Coronavirus - Fragen und Antworten

Im Zusammenhang mit dem Auftreten des Coronavirus (Covid-19, SARS-CoV-2) gibt es nach wie vor viel Unsicherheit. Uns erreichen viele Nachfragen. Deshalb geben wir hier Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Landwirtschaft, Tierhaltung und Ernährung.

Coronavirus: Unsere Hotline für Ihre Fragen

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Detaillierte Infos haben wir verlinkt. Außerdem haben wir weitere wichtige Ansprechpartner rund um das Thema Corona aufgelistet. Wir bieten auch FAQs in türkischer, polnischer und englischer Sprache an.

Jüngste Aktualisierung dieser Seite: Dienstag, 16. Juni 2020, 18:55 Uhr

+++ LANDWIRTSCHAFT UND TIERHALTUNG +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Landwirtschaft und Tierhaltung.

Welchen Status hat in der Corona-Krise die Landwirtschaft für die Bundesregierung?

Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 23. März 2020 die Land- und Ernährungswirtschaft inklusive Fischerei als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung oder dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausüben, zählen damit zur "kritischen Infrastruktur".

Was bedeutet kritische Infrastruktur?

Kritische Infrastrukturen sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Also Einrichtungen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Unternehmen, die zu einer kritischen Infrastruktur zählen, gelten daher als systemrelevant.

Im Rahmen des COVID-19-Krisenmanagements haben viele Bundesländer entschieden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen, die einer bestimmten kritischen Infrastruktur zuzuordnen sind, einen Anspruch auf eine Notfall-Kinderbetreuung einzuräumen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die für Ernährungsnotfallvorsorge zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Länder haben eine Leitlinie als unverbindliche Arbeitshilfe zur Definition des Begriffs der "Kritischen Infrastruktur Ernährung" erarbeitet (hier als Download). Es wurde den Ländern gegenüber angeregt, diese unverbindliche Empfehlung den für die Anordnungen und Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) zuständigen Behörden in den Ländern zur Verfügung zu stellen.

Die in der Leitlinie enthaltene Liste hat lediglich Beispielcharakter. Die Tatsache, dass eine bestimmte Betriebsart nicht explizit aufgeführt ist, bedeutet also nicht, dass ein solcher Betrieb nicht auch dazu gehören kann.

Zur kritischen Infrastruktur Ernährung zählen zum Beispiel:

  • Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte
  • Drogeriemärkte
  • Wochenmärkte und landwirtschaftliche Direktvermarkter
  • Abhol- und Lieferdienste für den Bereich Lebensmittel
  • Unternehmen, die Lebensmittel herstellen
  • Landwirtschaftliche Betriebe einschließlich Sonderkulturbetriebe
  • Tierhaltungsbetriebe, Brütereien, Tierzuchtbetriebe

Warum bekommen Landwirte Unterstützung?

Landwirte stellen unsere Lebensmittel her: Was heute nicht gesät oder gepflanzt wird, kann morgen nicht geerntet werden. Landwirtschaft ist deshalb, genau wie die Ernährungswirtschaft, systemrelevant. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass

  • Landwirtschaftliche Betriebe genug Liquidität haben,
  • Lieferketten weiterlaufen und
  • genug Arbeitskräfte da sind.

Welche Folgen hat COVID-19 für unsere Landwirtschaft?

Die konkrete Betroffenheit der Landwirtschaft entwickelt sich – wie die Gesamtsituation – derzeit dynamisch weiter: Bei einer weiteren Ausbreitung von COVID-19 können unseren Landwirtinnen und Landwirten negative wirtschaftliche Folgen drohen. Wenn, zum Beispiel, durch den Ausfall von Arbeitskräften nur teilweise oder gar nicht gesät, gepflanzt oder geerntet werden kann. Auch logistische Probleme, wie Verzögerungen im grenzüberschreitenden Lieferverkehr oder Personalmangel bei Lieferunternehmen, können zu wirtschaftlichen Einbußen führen, wenn Erzeugnisse nicht an die Supermärkte ausgeliefert werden können und dann verderben.

Ich bin Landwirt und selbst erkrankt. Wo bekomme ich Unterstützung?

Falls Sie als Betriebsleiter erkranken, können Sie sich an die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) wenden. Sie kann einen Betriebshelfer stellen oder sie übernimmt die Kosten für einen selbst organisierten Betriebshelfer. Ob das möglich ist, hängt vom konkreten Einzelfall und von der Abstimmung mit den Behörden vor Ort ab.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der SVLFG: https://www.svlfg.de/

Ich bin Arbeitgeber in der landwirtschaftlichen Erzeugung, Verarbeitung oder Logistik. Welche Möglichkeiten für eine flexiblere Arbeitszeit kann ich für meine Belegschaft nutzen?

