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Schmidt: Zehn-Punkte-Plan als Zukunftsstrategie für die ländlichen Räume

Bundesminister Christian Schmidt hat am Mittwochabend in Berlin seinen Zehn-Punkte-Plan für eine Zukunftsstrategie für die ländlichen Räume vorgestellt. „Wir brauchen eine neue Politik für unsere ländlichen Regionen“, sagte der Minister zum Auftakt der Veranstaltung „Dialog im BMEL“. Diese stand unter der Überschrift: „Zukunftswerkstatt Land: Wie gestalten wir gemeinsam die Zukunft unserer Dörfer?“

Ziel der Strategie ist, ein weiteres Auseinanderdriften der Regionen zu verhindern. „Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen Regionen muss zu einem Aktivposten auf der politischen Agenda unseres Landes werden“, betonte Schmidt. Um das zu erreichen, brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung.

Demnach gilt es,

  1. Zuständigkeiten zu bündeln - auch im Bund - , um schlagkräftig zu sein und sich nicht bei den Zuständigkeitsfragen zu verzetteln. Grundvoraussetzung müsse sein, dass das BMEL als Ministerium für Ländliche Räume noch umfassender als bisher die Koordination im Bund für die zentralen Fragen der ländlichen Regionen übernimmt.
  2. bestehende Fördersysteme zu überprüfen, zu optimieren und neue Ideen zu entwickeln. Es brauche ergänzende, die Eigeninitiative aktivierende und an der Lebenswelt der Menschen orientierte Förderkonzepte. Diese müssen gezielt vor Ort wirken und den Menschen deutlich machen, dass der Staat sie in ihrem Engagement unterstützt.
  3. die Daseinsvorsorge zu stärken und den Menschen langfristige Perspektiven zu bieten.
    Nur wer die Sicherheit habe, auch in Zukunft Zugang zu Bildung, ärztlicher Versorgung oder Einkaufsmöglichkeiten zu haben, werde sich für das Leben auf dem Land entscheiden.
  4. die Wirtschaftskraft der Regionen zu verbessern und Arbeitsplätze zu schaffen.
  5. endlich digitale Chancengleichheit in allen Regionen zu schaffen. Konkret bedeute das: Glasfaser bis ans Haus zu jedem Funkmast, damit auch die neuen Leitungspotenziale der nächsten Generation (5G) in den ländlichen Räumen Standard werden.
  6. die medizinische und pflegerische Versorgung flächendeckend zu sichern.
  7. die Ortsentwicklung und Nahversorgung zu stärken. So müssen der Leerstand bekämpft und Ortskerne lebendig erhalten werden.
  8. die Bildungs-, Betreuungs- und Verkehrsstruktur zu erhalten.
  9. staatliche Ebenen besser zu vernetzen und Verwaltung bürgernah zu sichern.
  10. den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das bürgerschaftliche Engagement zu stärken.

"Die Vielfalt und Vitalität der ländlichen Regionen sind die Basis unseres Wohlstands und der gesellschaftlichen Stabilität unseres Landes – dafür werden wir uns verstärkt einsetzen", betonte Bundesminister Schmidt.

Hintergrund

Rund 90 Prozent der Staatsfläche in Deutschland sind ländlich geprägt. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land. Im Rahmen der Veranstaltung "Dialog im BMEL" diskutierte Bundesminister Schmidt mit Professor. Dr. Gerhard Henkel, Humangeograph, Experte für Themen der historischen und aktuellen Entwicklung des ländlichen Raumes und Autor des Buches "Rettet das Dorf", mit Nina Sehnke, der Bundesvorsitzenden, Bund der Deutschen Landjugend e.V., sowie mit Dr. Dirk Lüerßen, dem Geschäftsführer von Ems-Achse e.V. Moderiert wurde der Abend von Dr. Ursula Weidenfeld.

Stand:
01.06.17

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