Integration gelingt in Barmstedt über Kinder

Spielstadt Auenland

Im schleswig-holsteinischen Ort Barmstedt haben Ehrenamtliche eine ganze "Kinderstadt Auenland" aufgebaut. Eine Ferienwoche lang erprobten 120 Kinder hier spielerisch, wie das Zusammenleben in einer Stadt funktioniert und was "Demokratie leben" bedeutet. Ganz gleich ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Alle haben bei dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen von "500 LandInitiativen" geförderten Projekt viel erfahren und sich gegenseitig kennengelernt.

Das Konzept der "Kinderstadt" gibt es schon länger, aber im rund 11.000-Einwohner-Städtchen Barmstedt haben sich die zwölf Ehrenamtlichen aus dem Organisationsteam vorgenommen, zusätzlich etwas für die Integration in ihrer Kommune zu tun. Daher sind sie aktiv auf Familien mit Fluchterfahrung zugegangen und haben zwölf Kinder aus Syrien und weiteren Ländern gewinnen können. In der Kinderstadt "Auenland" haben die Ehrenamtlichen rund um eine leerstehende Schule eine Zeltstadt errichtet, die eine optimale Kulisse für das Auenland und seine Lebensbereiche bildete. Unterstützt wurde das von einer KiTa getragene Projekt von Jugendverbänden und zahlreichen Vereinen aus der Region.

Bürgermeisterwahl, freiwillige Feuerwehr, Kulturevents und vieles mehr
Was passiert in einer Kinderstadt? Wie in einem Planspiel leben und "arbeiten" die acht- bis zwölfjährigen Kinder tagsüber eine Woche in ihrer fiktiven Stadt und lernen dabei, was alles zum gesellschaftlichen Zusammenleben gehört. Sie stellen am Arbeitsplatz zum Beispiel Vogelhäuser her und verkaufen sie auf dem Markt, wählen im Parlament ihren Bürgermeister und Zeltsprecher, spielen Theater oder sind in der Feuerwehr aktiv. Sogar Steuern werden in der fiktiven "Auen"-Währung gezahlt.

Zwei Arbeitsschichten und nachmittags Parlamentssitzung
Organisiert ist die Stadt in Kleingruppen, die größtenteils von ehrenamtlichen Jugendlichen angeleitet werden. In jeder Gruppe sind etwa zwei Kinder mit Migrationshintergrund untergebracht. So lernen sich die Kinder kennen und bauen bei den vielen unterschiedlichen Workshops Berührungsängste ab. Für "Vollbeschäftigung" zwei Mal am Tag sorgen die ehrenamtlichen "Arbeitgeber" aller Berufssparten wie Polizei, Bäckerei, Profi-Fußball, Gärtnerei und Co. Im Parlament lernen die Kinder, dass ihre Meinung gefragt ist. Dass zum Beispiel eine Eisdiele im Ort fehlt und angeschafft werden soll, hat das Parlament entschieden.

Ein voller Erfolg für Barmstedt, der sich verstetigt
Beim Abschlussfest am Ende des Projektes zeigte sich, wie viel Freude die Kinder an dem Angebot hatten. Begeistert erzählten sie, was sie erlebt haben. "Keiner stand abseits im Auenland. Das war sehr beeindruckend und schön – Integration gelingt am besten über Kinder", resümiert Jörg Dittmer vom Organisationsteam. Die Flüchtlingskinder haben Berührungsängste zu Gleichaltrigen, zu Jugendgruppenleitern und zu erwachsenen Betreuern abgebaut und zeigten sich selbstbewusst in der Kinderstadt. Im kommunalen Rathaus der Stadt Barmstedt gehen bereits Anmeldungen für die nächste Spielstadt 2019 ein. Die Vorbereitungen und das Fundraising zum nächsten Auenland 2019 sind in vollem Gange.

Fördergelder aus den 500 LandInitiativen
Das Projekt Kinderstadt Auenland wurde aus Mitteln des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) finanziert. Mit dem BULE unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ländliche Räume. Die "Kinderstadt Auenland" erhielt Fördergelder aus der BULE-Maßnahme "500 LandInitiativen", die gezielt ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit auf dem Land gefördert hat.

Erschienen am im Format Good Practice

Adresse

Barmstedt
25355 Barmstedt

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