Berliner Rede der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, zur Lage und Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat gestern im Rahmen der Veranstaltung "Politischer Erntedank" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ihre Berliner Rede zur Lage und Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft gehalten.

Mit Blick darauf, dass 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig sind, stellte die Bundesernährungsministerin ihr ernährungspolitisches Gesamtkonzept vor und machte deutlich, dass dabei Ernährungspolitik Unterstützungspolitik sein und die Verbraucher in ihrer Kompetenz stärken müsse.

Das politische Ziel sei, eine gesundheitsförderliche, ausgewogene und nachhaltige Ernährung zu gewährleisten. Darunter ordnete die Ministerin fünf Teilziele:

  • "Erstens: Das hohe Niveau der Lebensmittelsicherheit zu erhalten und verbessern.
    Denn Grundvoraussetzung ist die Sicherheit der Lebensmittel – hier haben wir ein sehr hohes Niveau erreicht. Unser Ziel ist es, diesen Standard zu erhalten und stetig zu verbessern. Zur aktuellen Debatte um die Lebensmittelüberwachung: Ich habe die zuständigen Landesminister für Ende der kommenden Woche zu einem Gespräch eingeladen. Es geht darum, Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.
  • Zweitens: Ernährungs- und Bewegungsverhalten verbessern.
    Wir setzen uns im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM – gemeinsam vor allem mit dem Bundesministerium für Gesundheit – für einen gesunden Lebensstil in allen Lebensphasen ein. Wir wollen gesundheitsförderliche Alltagsstrukturen in den Bereichen Ernährung und Bewegung stärken und etablieren. Dabei wollen wir die verschiedenen Lebensphasen noch stärker in den Blick nehmen.
  • Drittens: Nachhaltige Konsummuster fördern.
    Wir bekennen uns zu den von den Vereinten Nationen im September 2015 verabschiedeten Zielen für Nachhaltige Entwicklung. Dazu gehört auch die Erhöhung der Wertschätzung von Lebensmitteln und die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.
  • Viertens: Individuelle Entscheidungen ermöglichen.
    Ein wachsender Teil der Verbraucher möchte den Lebensmittelkonsum bewusster und nachhaltiger gestalten. Zu entscheiden, was für jeden Einzelnen die richtige Wahl ist, ist nicht immer leicht. Wir wollen deshalb Lebensmittelinformationen, die verständlich, verlässlich, gut lesbar und leicht auffindbar sind.
    Wichtiger Baustein einer erfolgversprechenden Ernährungspolitik ist die erweiterte Nährwertkennzeichnung. Die deutschen Verbraucher haben ein klares Votum zugunsten des Nutri-Score abgegeben, das für mich maßgeblich ist und das ich jetzt umsetzen werde. Ich hoffe, dass das auch auf EU-Ebene neue Impulse setzen wird. Sodass wir perspektivisch zu einer europäischen Lösung kommen.
  • Fünftens: Menschenrecht auf angemessene Nahrung weltweit verwirklichen.
    Zu den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen zählt insbesondere die Beseitigung von Unterernährung bis zum Jahr 2030.
    Es steht außer Frage, dass wir hier unseren Beitrag leisten."

Die gesamte Rede finden Sie im Anhang.

Auch in diesem Jahr hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des "Politischen Erntedanks" gestern die Professor-Niklas-Medaille verliehen. Sie ist die höchste Auszeichnung, die die Bundesministerin vergibt und wird jährlich an Personen verliehen, die sich in herausragender Weise um die Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft oder das Wohl der in diesen Bereichen tätigen Menschen verdient gemacht haben. Sie wird in Gold und Silber verliehen.

In diesem Jahr hat Imker und Bienenschützer Peter Maske die Medaille in Gold erhalten. Der Koch und Ernährungsbotschafter Tim Mälzer und die Spitzenforscherin im Bereich digitale Landwirtschaft, Prof. Cornelia Weltzien haben die Medaille in Silber erhalten.

Erschienen am im Format Interview

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