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Einsatz von Glyphosat restriktiver gestalten.

Datum:
12.12.17

Bundesminister Christian Schmidt spricht im Interview mit dem "Münchner Merkur" über die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung

Frage: Herr Schmidt, für Ihre Glyphosat-Entscheidung sind Sie massiv kritisiert worden. Sie haben wegen Morddrohungen sogar Ihre Facebook-Seite abgeschaltet.

Christian Schmidt: Mit meiner vielleicht unpopulären Entscheidung habe ich in der Sache mehr erreicht als mit einer Enthaltung. Gekommen wäre die Verlängerung der Zulassung sowieso, aber jetzt gibt es Regeln: mehr Transparenz und Übersicht bei der Zulassung, die Grundlage für ein Verbot der Privatanwendung und Rechtssicherheit für die Bauern. Ich war aber erschrocken, wie die Diskussion teilweise entgleist ist. Solche Vorwürfe gehören nicht in den politischen Diskurs. Unterschiedliche Positionen ja, aber sachliche Gesprächsbereitschaft muss gegeben sein.

Frage: Mit Gegenwind mussten Sie bei dieser umstrittenen Entscheidung aber gerechnet haben.

Christian Schmidt: Durch meine Zustimmung konnte ich Auflagen für Umwelt und Anwendungsbeschränkungen durchsetzen, die bis dato unerreichbar schienen. Mit einer Enthaltung in Brüssel hätten wir de facto den Kommissionsvorschlag ohne die Möglichkeit von Verbesserungen durchgewunken. Ich habe allerdings nicht damit gerechnet, dass meine Sachentscheidung so untergeht

Frage: Einen Rüffel gab es von der Bundeskanzlerin. Sie hätten entgegen der "Weisungslage" gehandelt.

Christian Schmidt: In der Sache hat die Kanzlerin deutlich gemacht, dass sie hinter mir steht. Mit meinem Abstimmungsverhalten habe ich den Boden bereitet für einen national restriktiveren Einsatz von Glyphosat. Natürlich musste die Kanzlerin auf die Geschäftsordnung hinweisen. Diese Rüge akzeptiere ich selbstverständlich

Frage: Die SPD macht sich jetzt für ein nationales Glyphosat-Verbot stark. Wäre das mit Ihnen machbar?

Christian Schmidt: Wir brauchen eine noch strengere, sachgerechtere Anwendung von Glyphosat, um den Einsatz weiter zu reduzieren. Darin stimme ich mit meiner Kollegin Hendricks überein. Mein Motto war schon immer: So wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig. Wir werden gemeinsam einen Weg suchen, wie wir den Einsatz von Glyphosat restriktiver gestalten können. Gerade bei der Privatnutzung oder bei der Vorernte-Anwendung sehe ich Möglichkeiten.

Quelle: Münchner Merkur vom 09. Dezember 2017

Fragen von:
Dominik Göttler

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