Die Arbeitszeitregelungen wurden flexibilisiert. Das Bundesministerium für Arbeit und Sozia-les hat per Verordnung die befristete Möglichkeit geschaffen, die Arbeitszeit auf täglich 12 Stunden auszuweiten und die Ruhezeiten auf neun Stunden zu verkürzen. Gleichzeitig wurde auch die Ausgleichsregelung für Sonntagsarbeit gelockert. Der Ersatzruhetag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an einem Sonntag beschäftigt werden, muss innerhalb von acht Wochen gewährt werden

Ich bin Landwirt und habe Flächen gepachtet. Wegen der Krise kann ich meine Pacht nicht bezahlen. Welchen Schutz vor Kündigung habe ich?

Landwirten, die wegen der Corona-Krise Schwierigkeiten haben, ihre Pacht zu zahlen, darf bis zum 30. Juni 2020 nicht einseitig gekündigt werden.

Welche Maßnahmen gelten für die Saisonarbeitskräfte ab dem 16. Juni 2020?

Sobald die am 25. März 2020 verhängten Einreisebeschränkungen weggefallen sind, können Saisonarbeitskräfte wieder auf zwei Wegen nach Deutschland kommen: auf dem Landweg und per Flugzeug. Für Einreisende aus Drittstaaten ist die Einreise im Rahmen der geltenden Einreisebestimmungen möglich.

Das neugefasste Konzeptpapier, das ab dem 16. Juni 2020 gilt, trägt dem aktuellen Pandemiegeschehen Rechnung. Es berücksichtigt die zwischenzeitlich getroffenen Regelungen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz.

Das Konzept ist hier abrufbar.

Muss ich nach dem 15. Juni 2020 meinen Arbeitskräftebedarf noch anmelden? 

Nein. Mit Ablauf des 15. Juni 2020 gilt in Deutschland wieder die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für alle Branchen, damit auch für Arbeitskräfte in der Landwirtschaft. Eine Anmeldung, die bisher über den Deutschen Bauernverband erforderlich war, ist nicht mehr notwendig. Auch Saisonarbeitskräfte können auf der Grundlage der Regelungen über den Land- und Luftweg nach Deutschland einreisen.

Was ist allgemein beim Arbeits- und Gesundheitsschutz zu beachten?  

Es gelten auch für Saisonarbeiter alle arbeitsrechtlichen Schutzrechte sowie Hygiene- und Abstandsgebote, die bei inländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern anzuwenden sind. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, alle in Deutschland geltenden Regeln des Arbeitsschutzes sowie des Arbeitsrechts einzuhalten. Die zuständigen Arbeitsschutzbehörden sowie der Zoll werden diese Arbeitsbedingungen kontrollieren.

 

Welche besonderen Arbeits- und Hygieneregeln gelten für landwirtschaftliche Betriebe ab dem 16. Juni 2020?   

Die landwirtschaftlichen Arbeitgeber haben dafür Sorge zu tragen, dass in den Betrieben und Unterkünften der Gesundheitsschutz sichergestellt ist. Er muss den Arbeitsschutz-Regeln der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) entsprechen (siehe SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard auf www.svlfg.de)

Es gilt der Grundsatz: zusammen arbeiten - zusammen wohnen. Die Arbeitgeber stellen sicher, dass die Beschäftigten untereinander so wenig wie möglich in Kontakt kommen und die notwendigen Abstände eingehalten werden können. Die Einteilung in feste Teams von Anfang an hilft, das Ausbreitungsrisiko zu minimieren. Auch bei allen arbeitsbezogenen Kontakten sollen, soweit wie irgendwie möglich, Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. In jedem Fall müssen diese Abstände zwischen den verschiedenen Teams vor Ort eingehalten werden.

Was ist zu tun, wenn mehrere Gruppen die gleichen Küchen und Bäder nutzen?

Werden Bereiche in den Unterkünften von mehreren Teams gemeinsam genutzt – wie Sanitärräume oder Küchen – so soll organisatorisch geregelt werden, dass Kontakte der einzelnen Beschäftigtengruppen untereinander unterbleiben.

Was haben Arbeitgeber zu dokumentieren? 

Im Erkrankungsfall müssen die tätigkeitsbedingten Kontakte nachvollziehbar sein. Dafür haben die Betriebe Vorkehrungen zu treffen. Es gelten die jeweiligen regionalen Bestimmungen. Insbesondere sollen sie Betriebe die Adressdaten und die Rück- bzw. Weiterreise der Saisonarbeitskraft sowie die Team- und Wohnbelegung erfassen. Die Daten sind vier Wochen nach Abreise der Saisonarbeitskraft zu vernichten.

