Eine Drohne hoch über dem Acker geht der Bodenqualität auf den Grund

Weniger CO2, mehr Klimaschutz: Forschung leistet Beitrag

Was fliegt mit Tempo 64 in 180 Metern Höhe über den Acker? Es ist eine Drohne - genauer gesagt die TRON-Drohne des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

Im echten Leben setzt das ZALF seine Drohne ein, um landwirtschaftlichen Böden auf den Grund zu gehen. Auf der Grünen Woche zieht der flinke Luftflitzer die Gäste in der Halle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in seinen Bann: Sie können dank Virtueller Realität zum Piloten werden - und selbst erleben, zu welchem Höhenflügen angewandte Wissenschaft fähig ist.

Mann mit Virtual-Reality-Brille, im Hintergrund das Modell einer Drohne zur Fernerkundung der Qualität landwirtschaftlicher Böden.
Fernerkundungsdrohne TRON des ZALF

Ausgestattet mit Multispektral- und Wärmebildkamera macht das autonome Kleinflugzeug mit einer Flügelspannweite von 3,5 Metern bei einem Flug über ein 60-Hektar-Feld bis zu 800 gestochen scharfe Bilder, die Unterschiede in den Pflanzenbeständen oder in der Bodenqualität auf bis zu zwei Zentimeter genau aufzeigen. Zum Vergleich: Ein Satellitenbild schafft nur eine Genauigkeit wischen zwei und zehn Metern und ist dabei auch noch deutlich teurer.

Passgenaue Empfehlungen für Landwirte

Doch wozu braucht man diese Daten? ZALF-Mitarbeiter Hendrik Schneider erklärt: "Mit ihrer Hilfe können wir die Bodeneigenschaften exakt ermitteln. Je nach Standortgegebenheiten können wir den Landwirten dann Empfehlungen dazu geben, wie sie ihren Boden klimafreundlicher bewirtschaften können – indem sie etwa Düngung oder Bewässerung ganz genau dosieren. Oder indem sie bestimmte Pflanzenarten anbauen und damit den Humusaufbau fördern."

Klimawandel im Blick

Das ZALF ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und wird zu gleichen Teilen aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie des Brandenburger Wissenschaftsministeriums grundfinanziert. Das Zentrum erforscht seit mehr als zwei Jahrzehnten die Wechselwirkungen von Landwirtschaft und Klimawandel und entwickelt klimafreundlichere Anbausysteme. Das Thema ist komplex: Einerseits zählt die Land- und Forstwirtschaft zu den größten Verursachern von Treibhausgasemissionen. Andererseits binden Pflanzen und Böden den Kohlenstoff aus dem Treibhausgas Kohlendioxid und verhindern damit die Abgabe in die Atmosphäre.

Eine Fernerkundungsdrohne ist deutlich preiswerter als ihre großen Brüder Flugzeug und Hubschrauber. Diese Technologie soll künftig wesentlich dazu beitragen, dass Landwirtschaft noch klimafreundlicher wird.

Erschienen am im Format Forschungsprojekt

Adresse

Leibniz-Zentrum für
Agrarlandschaftsforschung
(ZALF) e. V.

Eberswalder Straße  84
15374 Müncheberg

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