Rinder emittieren (bald weniger?) Methan

Gesucht sind Rinder, die wenig Methan produzieren. Daher fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium Forschung für den Klimaschutz.

Der Verdauungstrakt der Wiederkäuer ist eine wesentliche Quelle des Treibhausgases Methan. Etwa 15 Prozent der weltweiten Methanemissionen gehen laut Experten auf Rinder zurück. Hinzu kommt, dass das Treibhausgaspotenzial von Methan mehr als 20-mal größer ist als das des Kohlendioxid. Der Unterschied zwischen den einzelnen Rindern, wie viel Methan sie emittieren, liegt jedoch zwischen zwei und zehn Prozent. Das weist auf eine tierindividuelle Variabilität bei der Futterverwertung hin. Auch über das richtige Futter lässt sich die Klimabilanz verbessern. Gesucht sind Rinder, die wenig Methan produzieren – nur wie?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) im mecklenburgischen Dummerstorf arbeiten daran. Zunächst müssen sie wissen, welche Kuh, wie viel Methan emittiert und diese Information mit der Fütterung kombinieren. Bisher wurde dafür die Zu- und Abluft in Respirationskammern gemessen, in die die Kühe einzeln geführt wurden. Das ist aufwendig und zeitintensiv, wenn man viele Tiere untersuchen und vergleichen möchte. Jetzt suchen die Forscher nach einfachen Indikatoren, die anzeigen, welche Kühe weniger "Abgase" produzieren.

Ein solcher Indikator könnte der Anteil bestimmter Bakterien, der Archaeen, sein. Sie leben im Pansen, einem der vier Mägen der Kuh, und unterstützen sie bei der Verdauung der rohfaserreichen Kost. Sie produzieren letztlich das klimaschädliche Methan. Wenn der Anteil der Archaeen nun proportional zum ausgestoßenen Methan wäre, hätten die Wissenschaftler einen einfachen Biomarker gefunden. Die Auswertung der Daten wird es zeigen.

Das FBN ist als gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts ein Forschungsinstitut, das die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere untersucht. Es wird zu 50 Prozent (etwa zehn Millionen Euro) vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert.

Erschienen am im Format Forschungsprojekt

Adresse

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN)
Wilhelm-Stahl-Allee 2
18196 Dummerstorf

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