 

Was ist zu tun, wenn sich ein Erntehelfer infiziert hat?  

Im Falle einer Erkrankung ist das gesamte Team sofort zu isolieren. Erkrankte Mitarbeiter sind von den anderen getrennt unterzubringen. Die Erkrankung ist dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, wobei der Arbeitgeber die relevanten Informationen bereithält.

Wer kontrolliert die Vorgaben zum Arbeits- und Gesundheitsschutz? 

Die örtlich zuständigen Behörden (z.B. Gesundheitsämter, Arbeitsschutzbehörden) sind für die Überwachung und Durchsetzung der Einhaltung der vorgegebenen Regelungen verantwortlich.

 

Mein Betrieb ist auf Saisonarbeitskräfte angewiesen. Was ist mit der kurzfristigen Beschäftigung (70-Tage-Regelung)?

Die sogenannte 70-Tage-Regelung wurde befristet bis zum 31. Oktober 2020 ausgeweitet Saisonarbeitskräfte, die bereits in Deutschland sind, können jetzt länger sozialversicherungsfrei arbeiten. Sie dürfen nun eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu fünf Monate beziehungsweise bis zu 115 Tage im Kalenderjahr ausüben. Das Kriterium der Berufsmäßigkeit für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft gilt allerdings weiterhin. Demnach darf diese Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden, sofern das Arbeitsentgelt im Monat 450 Euro überschreitet. Dies gilt auch für die Verlängerung. Anderenfalls tritt Sozialversicherungspflicht ein.

Arbeitgeber und Saisonarbeitskräfte müssen bei kurzfristigen Beschäftigungen keine Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung entrichten. Auch kurzfristig beschäftigte Saisonarbeitskräfte sind gesetzlich unfallversichert; der Arbeitgeber trägt den Unfallversicherungsbeitrag allein.

Ich suche Saisonarbeitskräfte. Wohin kann ich mich wenden?

Der Bundesverband der Maschinenringe hat – unterstützt vom Bundeslandwirtschaftsministerium - eine digitale Plattform für die Vermittlung von Arbeitskräften in der Corona-Krise live geschaltet. Sie stellt kostenlos und unbürokratisch den Kontakt zwischen Landwirten und sich anbietenden Arbeitskräften her: https://www.daslandhilft.de/

Weitere Vermittlungsstellen sind zum Beispiel:

Ähnliche Beispiele gibt es auch an anderer Stelle und weitere werden bestimmt noch folgen.

Selbstverständlich steht Ihnen auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

Ich bin Arbeitgeber und möchte meine Arbeitnehmer während der Corona-Krise an ein anderes Unternehmen überlassen. Unter welchen Bedingungen darf ich das tun?

Überlassungen sollen in der Corona-Krise ohne Erlaubnis möglich sein. Das heißt, dass Arbeitskräfte für unterschiedliche Betriebe arbeiten können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat hierzu weitere Informationen veröffentlicht.

Welche Hilfen gibt es für Landwirte?

Es gibt Darlehen von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Wer kann Anträge stellen?
Landwirte, Gartenbaubetriebe und Winzer können bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank ab sofort Kredite beantragen, um die Liquidität ihrer Unternehmen zu sichern. Nicht gefördert werden „Unternehmen in Schwierigkeiten“ im Sinne des EU-Rechts. Die Darlehen haben eine Laufzeit von 4, 6 oder 10 Jahren, ein Jahr ist jeweils tilgungsfrei. Das Programm ist bis 30. Juni 2021 gültig.

Wo stelle ich den Antrag?
Bitte wenden Sie sich direkt an Ihre Hausbank.

Weitere Infos: https://www.rentenbank.de/foerderangebote/landwirtschaft/liquiditaetssicherung/

Service-Nummer für Kreditanfragen: 069/2107-700

Welche Unterstützung erhalten Fischerei-/und Aquakulturbetriebe?

Durch die im April erfolgte Änderung der Verordnung über den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) sind flexible Hilfen für die Fischerei und Aquakulturbetriebe möglich.

So besteht nun die Möglichkeit der Förderung der vorübergehenden Stilllegung auch für die Binnenfischerei. Betriebe der Seefischerei, die ihre Fischereifahrzeuge befristet stilllegen müssen, können hierfür ebenfalls Überbrückungsbeihilfen erhalten. Daneben enthält die Verordnung auch die Möglichkeit, Aquakulturbetriebe über den EMFF zu fördern.

