Erschienen am im Format Pressemitteilung Nr. 107/2020

Klöckner: Ein Europa der Regionen als Leitschnur für die europäische Ernährungssicherung

Bundesministerin Julia Klöckner und Österreichs Agrarministerin Elisabeth Köstinger betonen bei Videokonferenz die Bedeutung der regionalen Lebensmittelproduktion

In einer Videokonferenz haben die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, und Österreichs Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger heute über die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Bedeutung der regionalen Lebensmittelproduktion für lebendige ländliche Räume beraten. An der Diskussion nahm auch die kroatische Agrarministerin Marija Vučković teil, die derzeit den Vorsitz im EU-Agrarministerrat hat, außerdem EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski, der Vorsitzende des Agrarausschusses des Europäischen Parlaments, Norbert Lins, sowie zahlreiche Agrar-Spitzenvertreter und Experten aus verschiedenen EU Mitgliedsstaaten.

Die europäische Landwirtschaft garantiert die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für mehr als 500 Millionen europäische Bürgerinnen und Bürgern. Die COVID-19 Krise hat die Bedeutung des EU-Binnenmarkts und den Stellenwert der hochwertigen regionalen Lebensmittelproduktion noch einmal verdeutlicht. 

Die Initiative von Bundesministerin Julia Klöckner und ihrer österreichischen Amtskollegin Elisabeth Köstinger zielt darauf, die europäische und regionale Lebensmittelproduktion zu stärken und damit zusätzliche Perspektiven für den ländlichen Raum zu schaffen. Die Versorgungssicherheit mit hochwertigen Lebensmitteln und die Wertschätzung der Landwirte stehen dabei im Vordergrund. 

Ministerin Julia Klöckner: „Ein Europa der Regionen – das muss auch Leitschnur für die europäische Ernährungssicherung sein. Gerade die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie wichtig die sichere Erzeugung vor Ort ist. Ein höheres und wertschätzendes Bewusstsein für heimische Nahrungsmittel und deren Erzeuger ist wichtig. Es geht aber nicht darum, nur jeder für sich, sondern gemeinsam in Vielfalt. Der EU-Binnenmarkt und die Gemeinsame Agrarpolitik sind sowohl zur vielfältigen Versorgung der Bevölkerung als auch zur Stabilisierung der Landwirtschaften die besten Antworten. Land- und Ernährungswirtschaft müssen wir als systemrelevante Branchen denken – europaweit. Gleichzeitig darf eine stärkere Betonung der regionalen Lebensmittelproduktion nicht bedeuten, dass wir Handelsbeziehungen einschränken wollen. Wir dürfen nicht in eine Art Konsumnationalismus verfallen. Multilaterale Handelsvereinbarungen dürfen wir nicht preisgeben. Denn um die gewohnte Vielfalt zu haben und auch Ressourcen zu schonen, werden wir in einigen Bereichen weiter auf Importe angewiesen sein. Es geht hier nicht um ein Entweder-Oder, sondern darum, internationale Arbeitsteilung unter klaren Qualitätsstandards sinnvoll weiterzuentwickeln.“ 

Ministerin Elisabeth Köstinger: „Jetzt ist die Stunde der regionalen Lebensmittelproduktion. Gerade in der Coronakrise ist vielen bewusst geworden, wie wichtig die Eigenversorgung von Mitgliedsstaaten und der EU insgesamt mit Lebensmitteln tatsächlich ist. Wir müssen uns unabhängig von Importen aus Drittstaaten bzw. anderen Kontinenten machen. Unsere Landwirtschaft zählt zur systemrelevanten Infrastruktur. Wenn wir nicht selbst produzieren, was wir zum Leben brauchen, machen wir uns abhängig von anderen. Das kann nicht das Ziel der EU sein. Wir in Österreich sind stolz auf unsere hohen Qualitätsstandards, wir haben da auch innerhalb der EU eine Vorreiterrolle. Weitere Verbesserungen müssen maßvoll und gut überlegt sein, sonst geraten wir rasch in einen Wettbewerbsnachteil mit Drittstaaten, in denen es diese Auflagen bei weitem nicht gibt. Niemand kann wollen, dass wir Billigimporte mit minderer Qualität und niedrigen Standards in unseren Regalen stehen haben.“ 

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