Erschienen am im Format Pressemitteilung Nr. 127/2019

Klöckner in China: Gemeinsam gegen den Klimawandel

Deutsches Agrarministerium unterstützt China auf dem Weg zu einer nachhaltigen Landwirtschaft

China ist nicht nur der drittgrößte Markt für deutsche Lebensmittel, sondern auch der wichtigste Partner des Bilateralen Kooperationsprogramms des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Auf ihrer Delegationsreise nach China hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, diese Kooperation verstärkt.

Klöckner betont: "Wir brauchen eine internationale Allianz im Kampf gegen den Klimawandel und für die Ernährungssicherung. China spielt hier als bevölkerungsreichstes Land der Erde und mit über 300 Millionen Bauern eine zentrale Rolle."

Deshalb hat Klöckner mit dem Minister für Landwirtschaft und ländliche Räume, Han Changfu, vereinbart, dass sich die gemeinsame Projektarbeit zukünftig vor allem dem Klima- und Umweltschutz in der Landwirtschaft widmet. Wichtig dabei sind klimaschonende Anbauverfahren und Tierhaltungsmethoden.

Die Ministerin hat heute die Feldtage eröffnet, auf denen bereits erste erfolgversprechende Ergebnisse der gemeinsamen Ackerbau-Projekte gezeigt werden. Klöckner fordert: "Deutschland und China müssen hier noch enger zusammenarbeiten. Allein schon wegen der Größe des Landes können wir die internationalen Klimaschutzziele nicht ohne China erreichen. Ich möchte die diesjährige Deutsch-Chinesische Agrarwoche deshalb im November unter das Thema Klima und Landwirtschaft stellen."

Außerdem hat Klöckner mit dem Minister für natürliche Ressourcen, Lu Hao, beschlossen, die Zusammenarbeit beim Wald zu intensivieren. China hat das weltweit größte Aufforstungsprogramm und will die Erfahrungen der deutschen Forstwirtschaft für ein nachhaltiges Waldmanagement nutzen. "Ich bin gerne für diesen Wissensaustausch bereit - aber nach fairen Regeln und auf Augenhöhe. Vernetzung ist keine Einbahnstraße."

Zur Stärkung der nachhaltigen Landwirtschaft hat Julia Klöckner die seit über dreißig Jahren erfolgreiche Agrarforschungskooperation weiter ausgebaut: "Es geht darum, die Landwirtschaft weltweit nachhaltiger zu gestalten. Dafür konnte ich in meinen Gesprächen sensibilisieren. Mein Ministerium leistet einen erheblichen Beitrag, um Chinas Weg zu einer nachhaltigen, umweltschonenden und modernen Landwirtschaft zu unterstützen.

Deshalb habe ich ein bilaterales Doktorandenprogramm vereinbart. Mit diesem Austausch können wir unser Wissen vernetzen und von den Fortschritten in der Digitalisierung und der Biotechnologie in der Landwirtschaft profitieren."

Hintergrund:

Bundesministerin Klöckner ist vom 13. bis 16. Juni 2019 in China mit Stationen in Peking, Jiangsu und Shanghai. Begleitet wird die Ministerin von einer Delegation aus Vertretern von Unternehmen und Verbänden der Land- und Ernährungswirtschaft sowie interessierten Journalisten. Ziel der Reise ist es, die bilateralen Kooperationen mit China zu intensivieren und die Marktöffnung zu beschleunigen.

Auf den Feldtagen des deutsch-chinesischen Ackerbauprojekts, die die Ministerin eröffnet, werden erfolgversprechende Ansätze im Ackerbau vorgestellt: der Humusaufbau und Bindung von Kohlenstoff im Boden sowie erweiterte Fruchtfolgen, um den Wassereinsatz zu reduzieren und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. So kann der Einsatz synthetischer Düngemittel reduziert werden, ohne Ertragsverluste hinnehmen zu müssen.