Details zu den konkreten Fördermaßnahmen und –richtlinien für Binnenfischerei und Aquakultur sind bei den zuständigen Ländern zu finden.

Gibt es Engpässe bei Futtermitteln?

Nein, es gibt weder bei den Futtermitteln für unsere Nutztiere noch für unsere Heimtiere derzeit Engpässe. Der Bezug von Rohwaren läuft unverändert und die Lager sind nach Aus-sagen der Wirtschaft weiterhin gut gefüllt.

Es kommt mitunter zu Verzögerungen bei der Auslieferung an die Märkte durch Engpässe in der Logistik (aufgrund von Personalmangel bei den Speditionen). Längere Lieferfristen werden von den Marktteilnehmern bereits einkalkuliert.

Gibt es Lieferengpässe bei Tierarzneimitteln in Deutschland?

Derzeit gibt es keine Hinweise zu bestehenden Lieferengpässen für Tierarzneimittel in Deutschland. Die Verfügbarkeit von bzw. mögliche Lieferengpässe bei Tierarzneimitteln werden von der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, aufmerksam beobachtet.

Können sich Haustiere bei infizierten Menschen anstecken?

Da Corona-Infektionen in der menschlichen Bevölkerung verbreitet sind, besteht die Möglichkeit, dass empfängliche Haustiere durch engen Kontakt mit infizierten Personen ebenfalls infiziert werden. Diese Infektionen können bei gesunden Katzen und Frettchen auch ohne Symptome oder nur mit geringen Symptomen verlaufen.

Allerdings bedeutet eine mögliche Infektion von Haustieren nicht automatisch, dass sich das Virus in den Tieren vermehren kann. Es bedeutet auch nicht, dass es von den Tieren wieder ausgeschieden wird (mit z.B. Nasensekret, Hustenauswurf oder Kot). Mit Corona infizierte Personen, insbesondere diejenigen mit Krankheitssymptomen, können große Virusmengen über Nase und Mund ausscheiden (Tröpfcheninfektion). Es ist davon auszugehen, dass ihre Umgebung entsprechend mit Virus belastet ist, auch bei Einhaltung von grundlegenden Hygieneregeln (in die Armbeuge niesen und husten, Hände waschen, Oberflächen reinigen). Daher sollten infizierte Personen gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von den Tieren nicht über das Gesicht lecken lassen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlicht auf seiner Website regelmäßig aktualisierte Informationen zur Rolle von Haus- und Nutztieren in Verbindung mit SARS-CoV-2: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/coronavirus/

Welche Corona-Gefahr besteht für Haustiere?

Bestimmte Tiere sind für den Corona-Erreger empfänglich. Dazu gehören Katzen und Frettchen. Hunde sind nach derzeitigem Stand der Wissenschaft weniger empfänglich.

In verschiedenen Ländern sind Einzelfälle von Hauskatzen bekannt geworden, die positiv getestet wurden und aus von Corona betroffenen Haushalten stammen. Fallberichte gibt es auch für Tiger und Löwen aus einem Zoo in den USA. Insgesamt wurden weltweit 15 Infektionen bei gehaltenen Tieren, sprich Haus- oder Zootieren, gemeldet. Es gibt im Moment aber keine Belege für eine Übertragung von Corona von Haustieren auf den Menschen.

Müssen Haustiere auf Corona getestet werden?

Grundsätzlich sollten Tiere nicht ohne einen bestimmten Grund auf SARS-CoV-2 getestet werden. Es besteht für Haustierhalter keine Pflicht, Tiere testen zu lassen. Ein Test ist nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. Beispielsweise wenn eine Katze, die in einem Haushalt lebt, in dem Corona-Fälle aufgetreten sind, entsprechende klinische Symptome zeigt. Sollte dieser Test positiv sein – dann soll künftig die Pflicht zur Meldung bestehen.

Wer muss das kranke Haustier melden und ab wann gilt die Meldepflicht?

Zur Meldung werden verpflichtet sein: Leiter der Veterinäruntersuchungsämter, Leiter der Tiergesundheitsämter oder sonstiger öffentlicher oder privater Untersuchungsämter sowie Tierärzte, die eine meldepflichtige Krankheit feststellen.

Der Bundesrat stimmt am 3. Juli über die Meldepflicht ab. Stimmt der Bundesrat zu, kann die Verordnung zügig in Kraft treten.

Was passiert mit meinem Haustier, wenn es an Corona erkrankt ist?

Das besprechen Sie direkt mit Ihrem Tierarzt – oder auch mit der Veterinärbehörde oder Ihrem Gesundheitsamt vor Ort. Grundsätzlich ist enger Kontakt mit einem betroffenen Tier zu vermeiden und das Tier sollte für mindestens 14 Tage isoliert werden.

