Nachhaltigkeit endet nicht an Landesgrenzen.

Rede von Bundesministerin Julia Klöckner zur Eröffnungszeremonie der Nachhaltigkeitskonferenz anlässlich des Besuchs des dänischen Königshauses in Deutschland

Es gilt das gesprochene Wort!

Anrede,

Zunächst gilt mein großer Dank dem dänischen Königshaus und der dänischen Regierung für die Idee zu diesen Ländern verbindenden Konferenz.

Auch hier geht es um Nachhaltigkeit. Sie setzen damit ein wichtiges Zeichen für eine langfristige und tragfähige Entwicklung in unseren beiden Ländern.

Seit über 300 Jahren kennen wir das Prinzip der Nachhaltigkeit. Darum wird es heute bei dieser Konferenz gehen. Wenn wir nachhaltiger wirtschaften, arbeiten und leben wollen, ja müssen, dann sind es aus meiner Sicht vier wichtige Punkte, die es zu beachten gilt:

  1. Nachhaltigkeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, es sind nicht immer nur die einen oder die anderen, die etwas tun müssen.
  2. Für eine nachhaltige Entwicklung muss die Produktion zusammen mit der Seite des Konsums betrachtet werden.
  3. Nachhaltigkeit müssen wir als Daueraufgabe verstehen. Sie ist nie irgendwann abgeschlossen, sondern ist eine Frage der ständigen Weiterentwicklung.
  4. Nachhaltigkeit endet nicht an Landesgrenzen. Gesamtgesellschaftlich Produzenten und Konsumenten über Ländergrenzen im Blick zu haben und innovativ zu bleiben, das ist der Schlüssel.

Und dabei geht es natürlich um die Ökologie, aber nicht nur. Die ökonomische und die soziale Dimension gehören stets dazu, wenn wir weiter im Wohlstand leben wollen - und nicht nur wir. Für die kommenden Generationen haben wir jetzt die Pflicht, die Nachhaltigkeit in allen Dimensionen voranzubringen. Konkret bedeutet das auch: Nachhaltigkeit darf nicht nur ein viel benutztes Schlagwort sein, sondern muss besser messbar werden.

Deshalb arbeiten wir in Deutschland an digitalen Lösungen, um Lieferketten transparenter und besser nachvollziehbar zu machen. Wir erforschen ganz konkret, in welcher Form die Blockchain-Technologie helfen kann, Daten zu Herkunft oder Produktionsstandards vertrauenswürdig zu gestalten.

  • Damit Leistungen im Klimaschutz, bei Biodiversität, Tierwohl und Grundwasserschutz erkennbar und honorierbar werden.
  • Damit wir den Wert der natürlichen Ressourcen und der biologischen Vielfalt in ökonomischen Entscheidungen besser berücksichtigen können.

Dazu brauchen wir neue Geschäftsmodelle und disruptive Ideen. Diese entstehen aber nicht durch den Blick zurück, sondern durch den Mut zur Zukunft. Deshalb müssen wir über die Chancen und Perspektiven durch Innovationen und technischen Fortschritt reden.

Wir wollen Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen, ressourcenschonenden Kontinent machen. Der gerade deshalb wirtschaftlich wettbewerbsfähig und sozial stark ist, weil er eine gesellschaftliche Dynamik für mehr Nachhaltigkeit entwickelt. Deshalb freue ich mich, heute dabei zu sein, wenn eine Auswahl deutscher und dänischer Unternehmen sich noch konkreter, noch greifbarer, den Zielen der Nachhaltigkeit verpflichtet.

Unsere gemeinsamen Ziele werden wir nur erreichen, wenn aus Ideen konkrete Maßnahmen und Projekte werden. Wenn aus Nachhaltigkeit Wertschätzung und Wertschöpfung entsteht.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer zukünftigen Zusammenarbeit.

Vielen Dank!

Erschienen am im Format Rede

Ort: Berlin


Das könnte Sie auch interessieren

Weiter massive Schäden - Einsatz für Wälder und Waldumbau nötig (Thema:Wald)

Stürme, die extreme Dürre und der Borkenkäferbefall – das hat den Wäldern in Deutschland in den vergangenen Jahren immens zugesetzt.

Mehr

Modellregionenwettbewerb "Ernährungswende in der Region" (Thema:Gesunde Ernährung)

Ziel des Modellregionenwettbewerbs ist es, herausragende, innovative Konzepte für eine gesunde und nachhaltige Ernährung in unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu unterstützen. Die geförderten Projekte sollen Vorbildcharakter haben, auf andere Regionen übertragbar sein und im Dialog mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen entwickelt werden.

Mehr

Wald als Thema für den Inklusionsunterricht (Thema:Wald)

Der Wald ist ein spannendes Unterrichtsthema, das sich ganz besonders für den Inklusionsunterricht an Grundschulen eignet. Das BMEL hat aus der Waldfibel Lehrmaterial für die Integration von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft entwickelt.

Mehr