Bilaterale Kooperation

Die Projekte im Überblick:

  • Deutsch-Chinesisches Agrarzentrum (DCZ) in Peking
    Das Deutsch- Chinesische Agrarzentrum (DCZ) wurde im März 2015 vom BMEL und seinem chinesischen Partnerministerium als Kontakt- und Informationsstelle zur Förderung und Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China im Agrar- und Ernährungssektor gegründet. Aufgabe dieses Zentrums ist es, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zusammenzubringen.
  • Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China
  • Deutsch-Chinesischer Ackerbau- und Landtechnik-Demonstrationspark (DCALDP)
    Das Deutsch-Chinesische Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China und der Deutsch-Chinesische Ackerbau- und Landtechnik-Demonstrationspark (DCALDP) verfolgen als Demonstrationsprojekte das Ziel, einen Beitrag zur Entwicklung und Verbreitung nachhaltigerer, ressourcenschonender und effizienterer Bewirtschaftungsmethoden bzw. Haltungspraktiken in China zu leisten. Beide Vorhaben werden durch Wirtschaftspartner unterstützt, welche Landtechnik sowie Sach- und Betriebsmittel für die praktische Arbeit zur Verfügung stellen. Das Tierzuchtprojekt läuft seit 2010 und ist im Juli 2018 in die dritte Projektphase eingetreten. Der DCALDP wurde 2015 eröffnet und läuft seit August 2018 in der zweiten Projektphase.
  • Das Austauschprogramm für junge Fachkräfte im Agrarsektor (AEP)
    Seit Januar 2019 wird das neue Austauschprogramm für junge Fachkräfte im Agrarsektor (AEP) durchgeführt. Jährlich sollen bis zu 20 junge Fachkräfte an einem vierwöchigen Fortbildungsprogramm in dem jeweils anderen Land teilnehmen. Ziel ist, Teilnehmern Qualifikationen für künftige Management- und Führungsaufgaben zu vermitteln und den Wissenstransfer von Deutschland nach China und von China nach Deutschland zu unterstützen. Durch die Besuche deutscher Teilnehmer in China und die Ausdehnung des Programms über Unternehmen hinaus auf weitere Institutionen des Agrarsektors wird auch ein übergeordnetes deutsches Interesse bedient.

Zusätzlich zu den vier längerfristig angelegten Vorhaben fördert das BMEL im Jahr 2019 zwei Vorhaben im Bereich Klima- und Umweltschutz.

  • Das an das DCZ angegliederte Teilprojekt "Deutsch-Chinesische Kooperation im Bereich Landwirtschaft und Klimawandel" dient dem Austausch zwischen deutschen und chinesischen Fachexperten zum Thema Klimaanpassung im Agrarsektor sowie der gemeinsamen Erarbeitung von politischen Handlungsempfehlungen, die zum Ziel haben, klimaschonende Anbauverfahren und Tierhaltungsmethoden in China zu fördern. Die Etablierung eines Austausches über spezifische Themen im Bereich Klimaanpassung, Fachexpertenreisen nach China und Deutschland sowie die Durchführung einer Konferenz zum Thema Klima und Landwirtschaft sollen die fachliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China zu diesem Thema fördern und vertiefen.
  • Ein an das Tierzuchtprojekt angegliedertes Teilprojekt dient der "Etablierung eines Kompetenznetzwerkes für eine klima- und umweltfreundliche Nutztierhaltung in China". Das Netzwerk soll einen konkreten Beitrag dazu leisten, bei Entscheidungsträgern in China das Bewusstsein für klima- und umweltrelevante Wirkungen der Nutztierhaltung zu stärken und die Verbreitung innovativer Verfahren und Technologien zur Verminderung von Treibhausgasen und zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit lokaler Tierhaltungssysteme zu fördern.

Hinzu kommen bei der bilateralen Kooperation zwei ebenfalls am DCZ angesiedelte Vorhaben im Bereich Wald- und Forstwirtschaft:

  • Die Beratungsstelle für Forstpolitik (Forest Policy Facility, FPF) und
  • ein Pilotprojekt zur praktischen Erprobung einer nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung in der Region Shanxi.

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