Ansonsten gelten die allgemeinen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen vor und nach dem Umgang mit Tieren, keine Lebensmittel teilen und kein länger dauernder Kontakt, wie z.B. das Übernachten der Tiere im Bett.

Warum soll eine Meldepflicht eingeführt werden?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft möchte über die Einführung einer Meldepflicht mehr Klarheit über Vorkommen und Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren erhalten. So sollen Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch in Zukunft früh erkannt und geeignete Bekämpfungsmaßnahmen angewendet werden können.

Außerdem können dann auch die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die EU-Kommission über bestätigte Fälle von Corona-Infektionen in Deutschland informiert werden. Die Meldepflicht ist auch international von großer Bedeutung für Wissenschaft und Forschung, um weitere Erkenntnisse zu Infektion, Übertragung, Vorkommen und Ausbreitung zu sammeln.

Was bedeutet die Meldepflicht bei Haustieren für Nutztierhalter?

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass sich Schweine, Hühner und andere in Deutschland übliche Nutztiere mit SARS-CoV-2 infizieren können. Daher ist auch eine Untersuchung von Schlachttieren auf SARS-CoV-2 zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber SARS-CoV-2 begonnen. Ziel ist, eine mögliche Gefährdung für Mensch und Tier abschätzen zu können und zu testen, ob sie sich zum Virusreservoir entwickeln könnten. Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass sich weder Schweine noch Hühner mit SARS-CoV-2 anstecken.

+++ ERNÄHRUNG UND NAHRUNGSMITTEL +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Ernährung und Nahrungsmittel.

Kann ich mich über Lebensmittel und Produkte aus dem Supermarkt mit dem Corona-Virus anstecken?

Bislang sind keine Fälle bekannt, bei denen sich Menschen nachweislich über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Corona-Virus angesteckt hätten.

Kann ich mich über Lebensmittel, die aus dem Ausland kommen, anstecken?

Auch hier ist bisher kein Fall bekannt. Es ist insgesamt unwahrscheinlich, dass auf Waren, die aus dem Ausland kommen, das Coronavirus weitergegeben wird.

Sollte ich im Umgang mit Lebensmitteln trotzdem etwas beachten?

Eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel oder importierte Produkte ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung unwahrscheinlich. Dennoch ist es wichtig, die allgemeinen Regeln der Hygiene zu beachten. Das heißt konkret: gründliches und regelmäßiges Händewaschen, Hände aus dem Gesicht fernhalten und Lebensmittel vor der Zubereitung gründlich abspülen. Sicher ist: Die Viren sind hitzeempfindlich. Das ohnehin sehr geringe Risiko kann weiter reduziert werden, wenn Lebensmittel erhitzt werden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Internet-Links:

Was ist zu beachten, wenn ich außer Haus esse?

Wer auswärts isst, sollte einige Dinge beachten: Coronaviren können durch direktes Niesen oder Husten auf Gegenstände gelangen – und von dort aus übertragen werden. In Kantinen betrifft das vor allem Tabletts und Besteckkästen. Deshalb gilt: Gästen sollte das Besteck gereicht werden – zum Beispiel beim Bezahlen. Im Sinne der Hygiene wird zudem zu einer bargeldlosen Bezahlung geraten.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass in Kantinen ausreichend Abstand zwischen den Gästen herrscht und Warteschlangen vermieden werden. Das heißt: Es muss Maßnahmen zur Steuerung und Beschränkung des Zutritts geben. Und nicht zuletzt müssen Gewürze, Zuckerstreuer, aber auch Tische, Stühle und Türklinken häufiger desinfiziert oder ausgetauscht werden. Der Hygieneplan gemäß des Infektionsschutzgesetz Gastro muss regelmäßig überprüft werden. Hygieneschulungen der Betriebsmitarbeiter sind in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Bei Lieferdiensten sollte darauf geachtet werden, dass Kunden und Lieferanten nicht miteinander in Kontakt kommen. Essen sollte telefonisch oder online bestellt und auch online bezahlt werden. Die Lieferung kann dann vor der Haustür abgestellt werden.

Besondere Aufmerksamkeit sollte Backshops und Backautomaten in Selbstbedienung gewidmet werden. Denn Klappen, Zangen oder andere Gegenstände in den Backshops werden von Kunden berührt, die anschließend ihr Gebäck händisch eintüten und dabei Viren transportieren können.

Sind unsere Lebensmittel trotz der Ausbreitung des Corona-Virus sicher?

