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Vorbereitung auf den Krisenfall

Am Dienstag, 21. November 2017, startet unter Leitung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Krisenübung zur Afrikanischen Schweinepest

Die – für den Menschen harmlose – Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine gefährliche Tierseuche, die mit hohen Verlusten bei Schweinen einhergeht. Seit 2014 tritt die ASP in den baltischen Staaten und in Polen auf. In weiter östlich liegenden Ländern (z. B. Russland, Ukraine) kommt die Seuche seit 2007 bis heute gehäuft vor. Aufgrund des hohen Infektionsdruckes kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Seuche nach Deutschland und in weitere Länder der EU verschleppt wird. Die jüngsten Ausbrüche in der Tschechischen Republik bei Wildschweinen und in Rumänien bei Hausschweinen haben dies eindrücklich belegt. Mit einer gemeinsamen Übung, die am Dienstag beginnt, bereiten sich Bund und Länder auf den möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor.

Dazu erklärt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt:

"Eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland brächte schwere wirtschaftliche Folgen für alle Schweinehalter mit sich. Deshalb hat mein Haus bereits eine Reihe an Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Schon im August hat das BMEL eine Aufklärungskampagne an Autobahnraststätten, Parkplätzen und Autohöfen gestartet. Im September habe ich mich in Prag mit meinem tschechischen Amtskollegen Marian Jurečka über die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen ausgetauscht. Bei unserem Treffen haben wir die Etablierung einer tschechisch-deutschen Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt ASP vereinbart. Die bevorstehende mehrtägige Krisenübung von Bund und Ländern stellt einen weiteren wichtigen Baustein für die Vorbereitung auf eine mögliche Einschleppung der Seuche nach Deutschland dar – damit bereiten wir uns bestmöglich auf den Krisenfall vor."

Hintergrund:

Ziel der Krisenübung ist die Optimierung der Kommunikation zwischen Bund und Ländern über tierseuchenrelevante Daten. Diese Kommunikation erfolgt über Lageberichte, die auf allen Ebenen der Verwaltung verwendet werden und so für eine lückenlose Information sorgen sollen. Geübt wird die Abfassung des Berichtes für einen Fall von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen. Die mitübenden Länder (voraussichtlich alle) legen den Fundort für das infizierte Wildschwein fest und planen die erforderlichen Restriktionsgebiete (gefährdeter Bezirk und Pufferzone) unter tierseuchenrechtlichen und jagdrechtlichen Erfordernissen. Diese Gebiete sind bei Krankheiten der Wildtiere deutlich größer als bei Seuchen der Haustiere und die Übung wird die Dimension der erforderlichen Sperrmaßnahmen deutlich machen.

Der gefährdete Bezirk kann auch bei nur einem Nachweis von ASP bei einem Wildschwein schon einen Radius von 10 bis 15 Kilometern haben. In diesem Bezirk wird nach weiteren verendeten Wildschweinen gesucht, um festzustellen, wie weit die Seuche bereits vorgedrungen ist. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Jagdausübungsberechtigten der betroffenen Jagdreviere ist dabei essentiell, denn sie kennen das Revier und das Verhalten der Wildschweine in dem Revier. Die dabei aufgefunden Tiere können eine Anpassung des Gebietes erforderlich machen.

In dem gefährdeten Bezirk werden auch Hausschweine als gefährdet angesehen und kontrolliert. Der Handel mit Schweinen aus diesem Bezirk ist nur unter Auflagen möglich, die diese Tierhaltungen wirtschaftlich sehr belasten, die aber notwendig sind, um die Hausschweinebestände zu schützen.

Die Pufferzone ist ein den gefährdeten Bezirk umgebendes Gebiet, in dem noch keine Seuche nachgewiesen wurde. In diesem Gebiet werden Wildschweine intensiv bejagt. Auch dies kann nur bei guter Zusammenarbeit mit den Jägern erfolgreich sein.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstellt aus den Berichten der Länder ein Lagebild für Deutschland, das Grundlage für weitere Entscheidungen und für die Information der Mitgliedsstaaten ist.

Die Berichte der Länder gehen beim BMEL und beim Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, dem Friedrich-Loeffler Institut, im Laufe des 21. November 2017 ein, die Auswertung erfolgt bis zum 28. November.

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