"Telepräsenz lernen" – Medienkompetenz und kreatives Lernen im Landkreis Elbe-Elster

Wie moderne Medientechnik für die Verknüpfung von Lernorten im ländlichen Raum eingesetzt werden kann, zeigt das Projekt „Telepräsenz lernen“ in der Region Elbe-Elster.

Die Region Elbe-Elster in Brandenburg steht vor der Herausforderung, allen Generationen einen flächendeckenden Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Um neue Formen des Lehrens und mediengestützte Lernformate zu etablieren, hat die Region 13 Grundschulen zu gemeinsamen, onlinebasierten Lernumgebungen verknüpft.

Kreativer Unterricht und mehr Flexibilität

Das Projekt "Telepräsenz lernen" nutzt moderne IT-Systeme, um den Unterricht in Ton und Bild zwischen zwei Schulen zu übertragen. Der Einsatz digitaler Medien macht einen interaktiven und kreativen Unterricht möglich, bei dem die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und beispielsweise Kurzfilme oder digitale Cartoons erstellen. Die Medientechnik schafft zugleich Voraussetzungen für einen zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu Lerninhalten. So können Kinder, die längere Zeit erkrankt sind oder sich in Kur befinden, dennoch am Unterricht teilnehmen und an der Gemeinschaft teilhaben.

Schritt für Schritt zu multifunktionalen Lernorten für die Region

Die Umsetzung des Projektes erfolgte bislang in drei Phasen. Die in den Modellphasen 1 und 2 (2013-2015) angestoßenen Entwicklungen zielten darauf ab, ein Umsetzungskonzept sowie praktikable Anwendungsszenarien zu entwickeln und daraufhin die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung vor Ort zu schaffen. Finanziert wurden diese beiden Phasen mit Mitteln der Europäischen Union aus dem LEADER-Programm. Die dritte Phase konnte im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Modellvorhabens Land(auf)Schwung realisiert werden. Dabei wurden zwischen September 2016 und Dezember 2018 die Telepräsenz-Standorte, die zuvor auf schulische Anwendungen beschränkt waren, zu außerschulischen Lernorten für Kinder im Vorschulalter und ältere Menschen weiterentwickelt.

Um Jung und Alt mit der neuen Medientechnik vertraut zu machen, wurden an ausgewählten Schulen pilothafte und generationenübergreifende Medienprojekttage durchgeführt. Schülerinnen und Schüler haben dabei gemeinsam mit ihren Eltern und Großeltern den Umgang mit digitalen Medien erprobt. Zudem erhielten die Lehrkräfte vor Ort und ohne weite Wege weitere Schulungen im Umgang mit den neuen Medien und für den praktischen Einsatz von Whiteboards und Tablets im Unterrichtsalltag.

Mit Beginn der unter "Land(auf)Schwung" geförderten dritten Projektphase wurden die mit moderner Medientechnik ausgestatteten Standorte auch für außerschulische Anwendungen und Adressaten geöffnet. Zwei Schulen richteten dafür weitere Räume ein. Entstanden sind dabei feste Partnerschaften mit Kitas und Seniorengruppen. Ein Austausch findet auch mit der Volkshochschule Elbe-Elster statt, die in ihrem Projekt "Seniorenakademie vor Ort" gemeinsam mit Ehrenamtlichen ein Fortbildungsprogramm zur Medienbildung für Seniorinnen und Senioren entwickelt und erprobt hat. Gerade kleine Schulen im ländlichen Raum profitieren von der neuen Technik – sie werden zu Lernorten und Treffpunkten für Jung und Alt.

Ausgezeichnet im Bundeswettbewerb „Stadt, Land, digital“

Gewürdigt wurde das Projekt im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Stadt, Land, digital“ des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi). Bei 218 Bewerbungen setzte sich "Telepräsenz lernen" als eines der sechs besten Projekte durch und präsentierte sich bei der Bundeskonferenz "Stadt.Land.digital" im Januar 2019. "Telepräsenz lernen" zeigt, wie ländliche Regionen mit dem Einsatz digitaler Medien ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit stärken und dem wachsenden Bedarf an lebenslangem Lernen auch "in der Fläche" gerecht werden können.

Erschienen am im Format Good Practice

Adresse

Finsterwalde
03238 Finsterwalde, Brandenburg

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