Unsere Lebensmittel bleiben weiterhin sicher. Unternehmen sind unverändert dazu verpflichtet, nur sichere Lebensmittel in den Verkehr zu bringen. Auch die Anforderungen an die Qualität amtlicher Lebensmittelkontrollen bleiben bestehen.

Gibt es Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln?

Es gibt keine Engpässe in der Beschaffung von Waren. Die Lager sind nach Aussagen der Wirtschaft gefüllt. Die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung hat neben dem sachgerechten Infektionsschutz oberste Priorität.

Zu Beginn der Corona-Krise war es, zum Beispiel aufgrund von Grenzkontrollen, zu Verzögerungen im innergemeinschaftlichen Warenverkehr gekommen und damit zu einigen Lieferengpässen bei der Belieferung der Märkte mit Lebensmitteln.

Die zum Teil leeren Regale in Lebensmittelmärkten führten zu Verunsicherungen. Der Lebensmitteleinzelhandel und die Ernährungswirtschaft hatten mit Hochdruck daran gearbeitet, die Regale so schnell wie möglich wieder aufzufüllen. Die Supermärkte sind längst wieder gut bestückt.

Corona-Krise: Könnte sich Deutschland selbst versorgen?

Deutschland hat bei vielen Grundnahrungsmitteln einen hohen Selbstversorgungsgrad. Bei Weizen, Kartoffeln, Fleisch und Milcherzeugnissen liegt er beispielsweise über 100 Prozent. Das bedeutet: Deutschlandweit werden mehr Kartoffeln oder Fleisch produziert, als hierzulande eingekauft, verzehrt oder weiterverarbeitet wird.

Wann würde die Bundesregierung eingreifen, um eine Versorgung mit Lebensmitteln zu gewährleisten?

Das passiert nur, wenn eine Versorgungskrise im Sinne des entsprechenden Gesetzes (Ernährungssicherstellungs- und -vorsorgegesetz, kurz ESVG) vorliegt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht aber derzeit nicht davon aus, dass das Corona-Virus-Geschehen zu einer solchen Versorgungskrise führen könnte. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist aktuell gesichert.

Von einer Versorgungskrise laut ESVG ist nur dann die Rede, wenn

  • die Deckung des lebensnotwendigen Bedarfs an Lebensmitteln in wesentlichen Teilen Deutschlands ernsthaft gefährdet ist und
  • diese Gefährdung ohne Eingreifen der Bundesregierung in den Markt, nicht rechtzeitig oder nur mit unverhältnismäßigen Mitteln zu beheben ist.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter folgenden Internet-Link:

https://ernaehrungsvorsorge.de/staatliche-vorsorge/haeufig-gestellte-fragen-faq

Ernährungsvorsorge - Maßnahmen zur Überbrückung von Versorgungsengpässen

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Sind durch die Ausbreitung des Corona-Virus die Preise für Lebensmittel gestiegen?

Im Vergleich zum April 2019 sind Lebensmittel im April 2020 4,8 Prozent teurer gewesen. Wie in den Vormonaten wurde dies hauptsächlich durch steigende Preise für frische Produkte wie Gemüse, Obst und frische Wurst sowie Fleischwaren verursacht. Die Preise für Schweinefleisch und Fleischwaren sind jedoch bereits vor der Corona-Krise gestiegen.

Der Preisanstieg bei einigen Obst- und Gemüsearten ist unter anderem auf eine erhöhte Nachfrage seitens der Verbraucher sowie eine schwierigere Versorgung aus wichtigen Lieferländern wie beispielsweise Spanien oder Italien zurückzuführen.

Der Preisanstieg bei wichtigen Milcherzeugnissen geht auf die während der Coronakrise deutlich gestiegene Nachfrage insbesondere nach haltbaren Milcherzeugnissen zurück.

Was müssen Mütter beim Stillen beachten?

Das Stillen wird weiterhin empfohlen. Die Nationale Stillkommission schreibt in einer Stellungnahme: In Muttermilch von infizierten Frauen wurden bisher keine Erreger von COVID-19 nachgewiesen, wenn auch die Untersuchungen sich noch auf eine sehr kleine Fallzahl beziehen. Daher gibt es aktuell keine wissenschaftlichen Belege, dass COVID-19 über die Muttermilch übertragen werden kann. Hauptrisikofaktor für eine Übertragung beim Stillen ist der enge Hautkontakt. Die Vorteile des Stillens überwiegen, so dass das Stillen unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen empfohlen wird.

Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Weitere Informationen finden Sie auch unter folgenden Internet-Links:

Kann ich mich mit Nahrungsergänzungsmitteln vor einer Ansteckung schützen?

