flexibilisiert. Darüber hinaus wird auf die Kontrolle des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für LKWs verzichtet.

Wie unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unsere Ernährungswirtschaft?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht mit allen Wirtschaftsbeteiligten im ständigen Austausch, auch um beispielsweise über die Anliegen des Lebensmitteleinzelhandels und der Ernährungswirtschaft zu beraten.

Was kann ich selbst tun?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ruft dazu auf, bedarfsgerecht einzukaufen: Wir sollten alle Hamsterkäufe vermeiden und uns damit auch solidarisch zeigen mit all denjenigen in unserer Gesellschaft, die sich Vorratseinkäufe gar nicht leisten können. Deshalb bitte: Kaufen Sie verantwortungsvoll ein – halten Sie auch beim Einkauf Maß und Mitte!

Ich bin Lebensmittelhändler und Arbeitgeber. Welche Möglichkeiten für eine flexiblere Arbeitszeit kann ich für meine Belegschaft nutzen?

Solange die Krise andauert, muss die Arbeitszeit flexibler gestaltet werden. Dazu wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) kurzfristig eine Verordnung erlassen, in der die Details zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten geregelt werden. Hiervon profitiert auch die Ernährungs- und Landwirtschaft.

+++ ARBEITNEHMER UND AN ARBEIT INTERESSIERTE +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Arbeitnehmer und an Arbeit Interessierte.

Ich möchte gerne in der Landwirtschaft arbeiten. Wohin kann ich mich wenden?

Der Bundesverband der Maschinenringe hat – unterstützt vom Bundeslandwirtschaftsministerium - eine digitale Plattform für die Vermittlung von Arbeitskräften in der Corona-Krise live geschaltet. Sie stellt kostenlos und unbürokratisch den Kontakt zwischen Landwirten und sich anbietenden Arbeitskräften her: https://www.daslandhilft.de/

Weitere Vermittlungsstellen sind zum Beispiel:

  • Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) bieten ihren bisher kostenpflichtigen Vermittlungsservice nun gratis an: https://www.saisonarbeit-in-deutschland.de/
  • Das Karriereportal „AgroBrain“ vermittelt Erntehelfer aus anderen Branchen an Landwirte: https://erntenforfuture.de/
  • Die Plattform Erntehelfer-gesucht: https://erntehelfer-gesucht.de/
  • Das Projekt "Erntehilfe" haben Mitglieder der studentischen Initiative INFINITY Mannheim e.V.: https://www.erntehilfe.org/

Ähnliche Beispiele gibt es auch an anderer Stelle und weitere werden bestimmt noch folgen.

Selbstverständlich steht Ihnen auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

Ich bin Saisonarbeiter und möchte mehr als die bisher möglichen 70 Tage arbeiten. Welche Vorschriften gelten jetzt?

Saisonarbeitskräfte dürfen bis zum 31. Oktober 2020 eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu 115 Tage im Kalenderjahr sozialversicherungsfrei ausüben. Bisher war das für bis zu 70 Tage möglich. Saisonarbeitskräfte, die bereits in Deutschland sind, können hier so länger sozialversicherungsfrei arbeiten. Das hilft den Betrieben bei der Ernte und Aussaat. Das Kriterium der Berufsmäßigkeit für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft gilt weiterhin.

Ich bin Arbeitnehmer und zurzeit in Kurzarbeit. Ich bin bereit, in der Landwirtschaft als Saisonarbeitskraft zu arbeiten. Was bedeutet das für mein Kurzarbeitergeld?

Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen helfende Hände. Um Anreize für eine temporäre Tätigkeit in der Landwirtschaft zu schaffen, werden Nebeneinkünfte aus der Landwirtschaft während der Corona-Krise bis zur Höhe des bisherigen Lohns nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Bei Fragen zur konkreten Berechnung wenden Sie sich bitte an die Bundesagentur für Arbeit.

Wird auch für Arbeitslose der Hinzuverdienst auf die Höhe des ehemaligen Nettoeinkommens heraufgesetzt?

Nein, eine vergleichbare Regelung zum Kurzarbeitergeld gibt es für Bezieher von Arbeitslosengeld derzeit nicht. Arbeitslose können unmittelbar eine Tätigkeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufnehmen.

Corona-Kirse: Ich bin als ehemaliger Landwirt im Vorruhestand und möchte vorübergehend wieder arbeiten. Was ist mit meiner Zuverdienstgrenze?

Die Zuverdienstgrenze bei Vorruheständler aus der Landwirtschaft ist für die Dauer des Jahres 2020 vollständig aufgehoben.

Parallel dazu wird die Hinzuverdienstgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung für Bezieher einer vorzeitigen Altersrente für die Dauer des Jahres 2020 deutlich angehoben. Hier wird ein Zuverdienst bis zur Höhe von 44.590 € im Jahr nicht auf Ihre Rente angerechnet.

Stichwort Corona-Krise/ Mithilfe in Betrieben: Ändert sich etwas für Studenten und Schüler?

Junge Menschen können sehr gerne in den Betrieben mithelfen, die jetzt Bedarf haben, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dafür die BAFöG-Regelungen angepasst. BAföG-Geförderte, die sich in der Pandemie-Bekämpfung engagieren und dabei in kurzer Zeit ein vergleichsweise hohes Einkommen erzielen, sollen davon keine Nachteile haben.

Detaillierte Informationen finden sich auf der Internetseite des Bundesbildungsministeriums: https://www.bafög.de/keine-nachteile-beim-bafoeg-wegen-corona-756.php

+++ MEHR INFORMATIONEN +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zu weiteren Ansprechpartnern und Hotlines.

Stichwort Corona-Krise: Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir haben für Fragen aus der Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und von Verbrauchern im Zusammenhang mit der Coronapandemie eine Hotline geschaltet. Mehr Informationen

Wichtige Anprechpartner für Fragen rund um das Coronavirus

Erschienen am im Format FAQ-Liste

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