Agrar- und Fischereirat berät über Ostseefangquoten für 2024

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, wird am Montag, 23. Oktober 2023, zum Agrar- und Fischereirat nach Luxemburg reisen. Wie auf der Ratstagung im Oktober üblich, wird die Fischereipolitik im Mittelpunkt stehen: Die Ministerinnen und Minister werden über die Fangquoten in der Ostsee für das Jahr 2024 entscheiden.

Nach einem Vorschlag der Europäischen Kommission soll die gezielte Fischerei sowohl für den westlichen Hering als auch für den westlichen Dorsch geschlossen bleiben. Beim westlichen Hering will die Kommission zudem die Ausnahme streichen, die der kleinen Küstenfischerei derzeit noch eine sehr begrenzte gezielte Fischerei mit passiven Fanggeräten ermöglicht. Diese Maßnahme lehnt Deutschland ab, da sie den Bestand kaum schützt, die deutsche Küstenfischerei aber in starke Bedrängnis bringt.

Im Vorfeld erklärt Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir: „Die deutsche Fischerei steht vor großen Herausforderungen: Die Klimakrise, die kritische Situation der Herings- und Dorschbestände in der Ostsee, hohe Energiekosten und die Folgen des Brexit machen den Fischereibetrieben zu schaffen. Angesichts der akuten und langfristigen Herausforderungen müssen wir die krisengeschüttelte deutsche Fischerei zukunftsfest aufstellen und ihren Beitrag für eine nachhaltige Transformation stärken. Nur stabile Fischbestände in einem guten biologischen Zustand können nachhaltig befischt werden. Unsere oberste Maxime bei den Fangmöglichkeiten für 2024 ist daher die Einhaltung der wissenschaftlichen Empfehlungen. Einschränkungen für die Küstenfischerei jedoch, die über die wissenschaftlichen Empfehlungen hinausgehen, können wir nicht mittragen. Ich werde mich in Brüssel daher für Nachbesserungen am Vorschlag einsetzen, damit wir die deutsche Küstenfischerei erhalten und sich gleichzeitig die Bestände erholen können.“

Die Agrarministerinnen und -minister der EU-Mitgliedstaaten werden zudem auch bei dieser Ratstagung über die Lage auf den Agrarmärkten und die Auswirkungen des völkerrechtswidrigen Angriffs Russlands auf die Ukraine und des Nahostkonflikts beraten. Außerdem wird sich der Rat mit den land- und ernährungswirtschaftlichen Aspekten der Abfallrahmenrichtlinie befassen, wobei besonders die Reduzierung von Lebensmittelabfällen im Fokus stehen wird. Zudem wird die Kommission zum Stand der Beratungen ihres Carbon Farming Vorschlags informieren.

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