Angebote von Nahrungsergänzungsmitteln, die mit speziellem „Corona-Bezug“ werben, sind unzulässig. Denn für Nahrungsergänzungsmittel und alle anderen Lebensmittel gilt: Ihnen dürfen nur dann gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden, wenn diese Aussagen nach positiv ausgefallener wissenschaftlicher Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit von der EU-Kommission zugelassen worden sind.

Trotzdem werden im Internet auf verschiedenen Plattformen "Corona-Nahrungsergänzungsmittel" angeboten. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird sich nun an die Betreiber der Plattformen wenden und diese auffordern, verstärkt auf diese Angebote zu achten und entsprechende Produkte nicht mehr zum Verkauf anzubieten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

+++ ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Ernährungswirtschaft.

Welchen Status hat in der Corona-Krise die Ernährungswirtschaft für die Bundesregierung?

Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 23. März 2020 die Land- und Ernährungswirtschaft inklusive Fischerei als systemrelevante Infrastruktur anerkannt. Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung oder dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausüben, zählen damit zur "kritischen Infrastruktur".

Was bedeutet kritische Infrastruktur?

Kritische Infrastrukturen sind Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Also Einrichtungen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden. Unternehmen, die zu einer kritischen Infrastruktur zählen, gelten daher als systemrelevant.

Im Rahmen des COVID-19-Krisenmanagements haben viele Bundesländer entschieden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen, die einer bestimmten kritischen Infrastruktur zuzuordnen sind, einen Anspruch auf eine Notfall-Kinderbetreuung einzuräumen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die für Ernährungsnotfallvorsorge zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Länder haben eine Leitlinie als unverbindliche Arbeitshilfe zur Definition des Begriffs der "Kritischen Infrastruktur Ernährung" erarbeitet (hier als Download). Es wurde den Ländern gegenüber angeregt, diese unverbindliche Empfehlung den für die Anordnungen und Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) zuständigen Behörden in den Ländern zur Verfügung zu stellen.

Die in der Leitlinie enthaltene Liste hat lediglich Beispielcharakter. Die Tatsache, dass eine bestimmte Betriebsart nicht explizit aufgeführt ist, bedeutet also nicht, dass ein solcher Betrieb nicht auch dazu gehören kann.

Zur kritischen Infrastruktur Ernährung zählen zum Beispiel:

  • Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte
  • Drogeriemärkte
  • Wochenmärkte und landwirtschaftliche Direktvermarkter
  • Abhol- und Lieferdienste für den Bereich Lebensmittel
  • Unternehmen, die Lebensmittel herstellen
  • Landwirtschaftliche Betriebe einschließlich Sonderkulturbetriebe
  • Tierhaltungsbetriebe, Brütereien, Tierzuchtbetriebe

Welche Folgen hat COVID-19 für unsere Ernährungswirtschaft?

Unsere Ernährungsindustrie, das Ernährungshandwerk und unser Lebensmittelhandel haben im Moment besonders viel zu tun, um die sprunghaft angestiegene Nachfrage der Privathaushalte nach insbesondere haltbaren Lebensmitteln zu bedienen. Unternehmen leiden unter fehlenden Arbeitskräften. Hinzukommt, dass Heimarbeit hier nur sehr begrenzt möglich ist. Um die gestiegenen Anforderungen an unseren Lebensmitteleinzelhandel dennoch gut erfüllen zu können, werden Lebensmitteldiscounter und Supermärkte inzwischen vielerorts von anderen Unternehmen unterstützt. Beispielsweise stellen Gastronomiebetriebe, die in der der-zeitigen Situation weniger zu tun haben, Personal zur Verfügung, das in den Märkten beim Auffüllen der Regale aushilft.

Gibt es Logistik-Probleme?

Klar ist: Was nicht transportiert wird, fehlt im Supermarktregal. Es geht darum, Störungen in der Logistik in den für unsere Ernährungsversorgung systemrelevanten Unternehmen unbe-dingt zu verhindern. Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium wurden gute Lösungen gefunden, um die Warenlieferungen sicher zu stellen. So wurden die Lenk- und Ruhezeiten im Warenverkehr und Güterverkehr flexibilisiert. Darüber hinaus wird auf die Kontrolle des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für LKWs verzichtet.

Wie unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unsere Ernährungswirtschaft?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht mit allen Wirtschaftsbeteiligten im ständigen Austausch, auch um beispielsweise über die Anliegen des Lebensmitteleinzelhandels und der Ernährungswirtschaft zu beraten.

+++ ARBEITNEHMER UND AN ARBEIT INTERESSIERTE +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zum Themenblock Arbeitnehmer und an Arbeit Interessierte.

