Viele ländliche Regionen Deutschlands befinden sich im Wandel.

Das BMEL möchte wissen, wie sich dieser Wandel positiv gestalten lässt.

Das Ministerium veranstaltet zehn Workshops,

sie sind Teil der Bürgerdialoge der Bundesregierung.

Das Motto: "Gut leben auf dem Land – was uns wichtig ist"

Rötz in der Oberpfalz macht den Anfang.

Minister Christian Schmidt besichtigt zunächst die Maschinenfabrik Meyer.

Das Unternehmen ist vor Jahren von München nach Rötz gezogen.

- "Ich finde es interessant, dass ein Unternehmen hierher gekommen ist, …"

"… in den ländlichen Raum."

"Wir bräuchten mehr solcher Unternehmen."

"Was müssen wir in der Politik noch tun, damit es besser wird?"

- "Grundsätzlich bin ich optimistisch."

"Aber natürlich merken wir, dass, wenn wir Auszubildende suchen …"

"… dass sich weniger Jugendliche auf Lehrstellen bewerben."

"Man muss froh sein, wenn man zwei bis drei der Berufe voll bekommt."

"Ausbildung lohnt sich für uns nur, wenn wir drei bis vier ausbilden können."

Der Maschinenhersteller beschäftigt 170 Mitarbeiter.

Probleme bereitet die Suche nach Auszubildenden,

denn die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Rötz zu wenig ausgebaut.

Das erfährt der Minister bei seinem Rundgang durch den alten Ortskern.

Zudem stehen viele Häuser leer.

Metzger Martin Hofstetter und sein Sohn erklären das Problem.

- "Hier bauen wir einen Parkplatz hin. Die Häuser sind alle Schrott, …"

"… die sind nicht mehr bewohnt."

- "Der Denkmalschutz hat auf dieses Haus ein neues Dach gebaut, …"

"… das ist damit blockiert für die nächsten 30 Jahre."

Beim Workshop wird währenddessen schon intensiv gearbeitet und diskutiert.

30 Rötzer identifizieren Probleme und suchen Lösungen.

Ein Künstler bringt die Themen kreativ auf den Punkt.

Um gute Ergebnisse zu erzielen, muss strukturiert vorgegangen werden.

Die Moderatorin zählt die wichtigsten Themenbereiche auf:

- "Wie kommen wir wohin, Altstadt und Wohnen, Bildung bis zur Mittelschule …"

"… medizinische Versorgung und Arbeitsplätze."

Für die Rötzer ist der Bürgerdialog ein wichtiges Ereignis,

die Erwartungen an Bundesminister Christian Schmidt sind groß.

- "Ich hoffe, dass der Minister einiges mitnimmt und weiter gibt."

- "Ich denke, dass die Probleme überall auf dem Land ähnlich sind."

- "Und unsere Probleme sind zum Beispiel beim Thema Rettungsdienst …"

"… dass Konzepte, die in Städten hervorragend funktionieren, …"

"… einfach eins zu eins auf ländliche Gegenden übergestülpt werden."

- "Natürlich ist uns auch bewusst, dass man nicht alles haben kann."

"Aber oberste Priorität sind die vielen leerstehenden Häuser, …"

"… die zusammen fallen und lebensgefährlich sind."

"Wir in Rötz verstehen nicht, warum wir die Häuser nicht abreißen dürfen."

- "Die Vorschriften für die Altorte kommen aus einer anderen Zeit."

- "Vielen Dank, das ist ein ganz wichtiger Punkt."

"Denn wenn die Ortsmitte nicht mehr da ist, ist der Ort nur die Hälfte wert."

Zum Ende des Bürgerdialogs notieren die Rötzer ihre wichtigsten Eindrücke.

Und der Minister fasst zusammen, was er mitnimmt.

- "Bei der Mobilität tolle Vorschläge, …"

"… da muss man überlegen, wie man das rechtlich umsetzen kann."

Nicht immer sind Lösungen einfach umzusetzen.

Es gilt viele Gesetze und zum Teil gegensätzliche Interessen abzuwägen.

Doch manchmal kann es auch schneller gehen.

Der Bundesminister plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen:

- "Da haben Sie einen Volltreffer gelandet. Jetzt kommt der Bürgerbus …"

"… nicht mehr von der Tagesordnung, weil die Bundeskanzlerin ein Fan ist."

Zum Schluss bekommt Bürgermeister Ludwig Reger das Kunstwerk.

- "Das ist unser Geschenk von uns an Sie."

- "Eine Erinnerung, dass das Thema länger andauert als eine Veranstaltung."

Im Oberpfälzischen Rötz ist der Bürgerdialog zu Ende.

Die Ergebnisse werden den Tag überdauern.

Und der Bürgerdialog geht in Deutschland weiter.