Statement von Bundesministerin Julia Klöckner zur Farm-to-Fork-Strategie und zur Biodiversitätsstrategie der EU-Kommission

Heute hat die Europäische Kommission im Rahmen des European Green Deal die Farm-to-Fork-Strategie und die Biodiversitätsstrategie vorgestellt. Dazu erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner:

„Die Vorstellung der beiden Strategien fällt in eine Zeit, in der die europäische Ernährungssicherung eine große Rolle spielt. Die Vorschläge sind sehr ambitioniert. Aber ambitionierte Ziele können unsere Landwirte nur erreichen, wenn sie auch finanziell unterlegt werden. Und deshalb hätte ich mir heute ein genauso klares Bekenntnis zu einem gut ausgestatteten Agrarbudget gewünscht. 

Wichtig ist, dass theoretische Anforderungen in Einklang gebracht werden mit der Praxis und dem Arbeitsalltag auf den Höfen. Denn die Kernaufgabe der Landwirtschaft ist, Nahrungsmittel zu produzieren. Die ausreichende Verfügbarkeit unserer Grundnahrungsmittel und die Ernährungssicherung in der EU und global müssen stets im Vordergrund stehen. Und das wird immer Umwelteinflüsse haben. 

Essen und unsere Landwirtschaft werden künftig noch nachhaltiger – daran besteht kein Zweifel. Auch deshalb fordern wir für die neue Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020, dass es für Klima- und Umweltauflagen verbindliche Leitplanken gibt, die für alle Mitgliedstaaten gleich gelten und umgesetzt werden müssen. 

Die Last muss aber gleichmäßig verteilt werden. Die Verantwortung für das Erreichen der Ziele darf nicht allein bei einer Branche abgeladen werden. Sie gehen alle an. 

Die Farm-to-Fork-Strategie ist eine Diskussionsgrundlage und greift Maßnahmen auf, die wir in Deutschland bereits auf den Weg gebracht haben – wie etwa ein Tierwohlkennzeichen und die erweiterte Nährwertkennzeichnung. 

Gesprächsbedarf im Kreis der EU-Agrarminister sehe ich aber dazu, wie weitere Maßnahmen der Strategien – die heute ohne den Agrarkommissar vorgestellt wurden – umgesetzt werden. Auch werden wir darüber sprechen müssen, wie Farm-to-Fork- und Biodiversitätsstrategie verschränkt werden können mit den ebenfalls ambitionierten Zielen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Denn es mangelt der EU nicht an neuen Strategien. Sie müssen aber auch zusammenpassen. Wichtig ist zudem, Innovationen in der Landwirtschaft zu befördern, damit die Landwirte wirksame Instrumente an die Hand bekommen, Aufgaben zu erfüllen.  

Umso mehr sehe ich die Aufgabe in unserer ab Juli anstehenden Ratspräsidentschaft darin, einen notwendigen Ausgleich der Interessen zu schaffen. Nachhaltige Ernährungssysteme betrachten gleichermaßen soziale, wirtschaftliche, ökologische und gesundheitliche Auswirkungen des Handelns. Wir müssen Wert darauf legen, dass in der Diskussion nicht der ein oder andere Aspekt Übergewicht bekommt.“

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