Ich möchte gerne in der Landwirtschaft arbeiten. Wohin kann ich mich wenden?

Der Bundesverband der Maschinenringe hat – unterstützt vom Bundeslandwirtschaftsministerium - eine digitale Plattform für die Vermittlung von Arbeitskräften in der Corona-Krise live geschaltet. Sie stellt kostenlos und unbürokratisch den Kontakt zwischen Landwirten und sich anbietenden Arbeitskräften her: https://www.daslandhilft.de/

Weitere Vermittlungsstellen sind zum Beispiel:

  • Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) bieten ihren bisher kostenpflichtigen Vermittlungsservice nun gratis an: https://www.saisonarbeit-in-deutschland.de/
  • Das Karriereportal „AgroBrain“ vermittelt Erntehelfer aus anderen Branchen an Landwirte: https://erntenforfuture.de/
  • Die Plattform Erntehelfer-gesucht: https://erntehelfer-gesucht.de/
  • Das Projekt "Erntehilfe" haben Mitglieder der studentischen Initiative INFINITY Mannheim e.V.: https://www.erntehilfe.org/

Ähnliche Beispiele gibt es auch an anderer Stelle und weitere werden bestimmt noch folgen.

Selbstverständlich steht Ihnen auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung.

Ich bin Saisonarbeiter und möchte mehr als die bisher möglichen 70 Tage arbeiten. Welche Vorschriften gelten jetzt?

Saisonarbeitskräfte dürfen bis zum 31. Oktober 2020 eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu 115 Tage im Kalenderjahr sozialversicherungsfrei ausüben. Bisher war das für bis zu 70 Tage möglich. Saisonarbeitskräfte, die bereits in Deutschland sind, können hier so länger sozialversicherungsfrei arbeiten. Das hilft den Betrieben bei der Ernte und Aussaat. Das Kriterium der Berufsmäßigkeit für die Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft gilt weiterhin.

Ich bin Arbeitnehmer und zurzeit in Kurzarbeit. Ich bin bereit, in der Landwirtschaft als Saisonarbeitskraft zu arbeiten. Was bedeutet das für mein Kurzarbeitergeld?

Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen helfende Hände. Um Anreize für eine temporäre Tätigkeit in der Landwirtschaft zu schaffen, werden Nebeneinkünfte aus der Landwirtschaft während der Corona-Krise bis zur Höhe des bisherigen Lohns nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Bei Fragen zur konkreten Berechnung wenden Sie sich bitte an die Bundesagentur für Arbeit.

Corona-Krise: Ich bin als ehemaliger Landwirt im Vorruhestand und möchte vorübergehend wieder arbeiten. Was ist mit meiner Zuverdienstgrenze?

Die Zuverdienstgrenze bei Vorruheständler aus der Landwirtschaft ist für die Dauer des Jahres 2020 vollständig aufgehoben.

Parallel dazu wird die Hinzuverdienstgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung für Bezieher einer vorzeitigen Altersrente für die Dauer des Jahres 2020 deutlich angehoben. Hier wird ein Zuverdienst bis zur Höhe von 44.590 € im Jahr nicht auf Ihre Rente angerechnet.

Wird auch für Arbeitslose der Hinzuverdienst auf die Höhe des ehemaligen Nettoeinkommens heraufgesetzt?

Nein, eine vergleichbare Regelung zum Kurzarbeitergeld gibt es für Bezieher von Arbeitslosengeld derzeit nicht. Arbeitslose können unmittelbar eine Tätigkeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufnehmen.

Stichwort Corona-Krise/ Mithilfe in Betrieben: Ändert sich etwas für Studenten und Schüler?

Junge Menschen können sehr gerne in den Betrieben mithelfen, die jetzt Bedarf haben, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dafür die BAFöG-Regelungen angepasst. BAföG-Geförderte, die sich in der Pandemie-Bekämpfung engagieren und dabei in kurzer Zeit ein vergleichsweise hohes Einkommen erzielen, sollen davon keine Nachteile haben.

Detaillierte Informationen finden sich auf der Internetseite des Bundesbildungsministeriums: https://www.bafög.de/keine-nachteile-beim-bafoeg-wegen-corona-756.php

+++ MEHR INFORMATIONEN +++

Nachfolgend finden Sie Corona-FAQs zu weiteren Ansprechpartnern und Hotlines.

Stichwort Corona-Krise: Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir haben für Fragen aus der Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und von Verbrauchern im Zusammenhang mit der Coronapandemie eine Hotline geschaltet. Mehr Informationen

Wichtige Ansprechpartner für Fragen rund um das Coronavirus

Erschienen am im Format FAQ-Liste

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