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Klöckner in Paris: "Wir wollen der Motor Europas bleiben und Standards setzen!"

Ministerkollegen streben gemeinsame Erklärung zur GAP an - Forschungszusammenarbeit bei Pflanzenschutzmittel vereinbart

Nach dem Gespräch erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner in Paris:

"Paris und Berlin, wir sind der Motor Europas, und das soll auch in der Agrarpolitik so bleiben. Ich danke meinem französischen Kollegen für die Einladung und bin sehr gerne nach Paris gekommen. Wir hatten ein langes, sehr konstruktives, und gutes Gespräch. Frankreich und Deutschland sind Nachbarn, europäische Partner und gute Freunde. Wir wollen unsere traditionelle Zusammenarbeit fortsetzen und intensivieren.

Wir sind gemeinsam der Auffassung, dass wir eine solide finanzielle Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik brauchen. Die GAP ist heute wie damals ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Integrations- und Einigungspolitik, der allzu oft unterschätzt wird. Gleichwertige Lebensverhältnisse sind uns nach wie vor Auftrag, um die Regionen Europas zusammenzubringen und zusammenzuhalten. Das und nicht Abschottung ist die Antwort auf die Polarisierung in unseren Gesellschaften.

Das Zwei-Säulen-Modell bietet dabei die Voraussetzung, dass unsere Landwirte auch in Zukunft wettbewerbsfähig und in der Fläche weiterhin breit vertreten bleiben und dabei nachhaltig produzieren können. Zur Wettbewerbsfähigkeit gehört für uns aber auch der Wille zu einer deutlichen Vereinfachung der GAP, vor allem ein spürbares Weniger an Bürokratie. Hier besteht für uns noch Diskussionsbedarf mit der EU-Kommission: Das Ziel ist weniger Bürokratie für unsere Bauern – die dafür zugesagten Vereinfachungen fehlen bislang.

Für die Forschung zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln haben wir eine konkrete Forschungszusammenarbeit vereinbart. Wer aus gutem Grund Pflanzenschutzmittel wie Neonikotinoide verbietet, muss den Bauern auch Alternativen bieten. Daran muss weiter und intensiver geforscht werden. Zumal damit internationale Standards gesetzt werden können. Die Forschung sollte deshalb nicht jeder für sich alleine unternehmen, sondern gemeinsam wollen wir unsere Kräfte bündeln.

Das Thema Tierwohl und die Kennzeichnung von mehr Tierwohl beschäftigt die Verbraucher in unseren beiden Ländern. Wir haben uns auch ausgetauscht über die Chancen für weitere, europäische Herkunftskennzeichnungen, auch speziell für Produkte, die beim Tierwohl über den gesetzlichen Standards liegen. Verbraucher beider Länder haben ein steigendes Interesse an der Herkunft und der Produktionsweise ihrer Lebensmittel. Ernährungsbildung und Ernährungswissen sind die Grundlagen für Transparenz, gesunde und ausgewogene Ernährung sowie informierte Kaufentscheidungen.

Für ein starkes Europa ist die deutsch-französische Zusammenarbeit heute bedeutsamer denn je. Als Ergebnis unseres Treffens wollen wir noch vor dem nächsten Rat der EU-Agrarminister eine gemeinsame Erklärung verabschieden."

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